Schwarzenberg sucht Chef fürs Museum "Perla Castrum"

Die neue Dauerausstellung im Schloss und das Schaudepot im Bahnhof sind die größten Meilensteine ihres Wirkens: Knapp fünf Jahre leitete Josefine Hoske die städtische Einrichtung. Doch nun zog es die junge Frau nach Unterfranken - ein Nachfolger muss her.

Schwarzenberg.

Als die 27-jährige Josefine Hoske Mitte 2013 als neue Leiterin des Schwarzenberger Museums vorgestellt wurde, dachte wohl mancher: "Die scheitert hier." Nun ist sie weg. Aber nicht etwa, weil sie scheiterte. Die inhaltlich und gestalterisch komplett überarbeitete Sonderausstellung im Schloss trägt ihre Handschrift, ebenso die Konzeption für das Schaudepot im Bahnhof. In der Elternzeit jedoch fiel eine langsam gereifte Entscheidung. Die junge Frau verlegte ihren Lebensmittelpunkt nach Unterfranken, wo ihr Lebenspartner bei SAG Aerospace arbeitet. Inzwischen war Hochzeit - nun also wohnt Josefine Glöckner mit Mann und Sohn in Schweinfurt.

"Die Zeit in Schwarzenberg hat mich beruflich entscheidend weitergebracht. Dafür bin ich der Stadt, dem Team im Museum und allen Wegbegleitern dankbar", sagte die 32-Jährige. "Ich konnte mich fachlich entfalten, konnte mitgestalten, miterleben, Erfahrungen in der Neukonzeption sammeln. Rückblickend war das eine tolle, einmalige Sache. Und ich hatte dadurch sehr, sehr gute Argumente bei der Bewerbung für eine neue Stelle." Die bekam sie auch, übernahm mitten in der Generalsanierung von Schloss Aschach im Saaletal bei Bad Bocklet die Leitung der dortigen Museen. Da feilt sie gegenwärtig am neuen Konzept für das Graf-Luxburg-Museum.

Eine Aufgabenmischung, die sie bereits aus Schwarzenberg kennt. Die Neugestaltung des hiesigen Museums ging mit umfangreichen Bau- und Sanierungsvorhaben einher. Parallel war konzeptionelle Arbeit für die Dauerausstellung zu leisten. Für das Depot ebenso. Bevor das ins ehemalige Empfangsgebäude des Bahnhofs einziehen konnte, musste das im Kern von 1858 stammende Haus erst von Grund auf saniert werden.

"Natürlich ist es schade, dass wir nach fünf Jahren wieder einen neuen Chef fürs Museum suchen müssen. Frau Hoske hat Grundlegendes, Nachhaltiges für die Zukunft dieser Einrichtung geleistet", sagt Schwarzenbergs Hauptamtsleiterin Sylvia Mack. "Selbst in der Elternzeit hat sie sich konzeptionelle Gedanken gemacht, was die künftige Nutzung des Herrenhofs in Erla angeht." Der Abschied sei beiden Seiten schwergefallen. Mack: "Wir wünschen Josefine Glöckner bei ihrer neuen beruflichen Herausforderung und natürlich auch privat alles Gute."

Bis zum 10. August läuft die am 12. Juli veröffentlichte Ausschreibung der Museumsleiterstelle. Vorausgesetzt wird der Abschluss als Diplom-Museologe oder -Museologin, als Bachelor of Arts Museologie oder ein vergleichbarer Abschluss. Wünschenswert ist mehrjährige Berufs- und Leitungserfahrung. Neben fachlichen und persönlichen Voraussetzungen sei ein Wohnsitz in oder bei Schwarzenberg notwendig.

Die Ausschreibung der Stelle vor gut fünf Jahren weckte das Interesse von rund 50 Bewerbern. Wie viele sich diesmal melden, ob wieder eine junge Frau wie 2013 - oder ein junger Mann oder jemand mit viel Erfahrung - das Rennen macht, darauf kann man gespannt sein.

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