Adorfer Feuerwehr ist nun besser für den Ernstfall gerüstet

Das alte Einsatzfahrzeug hat nach 20 Jahren ausgedient. Ab dem Wochenende rollt ein neues Modell vom Hof. Es hat einige Besonderheiten.

Adorf.

Die Freiwillige Feuerwehr Adorf hat ein neues Löschgruppenfahrzeug erhalten. Laut dem Adorfer Wehrleiter Rico Bochmann musste das alte Fahrzeug - es war fast 20 Jahre im Dienst - wegen technischer Mängel außer Betrieb genommen werden.

Interessant dabei ist aber auch die clevere Herangehensweise der Feuerwehrleute. Hintergrund: Bereits vor zwei Jahren hatte die Planung und Zusammenstellung des neuen Fahrzeugs begonnen. Da die Freiwillige Feuerwehr Niederwürschnitz zur selben Zeit ein nahezu baugleiches Fahrzeug in Auftrag geben wollte, hatten sich die Adorfer mit ihren Kollegen darauf verständigt, ein Ingenieurbüro für die Ausschreibung zu beauftragen, berichtet der 40-jährige Bochmann. Ein Grund dafür sei auch gewesen, auf diese Weise Geld einzusparen.

Die Gesamtkosten für das Fahrzeug belaufen sich auf 330.000 Euro. Davon sind 126.000 Euro Fördermittel vom Freistaat. Den Rest hat die Gemeinde bezahlt. "Wir haben sechs Jahre auf die Fördermittel für das neue Fahrzeug gewartet", sagt Bochmann, der seit 2005 Wehrleiter in Adorf ist. Das neue Einsatzfahrzeug hat 290 PS, ein Automatikgetriebe, wiegt 15 Tonnen und bietet Platz für neun Feuerwehrleute. Es verfügt über einen 1600 Liter fassenden Wassertank, der somit 1000 Liter mehr als das bisherige Fahrzeug aufnehmen kann. Mit bis zu 3500 Liter pro Minute ist die Pumpenleistung der neuen Technik mehr als dreimal so hoch wie beim alten Gefährt.

Der Mannschaftsraum mit Drehtreppe am Einstieg bietet Platz für sieben Feuerwehrleute. So können sich die Kameraden bereits auf der Anfahrt zum Einsatzort mit Atemschutzgeräten ausrüsten. Die Drehtreppe ermöglicht einen schnellen und sicheren Ein- und Ausstieg, selbst mit schwerem Atemschutz und bei nur halb geöffneter Tür. Außerdem kann dank der Drehtreppe vorwärts wie rückwärts ausgestiegen werden - etwas, das der Unfallschutz bei anderen Einstiegskonstruktionen untersagt. Für einen sicheren Aus- und Einstieg ist zudem jede Trittstufe mit LED-Leuchten versehen. Das Einsatzfahrzeug ist mit der Tragkraftspritze "Fox 4" mit einer Leistung von 1500 Litern pro Minute ausgestattet. Das Gerät hat den Vorteil, dass es entfernt vom Einsatzfahrzeug zur Wasserentnahme aus offenen Gewässern und zudem auch zum Keller-Auspumpen eingesetzt werden.

Die Feuerwehrleute können sich im neuen Einsatzfahrzeug mit Wärmebildkameras ausrüsten. Diese Geräte empfangen Infrarotstrahlung. Sie sind so gebaut, dass sie direkt am Atemschutzgerät getragen werden können. Mit ihrer Hilfe sind vermisste Personen in einem Raum voller Rauch schneller zu finden und versteckte Brandherde besser zu lokalisieren. Mit den Wärmebildkameras können auch Schadstoffe auf Gewässern erkannt oder Wasserschäden in Gebäuden festgestellt werden.

Das neue Fahrzeug ist noch nicht im Dienst. "Zunächst bekommen die Kameraden zweimal pro Woche eine Einweisung", so Bochmann. Am Freitag wird es mit geladenen Gästen feierlich in Betrieb genommen. Am Samstag dann kann jeder Interessierte beim Tag der offenen Tür ab 14 Uhr das Fahrzeug unter die Lupe nehmen.

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