Modellbauer zeigen ihre fliegenden Schätze

Die Mehrzweckhalle Bernsbach hat sich am Wochenende in einen Hangar verwandelt. Dabei hätten die Unterschiede zwischen den Exponaten kaum größer sein können.

Lauter-Bernsbach.

Schmucke Segelflieger, beeindruckende Jets, historische Flugzeuge und interessante Helikopter stehen dicht an dicht. Die Mehrzweckhalle Bernsbach hat sich am Wochenende erneut in einen Hangar verwandelt. Die Mitglieder des Vereins Modellbau Spiegelwald stellten schon zum 13. Mal einer breiten Öffentlichkeit ihre Schätze vor.

Dabei fielen zwei Modelle ganz besonders auf. Das eine war ein Modell des Luftfahrtpioniers Louis Charles Joseph Blériot, das andere ein Jet Hwak MK 66. Während letztgenanntes Modell erst in den vergangenen Monaten in der Werkstatt von Marcus Wolf und dessen Sohn Elias entstanden ist, hat die Blériot schon ein paar mehr Jahre auf dem Buckel. Sie stammt aus der Werkstatt von Henry Hager aus Beierfeld. Der 85-Jährige ist Ehrenmitglied im Verein und hat die Maschine selbst konstruiert und gebaut. Natürlich kann sie auch fliegen. "Sie ist sehr aufwendig zu bauen, sehr selten zu sehen und wirklich etwas ganz Besonderes", sagt Marcus Wolf, der 2. Vorsitzende des Vereins. Mit seinem Jet Hwak MK 66 hat sich Wolf einen echten Traum erfüllt. Das beeindruckende Modell entstand im Maßstab 1:3,5 und bringt es mit Kerosin betankt auf ein Startgewicht von 24,8 Kilogramm. Damit kann Wolf dieses Modell auch auf dem Modellflugplatz auf dem Spiegelwald abheben lassen. Denn dieser ist bis 25 Kilogramm Startgewicht zugelassen. Bei dem Jet mit einer Länger von 2,5 Metern handelt es sich um einen Bausatz. "Es ist ein Scale-Modell", betont Wolf und erklärt auch, was damit gemeint ist: "Jeder Aufkleber, der da dran ist, ist auch auf dem Original vorhanden." Je Originaler, desto origineller ist bei solchen Modellen der Ansatz. Aufgrund der Größe kann das Flugzeug nicht einmal mit einem normalen Auto transportiert werden. Marcus Wolf und sein Sohn Elias haben sich daher sogar ein Transportgestell aus Sperrholz gebaut. "Das Flugzeug selbst lässt sich in der Mitte auseinandernehmen", sagt Wolf. Allerdings ist die Stelle, an der es "zusammengesetzt" ist, kaum zu erkennen. So filigran wurde gearbeitet.

Egal um welches Modell es sich in der Mehrzweckhalle handelt, in Sachen Technik hat sich in den vergangenen Monaten einiges getan. Die Digitalisierung hat längst auch im Modellbau Einzug gehalten und diese bringe mehr Sicherheit. "Abstürze entstehen durch technische Defekte", sagt Wolf. Früher sei dies häufiger als heutzutage der Fall gewesen. "Die Übertragungsqualität war einfach schlechter", so der 2. Vereinsvorsitzende. Seit das 2,4 Gigahertz-System Einzug gehalten hat, kommen Signale viel deutlicher an. "Heutzutage haben fast alle ihre Technik umgestellt." Auch die Blériot von Henry Hager sei technisch auf dem neusten Stand.


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