Neues Grün soll Feldhasen eine Zuflucht bieten

In Carlsfeld zeigt der Staatsbetrieb Sachsenforst auf eigenen Flächen, wie man Lebensräume schaffen kann. Andere Eigentümer sollen sich davon angeregt fühlen.

Carlsfeld.

Auf der Flucht vor einem Raubvogel könnte die Hecke an der Sonnenloipe in Carlsfeld die Rettung für den Feldhasen sein. Zugegebenermaßen brauchen die in drei Reihen gesetzten Sträucher und Bäumchen noch einige Zeit, bis sie tatsächlich nicht nur den Langohren Schutz, sondern Vögeln, Insekten und Amphibien einen Lebensraum bieten.

Der Sachsenforst hat entlang des Weges, wo bereits an die 40 Jahre alte Weiden stehen, so eine Hecke erst in diesem Frühjahr gepflanzt. Die 7000 Sträucher und Bäumchen dafür kommen von der Grünen Aktion Westerzgebirge (GAW), und Schüler der Oberschule Eibenstock haben die Forstleute beim Pflanzen unterstützt. Wie das in fünf, sechs Jahren aussehen kann, lässt sich am Waldrand oberhalb des ehemaligen Fußballplatzes in Carlsfeld erkennen. "Bereits vorhandene Strukturen wurden ergänzt oder erweitert", erklärt Michael Pfalz vom Staatsbetrieb Sachsenforst.


Am Waldrand kommt dem Grün noch eine andere Bedeutung zu. Die in Reih und Glied stehenden Fichten direkt am Rand sind besonders anfällig für starken Wind. Dass besonders diese zuerst brechen, haben die Stürme der vergangenen Jahre gezeigt, Am alten Fußballplatz in Carlsfeld stehen jetzt Sträucher, kleinere Laubbäume und dahinter der Fichtenwald. Der stufige Aufbau schützt vor Windbruch.

"Diese Pflanzungen gehen natürlich nur dort, wo wir auch Eigentümer der Flächen sind", sagt Revierförster Andreas Pommer. Er versteht die Bemühungen des Sachsenforsts auch als Anregung für andere Eigentümer von Flächen, Übergänge zwischen dichten Waldgebieten und offenen landwirtschaftlichen Arealen zu schaffen. "Es gibt zu wenig Übergänge. Aber Vögel, Insekten und Amphibien brauchen solche, um von A nach B zu kommen", erklärt der Revierförster. Gern sind die Forstleute auch bereit, Tipps zu geben, welche Pflanzen für Randstreifen geeignet und wo sie empfehlenswert sind.

Für nächstes Jahr plant Andreas Pommer eine weitere Pflanzung eines solches Streifens am Steinberg auf einer Länge von 600 bis 700 Metern. Naturschutzprojekte im Forstbezirk Eibenstock sind zudem Bachtalrenaturierung, Totholz- und Biotopholzerhaltung, Waldinnenrandgestaltung, Schaffen von Laichgewässern, Moor-Renaturierung, Gestaltung von Lesestein-Haufen für Reptilien und das Erhalten von Sukzessionsflächen für Raufußhühner. Der Feldhase hat übrigens an der Sonnenloipe in Carlsfeld ein wichtiges Rückzugsgebiet. Sein Glück: Die Landwirtschaft wird da mit weniger Aufwand betrieben, und Hasen werden daher zunehmend gesichtet.

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