Neuling möchte Jugendkultur gestalten

Die methodistische Kirchgemeinde Schwarzenberg und Breitenbrunn hat einen neuen Pastor. Für Kersten Benzing ist es ebenfalls eine Premiere.

Schwarzenberg.

Kersten Benzing trägt eine dunkelblaue Jeans, ein schwarzes T-Shirt und eine Übergangsjacke. "An die Temperaturen hier muss ich mich noch gewöhnen", schmunzelt der 30-Jährige. "Ich komme gerade aus dem Urlaub im Süden." Seine dunklen, langen Haare hat er straff nach hinten gebunden. "Ich hatte schon alles: Glatze, Irokesenschnitt, lange und kurze Haare." Oftmals sei die Frisur Ausdruck für eine Lebenseinstellung gewesen. Das habe sich geändert. "Heute bin ich eitel", lacht er. "Simples Understatement - das ist meins."

Der neue Pastor der methodistischen Kirche Schwarzenberg-Breitenbrunn tritt in große Fußstapfen, denn sein Vorgänger Harald Hunger, der jetzt in den Ruhestand gegangen ist, war lange in der Region und bei seinen Gemeindegliedern sehr beliebt. "Mir ist bewusst, dass es da eine ganz enge Bindung gab. Er hat ganz viel Wert auf persönliche Kontakte gelegt und Hausbesuche gemacht", erzählt Benzing anerkennend. Er sei sich gar nicht sicher, ob er das in gleicher Weise aufrecht erhalten kann. "Ich möchte mit Jugendlichen und jungen Erwachsen arbeiten. Ich würde gern eine richtige Jugendkultur gestalten", sagt der 30-Jährige und sieht das auch in seinem eigenen Alter begründet. So träumt er von einem Bläserchor, der auch Star-Wars-Melodien spielt. "Wir leben im 21. Jahrhundert", sagt er und weiß, dass er mit seiner Einstellung hin und wieder aneckt.

Den Weg nach Schwarzenberg, wo er, nach drei Jahren als Pastor auf Probe in Zwickau, seine erste richtige Pastorenstelle antritt, sei er mit gemischten Gefühlen gegangen. Einerseits habe er sich schon ganz intensiv mit der Chronik der Kirchgemeinde und mit der Perle des Erzgebirges beschäftigt, kenne schon Ritter Georg und wisse um die Zeit der Freien Republik. Andererseits vermisse er jetzt schon seine Freunde und die Familie, so der Single, der am Bodensee aufgewachsen ist.

"Nach meinem Abitur habe ich ein Freiwilliges Soziales Jahr in der methodistischen Gemeinde von Herrenberg bei Stuttgart gemacht", erzählt Benzing. Das Jahr sei ganz entscheidend für seinen weiteren Lebenslauf gewesen: "Ich habe dort erstmals diese Kirche kennengelernt. Vorher war ich Lutheraner." Ohne, dass sich dahinter bereits ein konkreter Berufswunsch verbarg, studierte Benzing zunächst drei Jahre Theologie. Danach ging es für ihn in ein Gemeindepraktikum in Bockau. "Die Arbeit, die spirituelle Haltung gefällt mir", sagt Benzing, für den sich daraus der Berufswunsch entwickelte. Es folgten zwei weitere Studienjahre und der Master of Arts in der Theologie.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...