Hoffen auf den Winterdienst

"Wir sind eingeschneit" - so beginnt ein Anwohner der Sauschwemme bei Johanngeorgenstadt einen offenen Brief. Kann das Problem gelöst werden?

Johanngeorgenstadt.

Die Leute, die an der Sauschwemme bei Johanngeorgenstadt wohnen, sind seit mehreren Tagen über die Zufahrt auf einem Forstweg nicht erreichbar gewesen. Nachdem dort tagelang kein Winterdienstfahrzeug gesichtet wurde, waren nun am Dienstag ein Schneepflug und ein Harvester im Einsatz.

Anwohner Lars Tilp hatte am fünften "eingeschneiten Tag" nach ergebnislosen Telefonaten mit dem städtischen Bauamt und dem Forstbezirk Eibenstock einen als Hilferuf gedachten offenen Brief ins Internet gestellt. "Jetzt wird der Weg zwar passierbar gemacht, aber die nächsten Schneefälle sind angekündigt", sagt Tilp. Mit dem Blick auf die nächsten Extremsituationen hält er eine Regelung für sinnvoll, "die all jene Straßen und Wege einbezieht, die von der Stadt nicht öffentlich gewidmet sind, wo sie also keine generelle Räumpflicht hat." Zu diesen Wegen gehört die Sauschwemme.

Die Anwohner helfen sich zwar mit kleinen Fräsen und Traktoren, doch die Schneemassen setzen ihnen Grenzen. "Darum wäre es gut, wenn die Zufahrt in solchen Fällen zweimal pro Woche auf Kosten der Stadt geräumt wird, automatisch, ohne dass wir fünfmal betteln müssen", so Tilp. In den zurückliegenden Jahren sei nur wenig Winterdienst erforderlich gewesen, da müsste ja Geld gespart worden sein. "Wir sind an einer vernünftigen Lösung interessiert, würden das mit Stadt und Forst gern in Ruhe besprechen."

Dass die Bergstadt wegen ihres riesigen Territoriums im Fall der Fälle mit einem flächendeckenden Winterdienst bis hinein in alle Außenbereiche überfordert ist, daraus macht auch Bürgermeister Holger Hascheck (SPD) keinen Hehl. "Es gibt ja mehrere solche Straßen und Wege wie die Sauschwemme. Das Anliegen der Anwohner ist menschlich verständlich, rechtlich jedoch nicht haltbar. Es bleibt bei unserer Zusage, dass wir in extremen Situationen helfen. Aber auch das wird nicht immer sofort möglich sein."

Lars Tilp hofft auf eine einvernehmliche Lösung. Er wünscht der Stadt und ihren Verantwortlichen zugleich aber auch den Mut, sich einzugestehen, das angesichts dieser umfangreichen Problematik Hilfe von höherer Stelle dringend benötigt wird: "Sei es Technik oder auch Personal. Geld allein reicht nicht."

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