Nicht heimlich genug? Stadt verrät Geehrte vor Verleihung

Politiker fordert mehr Geheimhaltung bei Vergabe von Ehrennadeln

Aue-Bad Schlema.

Zum Neujahrsempfang am 17. Januar im Kulturhaus in Aue will die Stadt Aue-Bad Schlema fünf verdienstvolle Bürger auszeichnen. Darunter sind der Unternehmer und langjährige CDU-Stadtrat Reiner Pöschel, der Feinkosthändler Jochen Matthes und Hans-Christian Schlesinger, der sich über viele Jahre für die Erzgebirgische Philharmonie Aue engagiert hat. Alle drei erhalten die Auer Brücken-Ehrennadel. An den ehemaligen Ortsvorsteher von Wildbach, Claus-Dieter Reinhardt, und an den engagierten Kunstlehrer Helmut Przewozny gehen zudem die Ehrennadel von Bad Schlema. Das hat der Stadtrat jüngst einstimmig beschlossen.

Kritik erregte bei der Sitzung jedoch, dass die Namen der fünf Personen nicht geheim gehalten, sondern von der Stadtverwaltung in den Beschlussvorlagen veröffentlicht wurden. Oliver Titzmann (Freie Wähler) forderte deshalb in Zukunft mehr Diskretion: "Wir sollten es etwas geheimnisvoller machen. Es ist schöner, wenn die Preisträger von ihrer Auszeichnung erst in dem Moment erfahren, wenn sie die Ehrennadel tatsächlich erhalten", sagte er.

Stadtchef Heinrich Kohl (CDU) wies diese Forderung zurück: "Ihren Antrag werde ich leider ablehnen müssen. Denn diese Dinge sind im Stadtrat öffentlich zu besprechen." Der Wunsch, die Vergabe der Ehrennadeln geheimnisvoller zu machen, ist laut Oberbürgermeister kein Grund für einen nicht-öffentlichen Beschluss - also für eine Entscheidung hinter verschlossenen Türen. "Bei RTL oder der Show von Heidi Klum kann das vielleicht ein Grund sein", sagte er salopp.

Mit den Ehrennadeln zeichnen Aue und Bad Schlema Persönlichkeiten aus, die sich in besonderem Maße um das Wohl der Stadt oder ihrer Bürger verdient gemacht haben. Die Auer Brücken-Ehrennadel ist dabei mit 250 Euro dotiert und darf höchstens dreimal im Jahr verliehen werden.

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