Arbeitsmarkt spürt Herbstbelebung

Die Arbeitslosigkeit ist im Oktober in der Region weiter zurück gegangen. Davon profitiert vor allem das mittlere Erzgebirge. Die weitere Entwicklung allerdings ist schwer abschätzbar.

Annaberg-Buchholz.

Von einem "Schlag ins Herz des Erzgebirges" spricht Nino Sciretta, Leiter der Agentur für Arbeit in Annaberg-Buchholz, angesichts der neuen Einschränkungen, die seitens der Bundesregierung für den November beschlossen wurden.

Die Region lebe vom Tourismus, entsprechend hart treffe es Hotels und Gastronomiebetriebe. Auch deshalb bereite sich die Agentur auf ein "Worst-Case-Szenario" vor - also den schlimmsten aller denkbaren Fälle. Auch wenn es seitens der Arbeitgeber bisher noch keine Hinweise zu drohenden Entlassungen oder gar Schließungen gebe. Allerdings bestehe aktuell auch keine Pflicht, eine mögliche Insolvenz anzuzeigen.

Dennoch hat er die Hoffnung, dass der Erzgebirgskreis wirtschaftlich gesehen mit einem "blauen Auge" aus dieser Corona-Pandemie kommt. Die Region verfüge über einen "sehr ausgewogenen Arbeitsmarkt", dessen Erfolgsrezept die Kleinteiligkeit sei. Mit der sei schon die Finanzkrise gut gemeistert worden. Allerdings ist sich Sciretta auch bewusst, dass "dieser Atem nicht unendlich ist".

Aktuell sei eine leichte Herbstbelebung auf dem regionalen Arbeitsmarkt zu spüren. Die Anzahl der Arbeitslosen ist im Oktober nochmals zurückgegangen. Derzeit weist die Statistik 7825 Frauen und Männer ohne Arbeit aus. Das sind 244 Personen weniger als noch im Vormonat. Mit einer Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent behauptet der Erzgebirgskreis nach wie vor seine Spitzenposition im Vergleich der sächsischen Landkreise. Innerhalb des hiesigen Agenturbezirkes hat das mittlere Erzgebirge am stärksten vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitiert. Die Geschäftsstelle in Zschopau führt dabei mit einer Quote von 3,8 Prozent die Statistik an, gefolgt von Marienberg mit 4,1 Prozent, Stollberg mit 4,3 Prozent, Annaberg und Schwarzenberg mit jeweils 4,8 Prozent sowie Aue mit 5,2 Prozent.

Als Gründe für diese positive Entwicklung nennt der Agenturchef Sciretta zum einen die Beschäftigungsaufnahme von Ausbildungs- und Studienabsolventen. Zum anderen haben sich mehr Menschen aus der Arbeitslosigkeit abmelden können, als neue hinzugekommen sind.

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