Manchen geht Schönheit vor Sportlichkeit

Mehr als 1600 Aktive und zahlreiche Zuschauer haben am Mittwoch den Firmenlauf Erzgebirge wieder zum Volksfest gemacht. Da sorgt eine Reanimation kurz vor dem Ziel schon mal für Erheiterung.

Aue.

Ein verrücktes Bild hat sich am Mittwochabend am und auf dem Auer Anton-Günther-Platz geboten: Da tummelte sich das mit gut 1600 Aktiven rekordverdächtige Starterfeld des 14. Firmenlaufs Erzgebirge, und auch die Ausrüstung der Teilnehmer erregte Aufsehen.

Denn die meisten Firmen und Einrichtungen setzen für ihre sportliche Belegschaft auf spezielle Trikots, einheitliche Shirts, Anzüge oder Kostüme. So wussten die zahlreichen Fans, die die Straßen der Innenstadt säumten, genau, worauf sie achten mussten. Apropos Zuschauer: Auch deren Anzahl ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Ein echter Hingucker auf der Strecke waren zum Beispiel die Starter der Stadtwerke Annaberg in lustigen grünen Kostümen. Oder das Quintett des Helios-Klinikums Aue, das die fünf Kilometer in OP-Kitteln und mit Krankentrage samt Infusion und Skelettpatient zurücklegte. "Die Idee hatten wir alle zusammen", sagt Physician Assistant Philipp Kaffer. Mit Michaela Antosova und Christian Frenzel gehörten außerdem zwei Chirurgen zum Team genau so wie Krankenschwester Sabrina Wiegand und Thomas Bochmann vom Patientenbegleitdienst. "Es hat viel Spaß gemacht", waren sich alle einig. "Wir haben diesmal mehr auf Schönheit und Kreativität Wert gelegt als auf Sportlichkeit", erklärte Kaffer. Die kleine Inszenierung einer Wiederbelebung kurz vorm Zieleinlauf kam beim Publikum jedenfalls super an. Außerdem gab es den Preis fürs beste Kostüm.


Während sich die Läufer in den vorderen und mittleren Startreihen ihren Platz auf der Straße erkämpfen mussten, hatten die ganz hinten freie Bahn. Genau das nutzte Robin Pollmer. "Unser Team hatte sich ausgemacht, dass jeder an einer anderen Stelle im Feld startet", sagte der Chef des Sportstudios Lila-Fitness in Schneeberg. Da die Zeitnahme erst erfolgte, nachdem der Läufer die Startlinie überquert hatte, ging Pollmers Strategie der freien Bahn auf, und er wurde zweitschnellster Chef. Schneller war Rico Kluge von der Porsche Werkzeugbau GmbH Schwarzenberg. Stefan Weickert von der Auerhammer Metallwerk GmbH kam auf Platz 3.

Bei den gemischten Teams siegte das Landratsamt Team ERZ 1 (Lukas Fröhner, Marcus Günther, Lydia Schneider, André Albrecht) vor der Hans-Jürgen Müller GmbH & Co KG 1 (Thomas und Nathalie König, Ronald Klötzer, Marc Frost) und der Diakonie Erzgebirge (Heiko Weißbach, Annabel und Isabel Uhlig, Annette Bucher). Bei den Männerteams war die erste Vertretung der Bräuer Systemtechnik - Kapporun (Marco Häßler, Nils Burkhardt, Christian Hofmann, Moritz Petasch) am schnellsten. Auf Platz 2 folgten die Kliniken Erlabrunn (Tim Herold, Maik Bamberg, Florian Ballmann, Ronny Süß) vor Aweba Aue 1 (Daniel Bauer, Oliver Lorenz, André Viertel, André Roth). Bei den Frauenteams feierte das EKA Erzgebirgsklinikum Annaberg einen Doppelsieg: Team 11 (Katrin und Paula Mannsfeld, Sophia Lötzsch, Annett Röthig) siegte vor Team 12 (Susann Schubert, Katrin Graube, Stefanie Bauer, Celine Ehmke). Rang 3 holte sich die GS Auerhammer/Kinderland Auerhammer 1 (Nele und Heike Schmidt, Isabel Müller, Katrin Andrä).

Als Moderatoren sorgten der Hallensprecher des EHV Aue, Heiko Schulz, der ehemalige Weltklassegewichtheber und heutige Sportkommentator, Marc Huster, sowie erstmals auch der frühere Radiomoderator Thomas Böttcher für gute Stimmung. "Im Herbst hat Organisationschef Carsten Schmidt mich gefragt, ob ich das machen könnte", sagte Böttcher. "Lange überlegen musste ich nicht, denn ich bin gern im Erzgebirge, mag die Menschen hier." Böttchers kecke Sprüche kamen gut an. So gratulierte er der Aweba, die mit knapp 90 Aktiven teilnehmerstärkste Firma war, mit: "Klasse. Ihr seid fast 90 Mann, da könnt ihr euch mit der Flasche Sekt einen richtig Fetten machen."

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