Einkaufstour beginnt im Internet

Das Schneeberger Food-Assembly-Projekt ist vor knapp vier Wochen gestartet. Mittlerweile kaufen mehr als 100 Mitglieder regional ein.

Schneeberg.

In der Scheune, die zum Werkhaus Schneeberg gehört, ist es recht frisch. Ein Heizpilz sorgt am frühen Donnerstagabend zumindest für ein bisschen Wärme. Doch lange müssen es die FoodAssembly-Kunden eh nicht aushalten: Eine kleine Einkaufstour dauert etwa zehn Minuten. Dann haben sie von Honig über Frischfleisch, Käse und Gemüse bis zu Backwaren alles im Korb. Bargeld wird vor Ort nicht benötigt, weil die Bezahlung bereits im Internet abgewickelt wurde.

Das Prinzip ist einfach: Kunden können sich über die Food-Assembly-Homepage anmelden und ihre Waren bestellen. Allerdings müssen sie sich zuvor als Mitglieder registrieren. Mehr als 100 hat das Projekt momentan in Schneeberg. Darüber sind die beiden Initiatoren Katharina Barth und Marlen Roßner sehr erfreut: "Wir wollen aber nicht nachlassen, sondern weitere Mitglieder und auch Händler finden." Denn eines wissen die beiden Frauen bereits: Je mehr Mitglieder, desto größer das Händlerinteresse, im Projekt mitzuwirken. Derzeit fahren sie bestenfalls wöchentlich nach Schneeberg und liefern jeden Donnerstag von 17 bis 19 Uhr ihre Waren aus.


Birgit Nestler vom gleichnamigen Landwirtschaftsbetrieb aus Rittersgrün durchsucht ihre Warenkiste. Darin liegen nummerierte und gefüllte Plastiktüten. Auch Nestlers Kunden haben im Internet vorbestellt. Die Inhaberin eines Hofladens in Rittergrün hat Schinken, Wurst und Fleisch verpackt und in die Tüten gesteckt. Diese wurden mit der entsprechenden Kundennummer versehen. "Das Abholen klappt problemlos", sagt Nestler, die zu den insgesamt acht Händlern gehört, die momentan das Direktvermarktersystem Food Assembly unterstützen. Karin Kramer vom Luisenhof in Langenchursdorf hat ebenfalls bereits alles vorbereitet und verpackt dabei. "Unter anderem Rotkohl, Weißkohl, Kartoffeln, Möhren und Zwiebeln kann man bei uns bekommen", zählt sie auf. Der Luisenhof bewirtschaftet einen Hektar mit Gemüse und hat Foliengewächshäuser.

Zu den Food-Assembly-Händlern in Schneeberg gehört auch Imker Dieter Scharf aus Mülsen. "Bei mir gibt es alles rund um die Biene", erklärt er. Erfahrungen mit dem Direktvermarkter-Konzept Food Assembly hat er bereits in Chemnitz gemacht. In Schneeberg bietet er verschiedene Honigsorten an und lässt potenzielle Kunden kosten. Katja Höhne aus Neustädtel ist vom Ansatz überzeugt, ihre Familie schätzt längst die Backwaren. "Das ist ideal für mich. Ich habe schon lange den Wunsch, Produkte aus der Region zu kaufen", so Höhne. Doch regelmäßig verschiedene Hofläden anzusteuern, komme aus zeitlichen Gründen nicht infrage.

Thomas Beyer aus Schneeberg unterstützt aus Überzeugung die Initiative: "Hier geht es nicht um Billigware, sondern um Erzeugnisse, bei denen ich das Urprodukt auch noch herausschmecke." Besonders begeistert war er von den sächsischen Möhren: "Die haben so gut geschmeckt, dass ich diesmal zehn Kilogramm nehme." Bei den Nestlers aus Rittersgrün schwört er auf Schinken ohne Klebestoffe und probiert verschiedene Käsesorten.

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