Ereignisreiche Sportgeschichte wird Inhalt von zwei Broschüren

2018 gibt's in Raschau zwei Jubiläen: Vor 150 Jahren wurden der erste Sportverein und der Pappenwerk-Vorgänger gegründet. Die AG Ortschronik steckt schon in der Vorbereitung - und hofft auf Mithilfe.

Raschau.

Was haben ein Sportverein und ein Unternehmen gemeinsam? In Raschau zum Beispiel das Gründungsjahr. "2018 blicken wir auf 150 Jahre organisierten Sport in unserem Ort zurück", erklärt Jochen Teumer, der die Arbeitsgruppe Ortschronik Raschau leitet. "Bei unseren Recherchen bekamen wir von Christian Bleyl aus Rittersgrün einen Hinweis: Die Holzschleiferei Freitag als Ursprung der Pappen- und Kartonagenwerke, die heute zu Schumacher Packaging gehören, wurde ebenfalls 1868 gegründet." Weitere Gemeinsamkeit: Ende 1962 übernahmen die damals volkseigenen Pappen- und Kartonagenwerke die - in DDR-Zeit übliche - Trägerschaft für die Sportgemeinschaft. Deren Name BSG Rotation kam nicht von ungefähr.

Was die zwei Jubiläen im nächsten Jahr angeht, konzentriert sich die AG Ortschronik auf den Sport. "Mit der Firmengeschichte kennen sich andere viel besser aus", so Teumer. "Wir stecken zum Thema Sport schon mitten in der Vorbereitung, sichten Material, das der langjährige Ortschronist Siegfried Hübschmann zusammengetragen hat, und betreiben neue oder ergänzende Recherchen." Wenn 2018 der heutige SV Mittweidatal sein Sommerfest ausrichtet, könnte das Raschauer Sportjubiläum eine tragende Rolle spielen. "Ideen gibt's einige: ein bebilderter Vortrag, eine Ausstellung in der Turnhalle, das Darstellen aller in Raschau einst und heute betriebenen Sportarten", erläutert Teumer, dessen Interesse für Sportgeschichte 2011 in die Chronik der bis dahin 90-jährigen Entwicklung des Fußballsports in Raschau mündete. Daran anknüpfend, sollen 2018 als Ergebnis der AG-Arbeit zwei Broschüren erscheinen: eine allgemein zu 150 Jahren Sport im Ort, eine speziell zum Bob- und Schlittensport in Raschau. Was da schon der Blick in alte Ergebnislisten für Überraschungen bereithält, an Namen und Erfolgen, birgt Stoff für Geschichten.

Als sich am 8. Juni 1868 in Neidhardts Gaststätte am Fuße der Mühlstraße junge Turner trafen, um den DT 68 Raschau zu gründen, ahnten sie nicht, welche Entwicklung folgen würde. Fuß-, Hand- und Volleyball, Kegeln, Schach und Radsport, Rennschlitten-, Bob- und Skisport, Wandern, Touristik und Bergsteigen sollen als Stichworte genügen. Viele Erinnerungen und Anekdoten sind bewahrt und bekannt. So hat ein Raschauer Ex-Handballer als Fußballer mal in einer Partie sieben Elfmeter verursacht, weil er den Ball mit der Hand spielte. "Einiges schlummert sicher noch im Verborgenen", sagt der AG-Leiter. "Um das Bild abzurunden, sind wir an Erlebnisberichten interessiert - und leihweise an Fotos, Urkunden, Pokalen, Wimpeln und historischer Sportausrüstung."

Kontakt zu der Arbeitsgruppe Ortschronik Raschau: per E-Mail an chronik@jteumer.de oder per Handy unter 0152 31857253.

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