Fuchsien überdauern Generationen

Unter den Liebhabern dieses Gewächses gilt Klaus Harnisch seit Jahren als ausgewiesener Experte. Beim Fuchsienmarkt wollte der Zwönitzer am Wochenende seinen Bestand von derzeit rund 500 Pflanzen reduzieren.

Zwönitz.

Die Besucher des Fuchsienmarktes im Garten von Klaus Harnisch konnten angesichts der Blütenfülle nur staunen. Die Trockenheit der letzten Wochen scheint an diesem Grundstück in Niederzwönitz spurlos vorbeigegangen zu sein. Alles grünt und blüht so üppig, dass einem die Augen übergehen. Rund 500 Fuchsienpflanzen gedeihen hier. Eintönig ist das aufgrund der Vielfalt an Wuchsformen, Farben und Blütenformen jedoch keineswegs. Etwa 300 verschiedene Sorten des Nachtkerzengewächses wachsen im Garten von Klaus Harnisch und seiner Ehefrau Christine.

Bei der Frage nach seiner Lieblingssorte erzählt Klaus Harnisch, dass das immer wieder wechselt. Dann zeigt er auf eine eher unscheinbar blühende Fuchsie. "Zur Zeit ist Die schöne Wilhelmine meine Lieblingssorte. Die blüht ständig, setzt immer wieder Knospen an, während viele Sorten zwischendurch Blühpausen einlegen."


Richtig gepackt hat Harnischs die Leidenschaft für Fuchsien vor 20 Jahren durch seine Arbeit im Gartencenter Roth: "Begeistert habe ich mich für Fuchsien schon immer. Damals haben wir etwas Besonderes gesucht." Inzwischen ist die Fuchsie in Zwönitz fast zum Markenzeichen geworden. Zwölf Fuchsiensorten wurden bislang im Gartencenter getauft. Ihre Namen sind oft lokal verankert. So finden sich in Harnischs Sammlung Sorten namens Zwönitzer Nachtwächter, Zwönitztal und Freistaat Sachsen.

Doch die Sammelleidenschaft geht weit übers berufliche Interesse hinaus. Das weiß auch Tochter Jana, die ihren ganz eigenen Favoriten in der Sammlung ihrer Eltern hat: "Die schönste Sorte ist für mich die Fuchsie Jubelpaar. Mein Bruder Karsten und ich haben die Züchtung dieser Sorte zwei Jahre vor der Goldenen Hochzeit unserer Eltern in Auftrag gegeben." Zuchtziel: eine außergewöhnliche Form und Farbe. Zum Jubelfest im Jahr 2013 wurde die Sorte mit den extra langen Blüten dann getauft. Ein passendes Geschenk für eine langjährige Ehe, denn Fuchsien können recht alt werden. Klaus Harnisch: "Fuchsien können durchaus drei oder vier Generationen erleben. Unsere ältesten Pflanzen sind nachweislich 130 Jahre alt."

Den Interessenten gibt Christine Harnisch beim Fuchsienmarkt die wichtigsten Tipps für gärtnerischen Erfolg mit auf den Weg: "Fuchsien brauchen gute Kübelpflanzenerde, und es sollten Hornspäne mit hinein, denn die Erde muss wasserdurchlässig sein." Viele Sorten bevorzugen Halbschatten, einige vertragen jedoch auch sonnige Plätze. Im Winter ist eine Temperatur zwischen drei und fünf Grad Celsius ideal. Da die Pflanzen das Laub abwerfen, brauchen sie in dieser Zeit jedoch kein Licht.

Harnischs wollten beim Fuchsienmarkt vor allem die Zahl ihrer Pflanzen reduzieren, denn mit seinen 79 Jahren will Klaus Harnisch künftig kürzer treten. Bis zur Winterfestmachung soll die Zahl der Sorten verringert werden. Außerdem will Klaus Harnisch seinen Posten als Leiter des 60-köpfigen Fuchsien-Freundeskreises Sachsen in jüngere Hände geben. Ganz aufgeben wird er sein Hobby jedoch nicht, und so wachsen hinten im Gewächshaus in etlichen Töpfchen bereits wieder neue Fuchsien-Stecklinge heran.

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