Wer hat mit neun Jahren schon einen Traktor?

250 Zugmaschinen und Oldtimer haben jetzt Grünhain angesteuert. Im Organisationsteam des Treffens scheint der Nachwuchs gesichert.

Grünhain-Beierfeld.

Der 14-jährige Jonathan Bethke sitzt stolz hinter dem Lenkrad eines Trabis, Noah Bollmann - gerade neun Jahre alt - im Fahrerhaus eines kleinen Traktors. Es ist genau dieser Anblick, der Karl-Heinz Bethke und Michael Nagler in pures Entzücken versetzt, zeigt er doch, dass die Leidenschaft für alte Fahrzeuge längst bei ihren Enkelkindern angekommen ist.

Bethke und Nagler haben auch in diesem Jahr wieder gemeinsam mit Jens Ficker und Karsten Bauer das Traktoren- und Oldtimertreffen am Freizeitpark in Grünhain organisiert. "Wir machen das im Auftrag der Stadt", sagt Nagler.


Das Quartett sprang vor sieben Jahren ein, als sich der MC Grünhain von der Ausrichtung des Treffens zurückzog. "Wir wollten unter keinen Umständen, dass es eingeht", erinnert sich Michael Nagler. Und so konnte am vorigen Wochenende bereits die 15. Auflage des Treffens mit rund 250 Teilnehmern über die Bühne gehen. Auffällig sei, dass immer mehr Zweiräder dazukommen, schätzt das Organisationsteam ein. Die beiden ältesten Fahrzeuge waren ein Ford Tourer V8 und ein Motorrad Terrot - beide Baujahr 1926. Die weiteste Anreise nahm ein Traktor-Fan aus Schweinfurt in Kauf.

Ein Alleinstellungsmerkmal hat das Treffen auch bei seiner 15. Auflage behalten: Die Teilnehmer müssen keine Gebühren zahlen und jeder, der mit einem alten Gefährt anreist, darf sich über ein originelles Blechschild freuen. Diese seien mittlerweile Sammlerstücke geworden.

"Für mich ist es natürlich schön, dass sich mein Enkel Noah auch so sehr für Traktoren interessiert", sagt Nagler und fügt hinzu: "Er war bei jedem Fest bisher mit dabei. Als Baby ist er bei der Rundfahrt eingeschlafen." Noahs Augen leuchten, wenn er über seinen Traktoren spricht: "Den orangefarbenen Kubota GT 950 erbe ich einmal", verkündet er stolz. Auf einem Privatgrundstück dürfe er mit diesem auch mal eine Runde fahren. Außerdem mähe er leidenschaftlich gern den Rasen damit. "Ich mag Traktoren, weil ich es cool finde, dass sie so stark sind und so viel ziehen können." Sein orangefarbener Kubota habe sogar eine eigene kleine Garage.

Auch Jonathan Bethke bekam die Leidenschaft für Technik quasi in die Wiege gelegt. Seinen Trabi habe er sich vor zwei Jahren gekauft: "Er war in keinem guten Zustand. Wir haben ihn komplett auseinander- und anschließend wieder zusammengebaut." Jonathan mag die "Rennpappe", weil es ein schönes Auto sei, das sich einfach aufbauen lässt. "Opa hat mich herangeführt", so der 14-Jährige. Und Opa Kalle Bethke freut es: "Ist doch schön, dass es junge Leute gibt, die nicht nur das Handy im Kopf haben."

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