Nachwuchs musiziert im Scheinwerferlicht

Die dritte Auflage von Art on Stage hat gezeigt: Das Konzept funktioniert. Hier wachsen junge Musiker binnen vier Tagen über sich hinaus - mit Hilfe von Profis.

Schwarzenberg.

Vier intensive Tage und ein von den Gästen hoch gelobtes Abschlusskonzert liegen hinter diesen 17 jungen Musikern. Sie alle hatten sich um eines der mittlerweile begehrten Stipendien des Vereins der Kunstfreunde Schwarzenberg beworben - und es erhalten.

Das Stipendium wird nicht in barer Münze ausgezahlt, sondern entfaltet seinen Wert im Workshop. "Es sind rund 1000 Euro, die wir als Verein pro Schüler kalkulieren. Davon zahlen die Eltern einen Eigenanteil von 60 Euro. Darin enthalten ist aber auch die Verpflegung und eine Pauschale für die After-Work-Party nach dem Abschlusskonzert", sagt Lilly Vicedom, Vorsitzende des Vereins der Kunstfreunde. Der Verein finanziert hauptsächlich das Fortbildungsangebot, die Stadt stellte die Stadtschule als Probenbühne für den Workshop zur Verfügung. Bei diesem werden Musikschüler von den beiden Profimusikern und Pädagogen Susanne Maaß und Jan Altmann aus Berlin musikalisch an die Hand genommen.

"Die geben uns richtig gute Tipps", sagt beispielsweise Jasmin Lein aus Antonshöhe. Die 17-Jährige spielt Querflöte, wie Susanne Maaß. "Sie hat mir verraten, wie sie das macht, dass ihr die Flöte nicht wegrutscht, wenn man schwitzt", sagt sie und strahlt. Ihr elfjähriger Bruder Elias spielt Violine, und während er bei den Proben am Freitag noch zurückhalten schien, stand am Sonntagabend plötzlich ein selbstbewusster junger Mann auf der Bühne. "Es ist einfach eine coole Erfahrung", meint auch Julian Schwengfelder, der erstmals dabei war und als Schlagzeuger fast alle Stücke begleitet hat. Die speziellen Arrangements für die Teilnehmer schreibt Jan Altmann. Anhand der eingesandten Bewerbungsvideos legt er die Titel fest. Diese mit den Jugendlichen einzustudieren, sie damit qualitativ zu fordern ohne zu überfordern, das ist die große Kunst, die er versteht. Denn zum Abschlusskonzert präsentiert jeder Workshop-Teilnehmer sein Stück, und bei jedem ist eine Steigerung hör- und erkennbar. Denn auch Bühnenverhalten wird geprobt, erklärt und getestet. Ob Sänger wie Thora Müller aus Breitenbrunn oder Ole Hänsel aus Pockau-Lengefeld, die sogar mit Choreografien aufwarten, oder junge Pianisten wie Maximilian Ullmann aus Bernsbach, Nicolette Lein aus Schwarzenberg oder Christina Wolny aus Lößnitz - sie alle haben am Ende gemeinsam musiziert. Das Schöne des Abschlusskonzertes ist: In dem Moment stehen die Profis, zu denen neben Altmann und Maaß auch Johanna Mittag von der Sächsischen Staatskapelle Dresden und Winfried Wurlitzer vom Collegium musicum Schwarzenberg gehören, im Hintergrund und agieren als Unterstützung für den Nachwuchs, auf den die Scheinwerfer gerichtet sind.

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