Freibad: Weniger Besucher, geringeres Defizit

Burkhardtsdorf pumpt erneut einen sechsstelligen Zuschuss ins Bad. Ein Luxus, den sich die Gemeinde weiter leisten will.

Burkhardtsdorf.

Es ist eine jener Erkenntnisse, die zwar logisch, aber auf den ersten Blick dennoch überraschend sind: Da besuchen in Burkhardtsdorf rund 7500 Gäste weniger das örtliche Freibad als noch im Vorjahr und trotzdem reduziert sich das erwirtschaftete Defizit um rund 4500 Euro auf nunmehr noch 112.400 Euro. "Je mehr Besucher wir haben, desto mehr Beckenpersonal ist notwendig und das lässt die Kosten steigen", erklärte Fachbereichsleiter Jörg Spiller dem Gemeinderat in einer kurzen Vorabinformation dem Gemeinderat. Rund 3300 Arbeitsstunden des Freibadpersonals im Jahr 2019 stehen 3480 Stunden im Vorjahr gegenüber. Und so sind Rekordsommer für Badegäste herrlich, für passionierte Mitarbeiter schön, aber arbeitsreich und für Buchhalter eher ärgerlich.

21.777 Besucher sind in der vergangenen Badesaison im Burkhardtsdorfer Bad registriert worden. 2018 waren es hingegen 29.316. Auch der Anteil der Schulschwimmens ging um 470 auf 2238 Schüler zurück. Auf Basis der kompletten Abrechnung ergibt sich daraus ein Zuschussbedarf von 5,75 Euro pro Kopf. Das detaillierte Zahlenwerk wird Jörg Spiller dem Badbetriebsausschuss im März präsentierten.

Für die Zukunft schlägt die Verwaltung dem Badbetriebsausschuss vor, das Bad weiter kommunal zu betreiben und an der Personalausstattung festzuhalten. Diese habe sich bewährt. Neben Badbetriebsleiter Frank Nebel sind 0,9 Stellen dem Freibad zugerechnet. "Zur Abdeckung der rechtlich notwendigen Personalsituation in Spitzenzeiten des Badbetriebes, wurden in der Badesaison 2019 ein selbstständig tätiger Rettungsschwimmer und zwei Schwimmmeister auf geringfügiger Basis eingesetzt", erläutert Spiller. An der Kasse war zur Kernsaison eine weitere Kraft geringfügig beschäftigt. Die Verwaltung regt an, die Preisgestaltung in der kommenden Badesaison beizubehalten. Eine Tageskarte soll weiter 3,50 Euro für Erwachsene und 1,50 Euro für Kinder kosten.

Der Vorbetreiber hatte bis 2017 einen jährlichen Zuschuss von 40.000 Euro bekommen, sich aber nach Einschätzung der Gemeinde nicht ausreichend um die Instandhaltung gekümmert. Noch immer herrscht ein Investitionsstau von rund 39.000 Euro. Zudem ist die Besucherzahl nach der Übernahme durch die Gemeinde signifikant gestiegen. Allein im ersten Jahr ist ein Plus von rund 6350 Besuchern verzeichnet worden.


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