Brüder beweisen es dem Vater - und der Branche

Auf 25-jähriges Bestehen blickt der familiengeführte Baumarkt Lorenz in Schwarzenberg zurück. Das Unternehmen hat heute fast 40 Mitarbeiter - und sieht sich auch für die Zukunft gut aufgestellt.

Schwarzenberg.

Ein Tag im Winter 1992/93. Siegbert, damals Mitte 30, und Chris-Patrick Lorenz, sieben Jahre jünger, führten ihren Vater Johannes durch leer geräumte Hallen und Gänge eines stillgelegten Emaillierwerks in der Schwarzenberger Neustadt. "Hier richten wir unseren Bau- und Heimwerkermarkt ein", erklärten die Brüder dem Vater. Der Tischlermeister aus Pöhla sah sich überall um - und fragte sinngemäß, ob sie verrückt geworden seien...

Wenige Monate später der große Moment: Der Markt öffnete seine Pforten. Das ist mittlerweile 25 Jahre her. Und seither wird die Familientradition in einer völlig neuen Dimension fortgesetzt. Die Brüder haben dem Vater bewiesen, dass ihr Konzept aufgeht. Und sie haben der Branche gezeigt, als familiengeführter Betrieb bestehen zu können - dank der Kunden, dank der Mitarbeiter, dank des Einkaufsverbands.

Siegbert Lorenz hatte 1987 die 1884 in Pöhla gegründete Tischlerei von seinem Vater übernommen. Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbrüche 1989/90 führten zu einer geänderten Firmenstrategie: Im April 1990 eröffnete Siegbert einen Fachmarkt für Holz, Innenausbau und Dekoration im ehemaligen Badehaus am Ottenstein in Schwarzenberg. Ein Jahr später stieg Chris-Patrick ins Unternehmen ein.

Da die marode Immobilie keine Zukunft bot, planten die Brüder einen Umzug. Langwierige Verhandlungen mit der Treuhand mündeten Mitte 1992 in den Kauf des heutigen Standorts. Dazu gehörte Mut - und Vertrauen in das eigene Konzept. "In jener Zeit war die Tendenz, eher auf der grünen Wiese zu bauen, als einen Altbau umzufunktionieren", erinnert sich Volkmar Leibiger, damals in der Stadtverwaltung tätig. "Wir waren froh, dass die Gebrüder Lorenz sich auch auf unseren Hinweis hin dazu entschlossen, eine Industriebrache zu revitalisieren, die mitten im Stadtgebiet liegt."

Das liest sich weit einfacher, als es wirklich war. "Allein der Abbruch und die Beräumung haben damals etwa 250.000 D-Mark gekostet. Auch ein riesiger Schornstein musste mit weg", erzählt Chris-Patrick Lorenz. Die im Hauptgebäude mit untergebrachte Rechenstation des Waschgerätewerks wurde nicht mehr benötigt, ihr Kühlturm ebenfalls nicht. Rund 5 Millionen D-Mark wurden laut Lorenz bis zur Einweihung des Marktes investiert, in den folgenden drei Jahren in etwa noch einmal die selbe Summe, um weitere Projekte zu verwirklichen. Denn Stillstand gab es nicht. Immer wieder erschlossen die beiden Geschäftsführer neue Gebäudeteile. So entstanden ein Sanitärmarkt und ein Gartencenter, später eine Abteilung mit Haustier-Zubehör. Weitere Investitionen folgten, so 2007 in einen Babysachenmarkt und in ein Spielwarenfachgeschäft. Nicht zu vergessen sind der neue Parkplatz sowie der neugestaltete Ein- und Ausgangsbereich von der Robert-Koch-Straße aus.

Heute arbeiten in den Abteilungen des "Baumarkts für die ganze Familie", wie die Geschäftsführer ihr Unternehmen gern nennen, insgesamt 39 Frauen und Männer. Lehrlingsausbildung und auch Praktika gehören seit Jahren zu den Selbstverständlichkeiten. Die Inhaber setzen auf breites Sortiment, viele Serviceleistungen, gute Qualität und Kundennähe. Der jährliche Umsatz liegt laut Lorenz zwischen acht und zehn Millionen Euro, die großen Kredite sind mittlerweile bedient. "Wir sind gut aufgestellt", heißt es.

Da kann man ein Jubiläum wie das "25-Jährige" zu Recht feiern. Für die Kunden - "das sind ja eigentlich unsere Arbeitgeber" - gibt's bis heute Aktionstage mit Überraschungen und Rabattmöglichkeiten. Auf langjährige Mitarbeiter wartet im Oktober ein Abenteuer. "Schon länger als 15 Jahre sind 23 Leute bei uns beschäftigt. Mit denen machen wir eine Segelschiff-Kreuzfahrt in Kroatien", sagt Chris-Patrick Lorenz. Solche Dankeschön-Aktionen, die auch dem Teamgeist dienen, gab es schon zum 10-jährigen und zum 20-jährigen Bestehen des Baumarktes.

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