35 Hunde im Wohnhaus - Verbot gefordert

Nach einer Razzia in Lauter sind mehrere Vierbeiner auf Tierheime in der Region verteilt worden. Darunter auch 15 Hunde in Stollberg. Experten sind fassungslos. Die Zukunft der Tiere indes ist unklar.

Lauter-Lauter-Bernsbach/Stollberg.

Dunkle, traurige Augen, die durch Gitter blicken: Nach dem Fund von 35 Jagdhunden bei einer kürzlich durchgeführten Razzia in einem Haus am Stadtrand von Lauter-Bernsbach sind die Vierbeiner inzwischen auf mehrere Tierheime in der Region verteilt und in Quarantäne genommen worden. 15 Hunde leben in Stollberg, 16 in Annaberg-Buchholz und vier weitere in Zwingern in Bockau.

Dort ist man über den Zustand der Tiere beunruhigt. Sie seien zwar relativ gut genährt, sagt die Leiterin des Bockauer Heims, Christiane Fuchs, im Verhalten aber auffällig. Sie könnten so gut wie nichts, würden ängstlich auf Menschen reagieren. "Die Hunde wissen nicht, dass sie Hunde sind." Fuchs vermutet, dass einige der Tiere - sogenannte bayerische Gebirgsschweißhunde - bis zu dem Einsatz nur in dem Wohnhaus lebten und die Zimmer niemals verlassen hatten.

Nach Informationen der "Freien Presse" sollten bei der Hausdurchsuchung Waffen bei einem Mann konfisziert werden. Wohl zufällig stießen die Ermittler dabei auf die Hunde, bei denen laut Amtstierarzt eine erhebliche Vernachlässigung festgestellt wurde. Unbestätigten Berichten zufolge soll es sich um eine Jagdhundezucht gehandelt haben; die Tiere wurden beschlagnahmt.

Unklar ist, wie es nun mit ihnen weitergeht. Das Landratsamt wollte sich dazu vor dem Wochenende nicht äußern. Laut Fuchs besteht die Option, dass der Mann die Hunde zurückbekommt, denn ein Tierhalteverbot werde nur selten ausgesprochen. "Aber ich denke, er sollte nie wieder Hunde halten dürfen", fordert sie.

Ähnlich äußert sich Peggy Kreher vom Tierschutzbund Annaberg: "Die Hunde zurückzugeben, kann nicht artgerecht sein." Und auch Susann Scheibner vom Tierheim Stollberg schüttelt mit dem Kopf und erklärt: "Ich weiß nicht, wie ein Einzelner so viele Hunde halten kann." Bereits die 15 aufgenommenen Hunde stellten für das gesamte Tierheim eine Belastungsprobe dar.

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