Autor lebt in Versen vom "Gust un seiner Minn" weiter

Jürgen Weller hat die erzgebirgische Mundart geliebt. Seine heiteren Alltags-Episoden brachte er in Broschüren heraus. Teil 3 ist jetzt erschienen - nach seinem Tod.

Neustädtel/Aue.

In der Adventszeit 2014 hat Jürgen Weller seinen großen Traum in gedruckter Form unters Volk gebracht: Damals veröffentlichte der Auer sein Mundart-Büchlein "Dr Gust un sei Laabn mit dr Minn". Es folgte Teil 2. Seit einigen Wochen trauern Familie und Freunde um Jürgen Weller. Nach einem schweren Krebsleiden starb er am 21. September. In den Herzen seiner Lieben lebt er weiter - und in den Versen, die er zu Papier brachte.

Seine Frau Martina, sein Korrekturleser Rudolf Sack aus Neustädtel und das Team der Druckerei Rockstroh aus Aue ließen jetzt einen großen Wunsch des studierten Theologen und gelernten Erziehers in Erfüllung gehen: Sie brachten Teil 3 vom "Gust un seiner Minn" heraus - mit brandneuen Geschichten, die in jeder Zeile Heiterkeit tragen. "Unseren 40. Hochzeitstag wollte er unbedingt erleben. Und er wünschte sich, dass das Büchlein noch erscheint", sagt Martina Weller. Dass es gelang, freut sie. Die Vorarbeit leistete ihr Mann. "Er setzte sich sogar mit ganz aktuellen Themen auseinander und beschrieb sie in Mundart", so Rudolf Sack. So heißt eine Geschichte "Dr Gust un is Iphon". Es geht um Neuerungen im Wandel der Zeit - und Bewährtes, das sich teils nur schwer ablegen lässt. Weitere Themen sind Zwischenfälle, Uneinigkeiten, eine Spritztour und Jägerlatein. "Und er hat wieder Verse über Firmen aus der Region gesammelt oder selbst geschrieben, die das Büchlein sehr authentisch machen", sagt Sack, der den Mundartdichter Werner Kempf (1925-1999) gut kannte und Jürgen Weller ein Stück weit mit diesem Neustädtler Original vergleicht. "Von den Ideen her ähneln sich beide. Wie Werner hat auch Jürgen wahnsinnig viele Verse zu Papier gebracht. Jede Begegnung oder Begebenheit nutzte er, um sie einzigartig in Worte zu fassen."


Bereichert wird Teil 3 erneut von Kempf-Bildern und Illustrationen von Gunar Bochmann. Auch dem Autor sind einige Zeilen gewidmet. "Seine Geschichten sind einfach klasse und treffen den Nerv der Leute", findet Kai-Uwe Katona von der Druckerei Rockstroh. Der Erlös aus dem Verkauf der Heftchen zum Preis von vier Euro geht wie bei den vorherigen Broschüren an die Hilfsorganisation "Adra Deutschland", die sich für Kinder stark macht. Erhältlich ist Teil 3 der Gust-Geschichten ab sofort unter anderem in Buchläden in Aue, Schneeberg, Neustädtel und Schwarzenberg.

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