Kufenflitzer besticht zum Schwibbogenfest

Alle Jahre wieder am 3. Advent werden in Johanngeorgenstadt die Figuren aus dem Wahrzeichen lebendig. Die Gäste aus dem Saarland begeistert das seit 20 Jahren.

Johanngeorgenstadt.

Beim Schwibbogenfest in Johanngeorgenstadt hat in diesem Jahr selbst das Wetter gepasst. Die Schneefälle der vergangenen Tage sorgten nicht nur für die passende Kulisse, sondern vor allem dafür, dass das Schwibbogenfest nun ein weiteres Alleinstellungsmerkmal besitzt: "Ich glaube wir sind im ganzen Erzgebirge die einzigen, die zum Weihnachtsmarkt Fahrten mit dem Motorschlitten anbieten", sagt Markus Gündel vom Wintersportverein (WSV) 08 Johanngeorgenstadt. Er bot diesen winterlichen Fahrspaß an, und stieß damit vor allem beim Nachwuchs auf große Resonanz.

Hanna Posselt aus Olbersdorf bei Zittau gehörte zu jenen, die sich das einmal gönnten. Zwei Euro war ihr die Fahrt wert. "Das war cool", sagte die Elfjährige als sie vom Schlitten stieg. "Das ist schon ein Erlebnis, durch die tief verschneite Landschaft zu fahren", sagt Markus Gündel, der sich seit einigen Jahren auch darum kümmert, dass die Loipen in und um Johanngeorgenstadt gut gespurt sind. Hannas Mutter, Gabi Posselt, freute sich hingegen schon auf die zweite Station ihrer Weihnachtstour: "Wir sind mit einem Reisebus hier in Johanngeorgenstadt. Dann geht es noch nach Schwarzenberg." Das Schwibbogenfest bezeichnet sie als "knuffelig": "Den Kommerz haben wir erst einmal weggelassen", sagt sie. Damit meinte sie einen Bereich des Schwibbogenfestes, auf dem die Händler Waren anboten.

Im kleinen, romantischen Bereich des Schwibbogenfestes am Pavillon sind die Buden im Halbrund angeordnet, die noch dazu an alte Gebäude der Bergstadt erinnern. In diesen sorgen vorrangig Vereine der Stadt für diverse Angebote. Die Mitglieder des WSV Johanngeorgenstadt beispielsweise kümmerten sich um Bratwurst und Steaks. Katharina Breuer geht gern auf den Weihnachtsmarkt ihrer Stadt: "Es ist immer spitze - die Atmosphäre, das Wetter. Diesmal passt wirklich alles. Außerdem hat heute mein Sohn den Text des Schnitzers aufgesagt."

Denn was unverwechselbar zum Schwibbogenfest dazugehört: Hier werden alljährlich die Figuren aus dem Motiv des Schwibbogens lebendig. Kinder schlüpfen dann in diese Rollen.

Unter den Gästen des Festes in der Bergstadt waren auch 52 Trachtenträger aus dem Saarland. "Wir sind sehr oft hier in Johanngeorgenstadt", sagt Klaus Hiery, der Präsident des Landesverbandes Berg-, Hütten- und Knappenvereine des Bundeslandes. Zwanzigmal habe er schon das Schwibbogenfest miterlebt. "So etwas haben wir ja gar nicht. Bei uns gibt es Weihnachtsmärkte und Christkindlmärkte, aber ein Fest, das einen Schwibbogen feiert gibt es nicht. Das ist schon etwas Besonderes", so Hiery, der außerdem Chef des Berg- und Hüttenvereins Saarlouis Fraulautern ist.

Dieter Kröner ist immer ganz begeistert von der Schwibbogengeschichte, dargestellt von den lebendigen Figuren: "Das ist immer wieder anders, aber immer wieder schön", sagt Kröner. Stolz ist der Saarländer, dass mittlerweile zwölf große Schwibbogen die Reise vom Erzgebirge ins Saarland angetreten haben. "Sie stammen alle von Kunstguss Döhler in Blauenthal", so Hiery, der ebenfalls mit seinen Mitstreitern nach dem Besuch in Johanngeorgenstadt noch nach Schwarzenberg gefahren ist, wo die Saarländer in ihrem festlichen Habit am Abend zu den Teilnehmern der großen Bergparade gehörten.

Geöffnet war wie in jedem Jahr auch wieder die Heimatstube in Johanngeorgenstadt. In ihr war es gemütlich warm und es herrschte stets dichtes Gedränge. Zu sehen gab es nicht nur die Ausstellung, sondern Gäste konnten auch Schnitzern und Klöpplerinnen über die Schulter schauen. Oswald Breuer war einer der fleißigen Kunsthandwerker: "Mittlerweile bin ich das gewöhnt. Die Leute sind immer sehr interessiert und wollen einiges wissen", sagt Breuer, der auch die Kinderschnitzgruppe leitet, zu der im Moment stolze 14 Mitglieder - darunter fünf Mädchen - gehören.

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