"Alles über 30 Grad bedeutet nur Stress"

Der Gornsdorfer Schwimmmeister Peter Schmelz über die beste Temperatur im Sommer und die Frage, wen er besonders im Blick haben muss

Zeit für fünf Fragen? Menschen ganz unterschiedlicher Berufe und Berufungen haben sie sich für "Freie Presse" genommen. Heute: Kathrin Neumann im Gespräch mit Peter Schmelz, Schwimmmeister im Gornsdorfer Naturbad. Der 60-Jährige ist eine Institution in Gornsdorf, aktuell läuft sein 39. Sommer in dem Freibad.

"Freie Presse:" Herr Schmelz, über welches Wetter freut sich ein Schwimmmeister im Sommer am meisten?


Peter Schmelz: Am besten sind 25 bis 28 Grad und ein Mix aus Sonne und Wolken. Denn so hat man immer mal etwas Schatten und die Leute haben nicht so mit dem Kreislauf zu tun. Alles über 30 Grad bedeutet nur Stress. Die Leute stehen dann im Wasser - nur um sich abzukühlen.

Im Sommer herrscht für Sie Urlaubssperre. Wann machen Sie Urlaub?

Im Herbst, nach der Saison. Ich bin Deutschlandfahrer, gerne an die Ostsee. Der Vorteil ist, dass da dann nicht mehr so viel los ist. Und wenn ich zurückkomme, muss das Bad winterfest gemacht werden.

Wenn Sie an so einem Tag wie heute frei hätten - wo wären Sie dann?

Da ich hier arbeite, sicher nicht im Freibad (lacht) . Wenn man jeden Tag das Getöse, die lauten Effekte hört, sucht man sich für die Freizeit was anderes. Vermutlich würde ich mit dem Fahrrad in den Wald fahren.

Worauf müssen Sie bei diesem Wetter im Freibad mehr achten: auf die älteren Leute oder auf die Kinder?

Immer die Kinder. Die machen den meisten Blödsinn und versuchen mich auszutricksen. Dann höre ich es bischpern: "Achtung, jetzt kommt er" oder "Vorsicht, dr Peter guckt". Aber mal ehrlich: Wir haben es doch früher auch nicht anders gemacht.

In welchem Alter empfehlen Sie eigentlich, dass Kinder schwimmen lernen sollten?

Das entscheidet das Kind, das kann man nicht pauschal sagen. Jedes Kind ist anders, manche sind Sensibelchen, jeder hat eine andere Motorik. Also, wenn ich manche Eltern sehe, die auf Biegen und Brechen wollen, dass ihr Kind schwimmen lernt... Klar, ist das wichtig. Aber zu allererst müssen die Kinder Spaß im Wasser haben. Wenn man sie zwingt, verlieren sie die Begeisterung. Vieles kommt auch im Spiel untereinander. Da hat einer gestern noch das Wasser gescheut und dann gesehen, dass der beste Freund reinspringt. Und am nächsten Tag sehe ich ihn vom Beckenrand aus reinhüpfen. So muss es sein!

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