Ohrwürmer und ein schwebendes Dirndl

Das Konzert "25 Jahre Egerländer Blasmusik" wurde charmant präsentiert. Nicht nur Sängerin Stephanie Hubacek begeisterte das Publikum.

SCHNEEBERG.

Mit den Worten "Schneeberg ist als Barockstadt der Star unter den Ortschaften im Erzgebirge" sorgte die Moderatorin und Chanson-Sängerin Magdalena Schwellensattl bei der Begrüßung für gute Stimmung. "Unsere 25 Orchestermitglieder sind bereits zum vierten Mal hier." Die fesche Magdalena ist als Schauspielerin und bei Rundfunk und Fernsehen in Südtirol als Redakteurin und Regisseurin aktiv. Sie spielt auch Kabarett mit den "Fidelen Alpenpfeilchen".

Fidel mit klingenden Pfeilen ging es auch am Samstag beim Programm "Durchs Egertal" im Kulturzentrum "Goldne Sonne" zu. Die "Egerländer Blasmusik Neusiedl am See" feiert in dieser Formation ihren 25. Geburtstag. Die Truppe war gut gelaunt und entspannt: Mit vier Minuten Verspätung kamen die Musikanten gemütlich auf die Bühne, Beifall klatschend aufgefordert von einer ungeduldigen Schneeberger Gruppe Blasmusikwütiger, die 32 Euro bezahlt hatten und nicht nur für 31,98 Euro Musik hören wollten.

Der Auftakt-Geschwindmarsch "Starparade" ging mit präziser Schärfe nach vorn los. Bei der Hommage an den legendär erfolgreichen Ernst Mosch mit dem Titel "Feinschmecker" zeigten die Musikanten ihre Fähigkeit zu butterweicher Phrasierung. Dirigent Florian Ebert, Jahrgang 1975, leitet das Orchester seit 2014, vorher war er Flügelhornist.

Stephanie Hubacek aus Franken und Florian Ebert sangen sanft einschmeichelnd im Duett "So ein schöner Tag" und andere Titel. Stephanie Hubacek hatte immer nur zwischendurch ein wenig zu singen, denn der Dirigent musste sofort wieder ans Werk. Die Sängerin im satt himmelblauen Dirndl stand nie tatenlos herum, schwebte kurz seelenruhig von der Bühne und immer wieder unauffällig zurück, still lächelnd. So stellt man sich Buddhas zierliche, edle Lebensgefährtin vor.

Einer der Musiker erzählte, wie er einst durch eine Audio-Kassette mit dem Blasmusik-Virus infiziert wurde. "Aber die Zeiten haben sich verändert", sagte er mit Blick auf den Altersdurchschnitt der Zuhörer. "Darum sollten Sie bei unserem nächsten Konzert ihre Kinder und Enkelkinder mitbringen." Die wären von der Musik angetan, denn die rhythmische Schlagkraft der Ohrwürmer erhöhte sich im Laufe des Konzertes beträchtlich mit Solotrommler-Marsch und Löffelpolka.

Das Ensemble "Egerländer Blasmusik" wurde 1994 gegründet. Seine Mitglieder kommen aus Deutschland, Österreich und Südtirol.

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