Ortschef: Landleben erfordert neue Systeme

Ungewöhnlich deutliche Worte bei Empfang 2017 in Grünhain-Beierfeld

Waschleithe.

Es waren ungewöhnlich deutliche Worte, mit denen der CDU-Bundestagsabgeordnete Günter Baumann seine Grußworte zum Neujahrsempfang in Grünhain-Beierfeld verband. Selten hat der seit 19 Jahren im Bundestag für Innenpolitik tätige Erzgebirger so offen über die diffizile Gemengelage im Land gesprochen wie vor den gut 120 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Vereinen, die der Einladung von Bürgermeister Joachim Rudler (CDU) ins Haus der Vereine von Waschleithe gefolgt waren.

Baumann sprach von dem trügerischen Gefühl, dem man nach der politischen Wende aufgesessen sei, dass nun die Welt insgesamt friedlicher werde. Heute, so der CDU-Mann, sei es angesichts des internationalen Terrors und der Zunahme an Gewalt im Land sogar gegen Polizei an der Zeit, die Sicherarchitektur des Landes generell zu überdenken. "Wir müssen umdenken, wenn wir weiter frei leben wollen", sagte Baumann. Indes stünde Deutschland wirtschaftlich derzeit solide da.

Auch die Stadt Grünhain-Beierfeld hat wirtschaftlich Erfolge vorzuweisen, betonte Bürgermeister Joachim Rudler. Auf die gut 6000 Einwohner der Stadt entfallen 3000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze im Ort. "Wir verstehen uns schon immer als Industriegemeinde", sagte Rudler. Und doch müsse das Leben im ländlichen Raum organisiert und keineswegs nur verwaltet werden, wie er hervorhob. Dazu bedürfe es auch neuer Ideen. "Wir müssen darauf drängen, neue Ideen und Systeme etablieren zu dürfen", sagte Rudler mit Blick auf den Bau der Poliklinik. Mit dem eigentlichen Ansinnen des Projekts, das weit mehr beinhaltet habe als ein Ärztehaus, sei man schließlich gescheitert, gab Rudler zu.

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