Junge Pflugpioniere im Erzgebirge gesucht

Beim Leistungspflügen geben Landwirte einen Einblick in ihren Berufsalltag. Doch zuvor darf in Zwönitz geübt werden. Auch um Unentschlossene für den Wettbewerb zu ermutigen. Der Regionalbauernverband hofft auf weitere Anmeldungen bis Ende September.

Zwönitz/Schellenberg.

Die besten Traktoristen der Region werden gesucht, denn die sechste Erzgebirgsmeisterschaft im Leistungspflügen steht Ende September im mittelsächsischen Schellenberg, einem Ortsteil von Leubsdorf, an. Der Regionalbauernverband Erzgebirge, zu dessen Verbandsgebiet neben dem Erzgebirgskreis auch Flächen im Landkreis Mittelsachsen zählen, ist zuständig für diesen Ausscheid. In verschiedenen Kategorien treten Traktoristen beim Leistungspflügen gegeneinander an.

Allerdings: "Es liegen aktuell noch nicht sehr viele Anmeldungen vor", sagt Mirko Mauersberger, Mitarbeiter des Regionalbauernverbandes. Dies ist einer der Gründe, dass am 19. September bei der Agrargenossenschaft Dorfchemnitz in Zwönitz ein Praxistag zum Üben für potenzielle Teilnehmer angeboten wird. "Wir wollen mit diesem Tag die Angst vor der praktischen Durchführung nehmen. Jeder, der möchte, kann an dem Tag mit dem Traktor Furchen ziehen", sagt Mauersberger.

Mit dieser Aktion möchte man Teilnehmer für die Meisterschaft im Leistungspflügen gewinnen. Eine Klasse des zweiten Lehrjahres zum Beruf Landwirt aus der Berufsschule in Freiberg ist bereits angemeldet. "Es gibt je nach Bauart die Kategorien Beet- und Drehpflug im Leistungspflügen", sagt Mauersberger. "In der Regel arbeiten die Teilnehmer bei Wettkämpfen mit zwei Scharpflügen. Wir lassen aber auch Pflüge mit mehr Schare zu, die eher im Berufsalltag verwendet werden", sagt der 38-Jährige.

Die Teilnehmer müssen in Schellenberg abgesteckte Parzellen, die zuvor per Losentscheid vergeben werden, pflügen. "Auch hier richtet sich das Stück der zu bearbeitenden Fläche wieder nach der Größe und Bauart des Pfluges. Pro Schar müssen 10 Meter Breite auf einer Länge von 75 Metern bearbeitet werden", sagt der Organisator.

Obwohl neue Traktoren heute teilweise hochmodern mit Bordcomputer ausgestattet sind, liegt es im Wettkampf noch immer in der Hand des Traktoristen, wie er die Pflugparzellen anlegt. "Lenksysteme über GPS oder RTK dürfen im Ausscheid nicht verwendet werden. Die Geradheit der Furche und eine gleichbleibende Tiefe sind neben dem Unterbringen der Getreidestoppeln oder Ernterückstände wichtige Bewertungskriterien der Jury", sagt Mauersberger. "Beim Leistungspflügen geben die Landwirte einen Einblick in ihren Berufsalltag".

Da bei der Bundesmeisterschaft im Leistungspflügen die Teilnehmer nicht älter als 35 Jahre alt sein dürfen, gibt es bei der Austragung in Schellenberg noch eine weitere Kategorie, die "offene Klasse". "Dort können Starter über 35 Jahre antreten. Außerdem beteiligen sich hier auch bereits gemeldete Teilnehmer aus Tschechien", sagt Mauersberger. Über die Zusage von drei Pferde-Gespannpflügern zu den Erzgebirgsmeisterschaften in Schellenberg zeigt sich Mirko Mauersberger sehr erfreut. "Sie zeigen, wie vor rund 80 Jahren der Boden noch bearbeitet werden musste", sagt er. Nun hofft er noch auf zahlreiche Anmeldungen bei den unter 35-jährigen Dreh- und Beetpflügern.

Einen Praxistag zum Üben gibt es am 19.September bei der Agrargenossenschaft Dorfchemnitz in Zwönitz. Die 6. Erzgebirgsmeisterschaft im Leistungspflügen findet zum Traktor- und Oldtimertreffen bei der Firma Nürnberger in Schellenberg am 29. September statt. Infos zur Anmeldung für den Praxistag sowie für die Ausschreibung zur 6. Erzgebirgsmeisterschaft erhält man auf der Homepage sowie unter Ruf: 03735 22231.

www.rbv-erzgebirge.de

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