Auto-Zulieferer sehen Zukunft optimistisch

Einen Mitarbeiter-Rekord vermeldet die Chefetage des Stollberger Anlagenbauers Dürr Somac - und dieser soll künftig gehalten werden. Zudem hat die Firma weitere 12.500 Quadratmeter vorsorglich am Standort erworben. Auch bei der Oelsnitzer FSG gibt es Neuigkeiten.

Stollberg.

Der Anlagenbauer Dürr Somac aus Stollberg hat noch nie so viele Mitarbeiter beschäftigt wie derzeit. "Wir haben mittlerweile 197 Leute, darunter zwei Auszubildende. Und diese Zahl wollen wir auch halten", sagt Geschäftsführer Bernd Preißler. Zum Vergleich: Vor vier Jahren hatte die Firma noch 166 Mitarbeiter.

Das Unternehmen stellt Anlagen her, mit denen Autobauer ihre Fahrzeuge vor der Auslieferung am Band mit flüssigen oder gasförmigen Stoffen wie Öl, Bremsflüssigkeit, Harnstoff oder Kältemittel befüllen können. Die Anlagen gehen an Autohersteller rund um den Globus.

Die Firmengeschichte von Dürr Somac beginnt 1979. Damals wurde der VEB Rationalisierungsbau Wälzlager und Normteile im damaligen Karl-Marx-Stadt gegründet. Kurz nach der Wende wurde das Werk privatisiert und kam zur Komeg-Gruppe. Seit mehr als 14 Jahren gehört die Firma nun zum Dürr-Konzern mit Sitz in Bietigheim-Bissingen/Baden-Württemberg.

Laut Preißler sei die Firma auch für die Zukunft gut gerüstet. Gleich neben dem eigenen Standort im Stollberger Gewerbegebiet an der Zwickauer Straße hat deshalb das Unternehmen zudem weitere 12.500 Quadratmeter Grundstücksfläche von der Stadt gekauft. Ob und wenn ja, wann dort Dürr Somac erneut erweitern und investieren will, steht aber noch nicht fest. Derzeit liege das Areal auf Vorrat, sagt Preißler.

Erst im Oktober 2015 ist für etwa 1,5 Millionen Euro der Stollberger Standort um ein neues, 1500 Quadratmeter großes Logistikzentrum erweitert worden. Grund: Die damals schon gute Auftragslage. Die eigentliche Fertigungsstätte platzte rasch aus allen Nähten - das Unternehmen musste zeitweise sogar 1000 Quadratmeter Fläche außerhalb des Werksgeländes anmieten.

Gut zu tun haben zurzeit auch die rund 750 Mitarbeiter der FSG in Oelsnitz. "Wir arbeiten aktuell in rollender Woche, also 24 Stunden an sieben Tagen", sagt André Lewandowski, Leiter der Instandhaltung. Anders seien die Normen nicht zu erfüllen. In den Werkhallen an der Badstraße werden Getriebekomponenten gefertigt. Für namhafte deutsche Autobauer, aber auch für einen aus China. Es wird geschnitten, gefeilt, gebogen, gewaschen, geschweißt und natürlich auf Qualität kontrolliert. Alles muss Hand in Hand gehen, damit Schaltgabeln und Co. termingerecht auf Lkw geladen und ausgeliefert werden können. Dazu hat das Unternehmen eigene Prozesse entwickelt. "Die Bauteile selbst sehen bei den Mitbewerbern nicht großartig anders aus", räumt Lewandowski ein. "Doch unsere Prozesse sind einzigartig."

In dieser Woche haben zahlreiche Schüler die Werkhallen besucht und Fragen zu den Ausbildungsmöglichkeiten gestellt. "Mir helfen diese Einblicke, um mich für eine Ausbildung zu entscheiden", sagt Michael Augustin aus der 9. Klasse der Turley-Oberschule in Oelsnitz. Er hat sogar bereits ein Praktikum bei FSG in der Maschinenbauabteilung gemacht und interessiert sich für eine Ausbildung in diesem Bereich oder für den IT-Zweig. Der wird perspektivisch wachsen, sagt Lewandowski: "Noch mag alles irgendwie alt aussehen, aber die Zeiten, dass wir mit Tablets vor unseren Maschinen stehen werden, kommen." Dass die FSG diese Zeiten erleben wird, davon ist Lewandowski überzeugt: "Wir liefern auch Teile für E-Mobile und unsere Gruppe ist zuletzt weiter gewachsen. Mindestens zehn Jahre sehe ich keine Existenzprobleme für den Standort."

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