Fachwerkhaus geht in Flammen auf

Drei Menschen sind am frühen Dienstagmorgen aus einem brennenden Gebäude in Seifersdorf geflüchtet. Feuerwehrleute kämpften stundenlang, teils bei enormer Hitze. Weil eine Explosion drohte, wurden Nachbarhäuser evakuiert.

Seifersdorf.

Am Morgen nach dem Brand liegt eine Mischung aus Unruhe, Qualm und Erschöpfung in der Luft. Auf einem Grundstück neben dem Seifersdorfer Reitplatz stapfen Feuerwehrleute durchs Gras, sprechen in Funkgeräte. Einer stützt sich mit dem Ellbogen auf einem Zaun ab und blickt müde auf die Ruine. Aus verkohlten Balken ragt ein Kissen hervor. Der Arm eines Baggers greift in das zerstörte Dach des Fachwerkhauses, um Glutnester freizuräumen. Männer auf einer Drehleiter lenken den Wasserstrahl auf Stellen, von denen noch Rauch aufsteigt. Seit fast zehn Stunden sind sie im Einsatz.

Die Pfaffenhainer Wehr war am Dienstag, 2.38 Uhr alarmiert worden. Auf dem Hinweg sah Sebastian Rau, der Einsatzleiter, den Feuerschein schon aus der Ferne und forderte Unterstützung an: Wehren aus Neukirchen, Adorf, Leukersdorf, Stollberg und Jahnsdorf. Als Rau und sein Team am Reitplatz eintrafen, stand eine Scheune voll in Brand, Flammen hatten bereits das Wohnhaus erfasst. Die Wasserversorgung erwies sich als schwierig. Mit den 750 Litern, die die Pfaffenhainer an Bord hatten, konnten sie nicht viel ausrichten. Um Hydranten in der Nähe nutzen zu können, wurden Zäune ausgehängt und gut 200 Meter Schläuche gelegt. Seifersdorf hat seit Jahrzehnten keine eigene Wehr. "Deshalb üben wir regelmäßig im Ort", sagt Rau.

Die Bewohner haben die Katastrophe überlebt. Ein Ehepaar, 55 und 60 Jahre alt, wurde in der Nacht ins Krankenhaus gebracht, Verdacht auf Rauchvergiftung. Ein 84-Jähriger kam bei seiner Schwester im Ort unter. Geweckt wurden die drei durch einen Rauchmelder. "Die Leute haben Glück gehabt", sagt Rau. Offenbar blieb ihnen nur Zeit, um sich selbst zu retten. Weil sie die Zündschlüssel im Haus ließen, brannte ein Auto nieder. Der Rahmen und Blechteile sind noch zu erkennen, schwer zu sagen, welche Farbe der Lack einst hatte. Einen zweiten Wagen hatte die Familie auf der Rückseite des Hauses geparkt. "Den konnten wir retten", sagt Rau. Das Feuer wurde gelöscht, ehe es das Auto erreichte.

Der Brand hatte die Einsatzkräfte vor mehrere Probleme gestellt. Laut Rau wirkte das Aluminium-Dach wie ein Kessel, der die Flammen nicht aus dem Haus entweichen ließ. Enorme Hitze erschwerte die Löscharbeiten. Und weil ein Heizöltank zu explodieren drohte, mussten die Nachbarhäuser evakuiert werden.

Einer der Nachbarn war Dietmar Meyer. Das Haus, in dem er mit seiner Familie wohnt, steht knapp 20Meter entfernt vom Unglücksort. "Ich hatte Bedenken wegen der Funken", sagte er. Deshalb habe er sich einen Gartenschlauch gegriffen und vorsorglich Wasser auf sein Dach gespritzt. Später kamen Beamte und wiesen die Familie an, das Grundstück zu verlassen. Meyers packten eine Tasche, steckten ihre Papiere ein und fuhren mit dem Auto davon.

Doch die Flammen gelangten nicht in die Nähe des Heizöltanks oder anderer Häuser. Schon nach einer Stunde konnten die Nachbarn wieder zurück in ihre Wohnungen. Nach Angaben der Polizei wurde ein 71-Jähriger wegen gesundheitlicher Probleme ins Krankenhaus eingeliefert. Meyers Haus blieb verschont.

Gegen 13.15 Uhr meldete Rau der Einsatzleitstelle: Brand aus. Feuerwehrleute bedeckten die Überreste des Hauses mit Schaum. Zur Höhe des Schadens machte die Polizei keine Angaben. Unklar ist auch, wie das Feuer verursacht wurde. Mitarbeiter der Behörde haben Ermittlungen aufgenommen.

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