Mondfinsternis bewirkt Besucher-Ansturm

Einen blutroten Erdtrabanten gab es nicht zu sehen. Wer in der Sternwarte Schneeberg ausharrte, bekam trotzdem viel erklärt und erlebte zu später Stunde noch den Austritt aus dem Kernschatten der Erde.

Schneeberg.

Es war die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts und gehörte damit zu den großen astronomischen Ereignissen. Ganze 103 Minuten dauerte das Spektakel am Freitag-Abend. Der Haken daran: die rund 250 Besucher, die sich auf den Weg in die Sternwarte nach Schneeberg gemacht hatten, bekamen nicht viel zu sehen vom Mond. Ein tiefrot eingefärbter Vollmond am Horizont über Schneeberg, wie man sich das vorgestellt hatte, ist ausgeblieben.

"Die ganze Zeit hatten wir klare Sicht und der Mond war gut zu sehen, aber ausgerechnet am Tag der Mondfinsternis ist alles dicht", ärgerte sich Mike Behnke vom Team der Sternwarte. Sein Kollege Klaus-Dieter Kalauch fügt hinzu: "Es ist schade, dass der Mond ausgerechnet in der Phase der Totalität ein Rendezvous mit einer Wolke hatte. Aber das ist so, Astronomie hat immer auch etwas mit Geduld zu tun und man braucht das notwendige Quäntchen Glück dazu." Die Besucher, die am Freitag etwas länger ausgeharrt hatten, wurden dennoch belohnt. Zwar war die Phase der Totalität vorbei, als sich der Mond gegen 23.15 Uhr am Himmel gezeigt hat, aber man konnte die letzte Phase des Austritts aus dem Kernschatten der Erde noch beobachten. "Was man gut sehen konnte, ist, dass der Erdschatten rund ist. Schon die alten Griechen haben beim Beobachten des Erdschattens geschlussfolgert, dass die Erde ein runder Himmelskörper ist", so Kalauch.

Nick Georgi aus Schneeberg hat den Moment genutzt und fotografiert. Der 17-Jährige sagt: "Sicher hätten wir uns alle bessere Bedingungen gewünscht, aber einige Bilder sind zum Schluss noch geworden." Fotos hat auch Markus Haaß aus Affalter geschossen - er hat versucht, über das Teleskop mit dem Handy die Himmelskörper festzuhalten: "Es ist spannend. Schade nur, das sich der Mond nicht so gezeigt hat." Die Psychologie-Studentin Lydia Neef aus Affalter nimmt einiges für sich persönlich mit. Die 29-Jährige sagt: "Man sollte viel öfter in den Himmel schauen, finde ich. Das hat irgendwie etwas beruhigendes und man fühlt sich mit der Natur verbunden."

Das astronomische Interesse hat auch den Schneeberger Jost Werner in die Sternwarte gezogen: "Es ist wirklich schade, dass man nichts sehen konnte vom rot gefärbten Mond, aber man kann es nicht ändern. Umsonst war der Besuch in der Sternwarte dennoch nicht. Es ist viel erklärt worden und das finde ich interessant." Unter anderem Jupiter und Mars hat man über die Fernrohtechnik beobachten können. Ein kleiner Trost bleibt: die nächste Mondfinsternis wird 21. Januar 2019 zu beobachten sein in der Region.

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