Diese Dose sollte jeder im Kühlschrank haben

Sie ist klein, grün und bundesweit einheitlich: die Notfalldose. Wer sie hat und richtig befüllt, tut vor allem sich selbst den größten Gefallen.

Aue/Schwarzenberg.

Ihr Inhalt muss zwar nicht gekühlt werden, aber sie sollte im Kühlschrank stehen - die sogenannte Notfalldose. Der Grund für den ungewöhnlichen Aufbewahrungsort ist simpel: Einen Kühlschrank gibt es in jedem Haushalt. Das ist die Idee, die dahintersteckt. An diesem Ort, der für jeden Fremden in einer Wohnung einfach zu finden ist, liegen in der kleinen Plastedose die wichtigsten Informationen für den Fall der Fälle.

Denn egal, ob es einem selbst, dem Partner, dem Kind oder der Oma plötzlich so schlecht geht, dass der Notarzt kommen muss, oft weiß man nicht das Einfachste. Wo ist der Betroffene versichert? Welche Medikamente nimmt er, welche davon regelmäßig und in welcher Dosis? Welche Vorerkrankungen oder Unverträglichkeiten sind bekannt? Gibt es eine Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht? Kopflos schießen Angehörige oft in einem Notfall durch die Wohnung, wissen die Retter aus ihrem Erleben zu berichten. Dem kann ganz einfach Abhilfe geschaffen werden - eben durch die kleine Notfalldose.

Seit 2015 wird sie auch in Deutschland publik gemacht, ebenso in Österreich und der Schweiz. Im Erzgebirge ist sie noch relativ unbekannt. In der kleinen grün-weißen Plastedose steckt ein Zettel, der dem Notarzt oder den Rettungssanitätern auf einen Blick genau Auskunft gibt über die wichtigsten medizinischen Fragen. "Einmal ausgefüllt, bietet die Dose große Sicherheit für den Notfall", sagt Kerstin Klöppel, die für die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Erzgebirge seit vielen Jahren im Bereich der Seniorenbetreuung und -beratung im Altkreis Aue-Schwarzenberg tätig ist. Sie hat die Dosen derzeit stets dabei, wenn sie beispielsweise im Heidetreff Schwarzenberg zu Gast ist. "Wir vom Awo-Netzwerk sehen darin ein ideales Hilfsmittel", sagt die Gerontologin. "Das ist keineswegs nur etwas für ältere Menschen. Das sollte heute jeder, zumindest jeder, der allein lebt, im Kühlschrank haben", sagt sie. Man kann sie über Apotheken oder übers Internet beziehen.

In der Dose ebenfalls enthalten sind zwei kleine Aufkleber. Sie zeigen ein weißes I auf grünem Grund, sind viermal vier Zentimeter groß und sollten auf der Innenseite der Wohnungstür sowie von außen an die Kühlschranktür geklebt werden. Viele Rettungskräfte wissen um dieses einfache, aber geniale Hilfsmittel. So finden sie schnell und ohne fremde Hilfe die wichtigsten Informationen über die verunfallte, verletzte oder gar bewusstlose Person. "Die Notfalldosen, die wir im Zusammenhang mit unserem Hausnotruf rausgeben, sehen rot aus, erfüllen aber den gleichen Zweck", erklärt Pressesprecherin Daniela Blume von der Johanniter-Unfallhilfe Aue. Doch das sei unerheblich.

Gunnar Ullmann, der Chef vom Kreisfeuerwehrverband Erzgebirge, kannte die Notfalldose noch nicht, will sich nun aber umgehend schlaumachen. "Die meisten älteren Leute haben einen Zettel in der Geldbörse, auf dem die Medikamente und die Kontakte zu Verwandten draufstehen", sagt er auf Anfrage von "Freie Presse". Das mit der Dose sei aber keine schlechte Idee, findet Ullmann. www.notfalldose.de

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