Ehe-Start vor 25 Jahren: Dritte Hochzeit auf Griechisch

1995 begann für ein junges Paar der gemeinsame Lebensweg - dank "Freie Presse" gab es eine unvergessliche Hochzeitsreise. Dafür sind die Rebesgrüner bis heute dankbar. Ihre Silberhochzeitspläne durchkreuzte Corona.

Burkhardtsdorf/Rebesgrün.

Vor 25 Jahren, am 12. Mai 1995, erschien in der "Freien Presse" eine Geschichte über ein junges Brautpaar unter der Überschrift "Fahrt in den Hafen der Ehe". Berichtet wurde über die Hochzeitsreise von Silvio und Ute Strangfeld - er aus Falkenstein, sie aus Burkhardtsdorf im Erzgebirge. Bis heute ist das Paar glücklich verheiratet, wohnt in Rebesgrün und hat den Artikel gut aufbewahrt.

Die Reise auf einem Kreuzfahrtschiff rund um den italienischen Stiefel hatte das Paar bei einem Ausschreiben der "Freien Presse" gewonnen. "Ich hatte mich damals heimlich beworben, Ute wusste nichts davon", erinnert sich Silvio Strangfeld (heute 51) schmunzelnd. Unter 55 jungen Brautpaaren bekamen sie den Zuschlag. Silvio hatte in seiner "Bewerbung" unter anderem geschildert, wie man sich fünf Jahre zuvor bei einer Bibelfreizeit nahe Augustusburg kennengelernt hatte, wie es nach anderthalb Jahren richtig funkte. Geld für eine große Hochzeitsreise hatte das junge Paar nicht - er gelernter Gas-Wasser-Installateur, damals in Umschulung zum Finanzkaufmann, sie Krankenschwester. Offenbar fand der junge Bräutigam die richtigen Worte für die Vertreter der Zeitung und des Reiseunternehmens RIW.

Am 24. März 1995 heirateten die beiden standesamtlich, am Tag darauf kirchlich. Einen Monat später begann dann in Genua die Hochzeitsreise an Bord des griechischen Kreuzfahrtschiffes "La Palma" - Ziel war Venedig. "Für mich war es tatsächlich die erste Reise in die große weite Welt", erinnert sich Ute Strangfeld, damals gerade 21. Ihr Mann war immerhin schon mal per Bus nach Griechenland getourt.

Von ihrer Reise schwärmen die Eheleute bis heute. Zu den Stationen zählten Rom, Neapel, Capri, Tunis, Malta und Syrakus. "Die Einfahrt nach Malta war geradezu traumhaft", sagt Ute Strangfeld. Auch die Visite in Pompeji hat die Vogtländer tief beeindruckt. Wobei sie die Tagesausflüge zunächst nicht mitmachten - die kosteten extra, und das konnten sie sich schlicht nicht leisten. Das bekam eine Dame vom Reisebüro mit, dann bekam das Paar auch noch die Ausflüge geschenkt.

Absoluter Höhepunkt der Reise war dann der letzte Tag: Für das Brautpaar wurde eine Schiffstrauung nach griechischer Art zelebriert - ihre dritte Eheschließung. Der Kapitän fungierte als Standesbeamter, nach griechischer Tradition aßen Braut und Bräutigam einen Teelöffel Honig mit Nüssen. Es gab ein rauschendes Fest mit fast 1000 Gästen - sämtlichen Passagieren und Besatzungsmitgliedern. Gereicht wurden auch Hummer und ähnliche Delikatessen, die die Vogtländer bis dahin nur dem Namen nach kannten. Die ganze Reise sei unvergesslich gewesen, betont das Ehepaar: "Die Erinnerung begleitet uns bis heute." Nur von Venedig sahen sie kaum etwas, weil ausgerechnet bei ihrer Ankunft alles im Nebel lag.

Das Paar zog nach Rebesgrün, bekam einen Sohn (heute 24) und eine Tochter (heute 20). Es sei in den 25 Jahren "auf und ab gegangen - wie auf dem Meer", sagen die Strangfelds. Nach einigen Tiefs gehe es wieder bergauf. Beide arbeiten (immer noch oder wieder) in ihren erlernten Berufen.

Gereist sind sie seit damals viel - man sei auf den Geschmack gekommen. Ein beliebtes Ziel ist das Rote Meer. Dort wollte das Paar im März auch ganz relaxt mit den Kindern die Silberhochzeit feiern, Corona kam dazwischen. Immerhin ist die Reise schon bezahlt, sobald wie möglich soll sie nachgeholt werden.

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