Weißes Reh im Erzgebirge gesichtet

Einem Pilzsammler ist jetzt ein seltener Schnappschuss gelungen. Das scheue Tier stand auf dem Feld. In der Region ist das kein Einzelfall.

Schneeberg/Stollberg.

Erneut ist im Erzgebirge ein weißes Reh gesichtet und fotografiert worden. Karl Strunz gelang mit seinem Handy ein Schnappschuss dieses seltenen Tieres, denn Albino-Rehe sind eine ganz besondere Laune der Natur. Die weiße Farbe ist auf einen Pigmentfehler zurückzuführen. "Ich war an diesem Morgen auf dem Weg in die Pilze, als ich plötzlich in an der Jahnsdorfer Straße in Stollberg in der Nähe der Hauwaldschänke das weiße Reh gesehen habe", erinnert sich Strunz. "Es hat auf dem Feld gestanden und hat gefressen." Weil es so scheu war, ist er nicht näher rangegangen. Auch im Bereich der Ausflugsgaststätte "Morgensonne" in Jahnsdorf sei ein weißes Reh gesichtet worden. Eventuell könnte es sich um das gleiche Tier handeln.

Bereits vor einem Jahr wurde ein Albino-Reh in Schneeberg entdeckt. Einer Spaziergängerin war sogar ein Film mit ihrem Handy gelungen. "Wir haben uns langsam angepirscht, damit es nicht wegläuft", sagte sie. Deutlich ist auf dem Video das Reh durch seine weiße Farbe erkennbar.

Ist dieses Reh jetzt Richtung Stollberg abgewandert? "Nein", sagt ein Schneeberger, der bis heute das Tier regelmäßig sichtet. "Ich will nicht, den Ort verraten, da dies nur Spaziergänger anlockt, die das Tier stören könnten." Denn dadurch könnte das Leben dieses und anderer Rehe bedroht sein. "Wir leben in einer dicht besiedelten Region. Immer wieder sterben Rehe bei Wildunfällen." Ohnehin sind die seltenen Albino-Rehe gegenüber ihren Artgenossen benachteiligt. "Aufgrund der fehlenden Pigmente sehen sie schlechter", weiß der Schneeberger. Allerdings sei der Geruchsinn und das Gehör genauso gut wie bei den anderen normalen Rehen. Aus seiner Sicht sollten die scheuen Wildtiere so viel Ruhe wie möglich bekommen. Durch Pilzsammler würden sie regelmäßig im Herbst gestört. Doch wenn jetzt im Winter ihr Stoffwechsel auf Sparflamme runterschaltet, sei dies besonders wichtig.

Deshalb droht diesen besonderen Tieren vor allem Gefahr durch Menschen, die quer durch Wald und Flur laufen. Karl Strunz blieb bei seinem Foto auf der Straße in sicherer Entfernung, um das Tier nicht zu stören. Und er kennt noch eine weitere Besonderheit: "Die weißen Rehe werden von den Jägern nicht geschossen, da dies angeblich Unglück bringt." Daher sollten die Albino-Rehe im Erzgebirge eine gute Überlebenschance haben.

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