Trinkwasser soll sprudeln wie in Rom

Hiesige Grüne fordern öffentliche Brunnen

Aue/Schwarzenberg.

Badespaß in Freibädern und Seen, Menschen, die in Straßencafés sitzen und Eis schlecken: Der Sommer 2018 bietet bislang Sonne satt. Doch die hohen Temperaturen, die durch den Klimawandel eher zur Regel denn zur Ausnahme werden dürften, treiben den Grünen im Erzgebirge Sorgenfalten auf die Stirn. Sie sprechen von weitreichenden Folgen für die menschliche Gesundheit. Hitzeperioden führten besonders ältere Menschen, Kleinkinder oder Personen mit Vorerkrankungen an die Belastungsgrenze. "Anpassungsmaßnahmen und -strategien sind daher für jede Kommune, auch im Erzgebirge, zwingend notwendig", sagt Ulrike Kahl, Grünen-Chefin im Erzgebirge.

Konkret regt sie die Schaffung öffentlicher, barrierefreier Trinkwasserspender in den Kommunen an. "Trinkwasser ist kostbar und lebensnotwendig, es ist ein öffentliches Gut, das allen Menschen, besonders an heißen Tagen, kostenlos zugänglich sein sollte", sagt Kahl. Damit wollen die Grünen mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: So fördere das stets verfügbare Trinkwasser nicht nur die Gesundheit. Die Brunnen könnten soziale Orte werden, wo sich Menschen treffen und miteinander ins Gespräch kommen. Auch der Einzelhandel profitiere von der verlängerten Aufenthaltsdauer in den Innenstädten, meint Kahl. Sie sagt: "Gerade Senioren, die sonst die Hitzetage abgeschottet in ihren Wohnungen verbringen, ermöglicht man somit wieder eine Teilnahme am Alltag im Freien."

Als Vorbilder führt sie zahlreiche Beispiele ins Feld. In südlichen Ländern wie Italien sei so etwas schon lange üblich. In Rom gebe es 2500 solcher Trinkwasserbrunnen. Auch weiter nördlich sprudele Wasser aus öffentlichen Brunnen, etwa in Österreich und den Niederlanden. Im näheren Umkreis gebe es einzelne Beispiele wie in Dresden oder Leipzig. "Das Erzgebirge ist da noch ein völlig weißer Fleck, was sich in Anbetracht zunehmender Hitzetage ändern sollte", so Kahl. Die Grünen hoffen, dass viele Kommunen die Machbarkeit für Trinkwasserbrunnen ausloten und auch solche errichten. Sinnvoll sei das auch an Rad- oder Wanderwegen. (urm)

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