Lilly Vicedom tritt zu Oberbürgermeister-Wahl an

Die 57-Jährige geht als unabhängige Kandidatin ins Rennen und bekommt Rückendeckung durch einen neuen Verein. Dieser Schritt offenbart Streit innerhalb der CDU.

Schwarzenberg.

Nun ist es amtlich: Lilly Vicedom, die seit 2014 für die CDU im Stadtrat Schwarzenberg sitzt und seit drei Jahren auch als Stellvertreterin der Oberbürgermeisterin fungiert, tritt im Juni als unabhängige Kandidatin zur Wahl um das höchste Amt in der Stadt Schwarzenberg an. Das hat die 57-Jährige jetzt offiziell in einem Pressegespräch bekannt gegeben.

Die gebürtige Fränkin ist Finanzwirtin und Steueramtsinspektorin, zudem führt sie die Geschäfte eines Herrenausstatters in Aue. 1996 ist sie ihrem Mann, Ernst Förster, ins Erzgebirge gefolgt. "Seither ist Schwarzenberg meine Heimat, und ich liebe diese Stadt. Ich sehe großes Potenzial in ihr und den Menschen, die hier leben. Doch ich denke auch, dass es neue Ideen und eine andere Herangehensweise braucht, um die Stadt im Interesse ihrer Bürger noch weiter voranzubringen. Gemeinsam, mutig und klar", sagt sie.

Auf die Frage, weshalb sie nicht für ihre Partei ins Rennen geht, erklärt sie: "Seit der neue Vorsitzende des CDU-Stadtverbands sein Amt inne hat, war klar, dass er kandidieren will und wird. Ich sah für mich keine faire Chance mehr zur Gestaltung innerhalb der CDU. Insbesondere die Vorstandschaft unterband jede andere Meinung. Und so hab' ich mich zurückgezogen." Dennoch hat sie nicht vor, ihr Parteibuch abzugeben. "Im Kreis und im Land bin ich ja weiterhin in der Frauenunion aktiv, und ich werde das auch weiterhin tun." Natürlich sei sie sich bei ihrer Kandidatur aber der möglichen Konsequenzen bewusst, die es seitens des CDU-Kreisverbands Erzgebirge geben könnte.

In die Wahl ums Amt der Oberbürgermeisterin geht Lilly Vicedom dennoch nicht ohne Rückendeckung. Die erhält sie von einem neu gegründeten Verein mit dem Namen "Kompass", in dem sie Unterstützer aus Politik, Wirtschaft, Kultur und der Vereinswelt Schwarzenbergs hinter sich vereinen konnte. "Ein Kompass gibt die Richtung vor, er zeigt ein Ziel an. Genau das braucht unsere Stadt. Neue Ideen für die weitere Gestaltung, einen Visionär und Netzwerker, der den Menschen zuhört und die Macher miteinander verbinden kann." Dass es als Einzelkandidatin für sie nicht leicht wird, sei ihr sehr wohl bewusst. Schließlich benötigt sie für die Kandidatur 80 Unterstützungsunterschriften. Die müssen ab März im Rathaus geleistet werden.


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