Stadt erhält zwei neue Großschwibbögen

Leere Sockel lassen einige am Traditionsbewusstsein zweifeln. Doch dank einer interessanten Kooperation von Stadt und Firma ETS gibt es an Schwarzenbergs Weihnachtsbeleuchtung keine Abstriche. Auf die Podeste kommt Qualität: Edelstahl statt Blech.

Schwarzenberg.

Mitunter mehrfach am Tag fährt Andreas Heinzel durch den Kreisverkehr in Schwarzenberg-Heide. Dass der dort in einem Randbereich stehende Großschwibbogen überarbeitet oder restauriert werden müsste, fiel nicht nur dem Ur-Schwarzenberger - aufgewachsen in Neuwelt und nun im Wohngebiet Rockelmann zu Hause - auf. Doch Andreas Heinzel ergriff die Initiative und bot der Stadtverwaltung seine Unterstützung an.

"Darüber haben wir uns natürlich gefreut. Und wir sind dafür sehr dankbar", erklärt Hauptamtsleiterin Sylvia Mack. Nachdem im Sommer 2019 der Großschwibbogen am Hofgarten zum Überarbeiten demontiert worden war - was einige in sozialen Medien schon als schleichenden Abbau erzgebirgischer Traditionen interpretierten -, stand der Bogen aus Heide für 2020 im Plan der Kommune. Andreas Heinzel gab den Anstoß, dem Bogen bereits jetzt neuen Glanz zu verleihen. Nach genauem Begutachten und nach technischen Gesprächen mit Bauhofleiter Andreas Friedel wurde entschieden, beide Bögen - Hofgarten und Heide - komplett zu erneuern.

Andreas Heinzel ist kein privater Bastler, sondern Geschäftsführer der Entstaubungstechnik Schwarzenberg (ETS) GmbH. Der renommierte Metallbaubetrieb hat 35 Mitarbeiter, Standorte in Schwarzenberg und in Aue. Die Firma verwirklicht Aufträge in ganz Deutschland und europaweit, erwirtschaftet jährlich einen Umsatz von 3,5 bis 4 Millionen Euro. "Wir haben eine eigene Konstruktion, eigene Fertigung. Da wir maßgeschneiderte Anlagen herstellen, können wir flexibel reagieren. Und wenn wir etwas machen, dann richtig", sagt der Geschäftsführer. Bedeutet im Fall der Schwibbögen: Edelstahl statt Blech. "Da haben unsere Enkel noch Freude dran." Zur Motivation für die Sponsoringaktion erklärt er: "Wir fühlen uns wohl in Schwarzenberg, sehen, was die Stadt zum Beispiel für Vereinsförderung tut, wie sie Spielplätze in Schuss hält, dass sie keine Parkgebühren erhebt. Schwarzenberg haben wir im Firmennamen, tragen das gern in die Welt. Mit der Aktion wollen wir einfach mal etwas zurückgeben."

Die Neuanfertigungen entsprechen in Größe und Motiven ihren mehrere Jahrzehnte alten, verschlissenen Vorgängern. Der Bogen für Hofgarten hat das bekannte Schwarzenberger Motiv der Grafikerin Paula Jordan. Der Bogen für Heide ist individueller, Heinzel konstruierte und zeichnete am Computer. Per Plasmaschneider wurden aus Stahlplatten die Motive herausgearbeitet. Bis auf die Elektrik - dafür sitzen die Stadtwerke im Boot - machen ETS-Mitarbeiter alles selbst. Am Standort Schwarzenberg werden die Rohbauten soweit bearbeitet und vorbereitet, dass sie zum Standort Aue gebracht werden können, um sie zu strahlen und schwarz zu lackieren.

Am Fundament in Heide ist nur ein neuer Aufnahmebolzen nötig. Das marode Fundament am Hofgarten wird bodengleich abgerissen und mit Sichtbeton neu gegossen. Etwa Mitte November, so der Zeitplan, werden die Montage der Bögen und die Elektroinstallation beginnen. Zum ersten Advent sollen die neuen Großschwibbögen dann gemeinsam mit den anderen Exemplaren im Stadtgebiet in Betrieb gehen.


Perle des Erzgebirges glänzt in der Weihnachtszeit besonders - auch dank 20 Großschwibbögen

In der Adventszeit und darüber hinaus betreibt die Kommune in Schwarzenberg selbst und in den Ortsteilen unter anderem 20 Großschwibbögen. 17 Bögen sind dauerhaft installiert. Ihre Standorte: Kreisverkehr B 101, B 101 Neuwelt, Wendeschleife Hofgarten, Kreisverkehr Heide, Felsen Totenstein, Bahnhofstraße hinter Intersport, Busbahnhof, Schnitzerheim, Untere Schloßstraße, Rathaus Pöhla, in Grünstädtel im Ortszentrum, an der Pöhlaer Straße und am Crandorfer Berg, in Erla in der Glück-Auf-Siedlung und an der Staatsstraße, in Crandorf am Vogelherd sowie im Ortszentrum an der Schule. Dazu kommen drei Großschwibbögen, die nur für die Weihnachtszeit aufgebaut werden: am Ratskeller-Balkon, am Bauhof-Gebäude und an der B 101 in Wildenau.

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