Fernsehkameras fangen Dorfleben ein

Zwei Drehteams des Mitteldeutschen Rundfunks haben an diesem Wochenende das Leben im Oelsnitzer Ortsteil Neuwürschnitz beleuchtet. In den Mittelpunkt hat Autor Mathias Schäfer das Vereinsleben gestellt.

Neuwürschnitz.

Mit knapper Not hat es Pierre-Pascal Keup am Samstag zum vereinbarten Drehtermin geschafft. Das MDR-Team hatte sich für 13 Uhr angesagt. Zeit genug also, um am Vormittag noch eine Trainingseinheit zu absolvieren. Neun Uhr ging es für den 19-jährigen Radsportler auf eine Erzgebirgstour, die ihn bis Morgenröthe-Rautenkranz führte. Rund 115 Fahrrad-Kilometer hatte Pierre-Pascal Keup in den Beinen, als er 12.45 Uhr wieder auf den heimischen Hof rollte. Gerade noch Zeit, um sich etwas frisch zu machen und eine Maultaschensuppe zu essen.

Auf die Minute genau stand Heike Opitz mit Kameramann Benjamin Pfeiler und Kameraassistent Stephan Kießling in der Tür. Es war eines der zwei Teams, die von Freitag bis Sonntag in Neuwürschnitz für die MDR-Sendung "Unser Dorf hat Wochenende" gedreht haben. Co-Autorin Heike Opitz gehört seit dem Start der Sendung im Jahr 2016 zum etwa achtköpfigen Autorenteam. Doch dieser Dreh war für sie eine besondere Herzensangelegenheit. "Ich habe mich über dieses Thema gefreut, weil ich selbst Fahrrad fahre."

Während sie sportlich mit dem Mountainbike unterwegs ist, ist Pierre-Pascal Keup auf Bahn und Straße aktiv und erfolgreich. So wurde er mit seinen Teamkollegen im August 2019 Junioren-Weltmeister in der Mannschaftsverfolgung. Für die Sendung erzählte er von seiner Sportlerlaufbahn. "Normalerweise sind wir eher Beobachter", so Heike Opitz. Doch für den Dreh beim Radsportler wurde auch etwas inszeniert. Und so ist Pierre-Pascal Keup nach den Dreharbeiten in der Garage noch einmal aufs Rad gestiegen, um echtes Trainingsflair einzufangen. "Vier bis fünf Stunden Training pro Tag ist üblich", verriet Vater Christian Keup. Dabei geht es auf den Trainingstouren bis nach Zwickau oder Johanngeorgenstadt. Für Heike Opitz werden die Dreharbeiten auch im nunmehr fünften Jahr der Sendung nicht langweilig: "Wir haben festgestellt, dass es einige Sachen wie Feuerwehr überall gibt. Trotzdem ist jedes Dorf anders."

Das zweite Team der Sendung hatte seine Technik derweil beim 1994 gegründeten Schützenverein aufgebaut. Hier wollte Autor Mathias Schäfer das Training des Salutschießens für die Fernsehzuschauer festhalten. Ein Dutzend der insgesamt 44 Vereinsmitglieder war in Schützentracht angetreten. "Gewehr ab! - Laden! - Legt an!", befehligte Steffen Dietzsch, der Leiter der Salutgruppe. Richtig geknallt hat es während der Dreharbeiten zunächst nicht. Nur für eine letzte Tonaufnahme wurde Salutmunition für die Schrotflinten ausgeteilt. Anschließend hatten Steffen Dietzsch und Erik Walther die Salutkanone vorgeführt, und schließlich wurde im Schützenhaus gefilmt. Vereinschef Uwe Kreßner erzählte dem Drehteam dabei, wie viel Eigenleistung die Vereinsmitglieder in ihren Schießstand gesteckt haben.

"Im Mittelpunkt steht für mich hier das Vereinsleben", umreißt Mathias Schäfer sein Konzept für die Sendung über Neuwürschnitz. Und so wurde unter anderem beim Neuwürschnitzer Carnevalsverein und beim Musikverein im Soziokulturellen Zentrum gedreht. Nachdem sich der MDR seine Drehorte ursprünglich selbst ausgesucht hatte, können sich seit nunmehr zwei Jahren Interessenten beim Sender melden. "Wir sind sehr dankbar, dass es Bewerber gibt", so Mathias Schäfer. Er beschreibt das Ziel der Filme: "Wir wollen wissen, wie es im Dorf aussieht und wie die Leute drauf sind."

Ausgestrahlt wird der halbstündige Film "Neuwürschnitz: Unser Dorf hat Wochenende" am 16. Februar um 9 Uhr sowie am 22. Februar um 12.45 Uhr im Fernsehen des Mitteldeutschen Rundfunks..


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