Für einen Popsong krempelte er sein Leben um

Florian Stölzel aus Grünhain träumt davon, die Musik zum Beruf zu machen. Jetzt ist er einen Schritt weiter: Seine erste Single ist da.

Grünhain-Beierfeld.

"Mit dir bin ich eins" ist ein Lied über die Liebe oder die Freundschaft, je nachdem, wer es sich anhört. "Es geht um die Verbindung zu einem ganz besonderen Menschen", sagt Florian Stölzel (25). "Familie, Freundeskreis, Partnerschaft, da kann jeder etwas anderes hineininterpretieren. Es kommt darauf an, was er gerade fühlt und was ihm wichtig ist." Mit dem Lied möchte der junge Mann aus Grünhain seine Karriere als Popsänger ankurbeln. Vor wenigen Tagen erst ist es erschienen. Knapp dreieinhalb Minuten lang, ist es jetzt als MP3-Datei auf allen gängigen Streaming-Plattformen wie Amazon Music, iTunes oder Spotify zu haben.

Als Florian das Lied produzierte, dachte er an seinen kleinen Sohn. "Für ihn hab ich es geschrieben. Es geht um mein Kind", sagt er. In dem Song stecken also viele sehr persönliche Gefühle - und jede Menge Geld. Die Produktion habe den Gegenwert eines Kleinwagens verschlungen, sagt Florian Stölzel.


Dafür hat er sein Leben umgekrempelt. Nach der Ausbildung zum Bankkaufmann fuhr er nachts Taxi, um Geld für das Studio in Berlin zu verdienen. Als das nicht reichte, verkaufte er sein Auto. Auch einige Sponsoren haben ihn unterstützt. "Im Moment habe ich gar nichts außer meiner Familie und der Single", sagt er.

Kürzlich durfte Florian sein Lied in Stefanie Hertels Muttertagsshow im MDR-Fernsehen singen. Danach habe er positive Resonanz erfahren, sagt er. Am 29. Juni tritt er live bei der MDR-Sommerparty auf.

"Mein Produzent und ich haben mehrere Lieder geschrieben", erzählt Florian. "Unser Ziel ist ein komplettes Album. Noch ist das zu teuer, um es selbst zu produzieren. Ich hoffe, dass vielleicht ein Label auf mich aufmerksam wird."

Vor einigen Jahren machte der junge Grünhainer mit seiner Zither von sich reden. Er spielte Popsongs auf dem ehrwürdigen Instrument und gab alten Liedern einen frischen Klang. Auch damit schaffte er es ins Fernsehen. Am liebsten aber möchte er Popsänger werden. "Die Zither kommt da erst einmal nicht vor, doch ich kann mir gut vorstellen, sie irgendwann als Begleitinstrument einzusetzen", sagt Florian. "An den Nagel hängen will ich sie auf keinen Fall, ich bin mit ihr aufgewachsen."

In der Weihnachtszeit geht er wieder als Zitherspieler mit Volksmusik-Star Stefanie Hertel auf Tour, auch auf Beerdigungen spielt er das alte Instrument. Regelmäßig tritt er mit "Saitensprung", der Band seines Vaters Sylvio, auf. "Mein Traum ist, eines Tages von der Musik leben zu können", sagt Florian Stölzel.

Dieses Ziel hat er schon vor vielen Jahren verkündet, sprach sogar von einem Kindheitstraum. Einen kleinen Schritt ist er seinem Vorhaben jetzt wieder nähergekommen.

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