Gemeinschaftshaus hat für Gornsdorf Priorität

Deutlich weniger Gewerbesteuereinnahmen zwingen die Gemeinde zu einem Sparkurs. Am Umbau der alten Schule wird aber festgehalten.

Gornsdorf.

Erhebliche Rückzahlungen sowie weniger Vorauszahlungen bei der Gewerbesteuer werden den Gornsdorfer Haushalt in diesem Jahr schwer belasten. Die Kämmerei rechnet mit insgesamt 848.000 Euro weniger als geplant. Auch beim Anteil an der Umsatzsteuer werden 36.000 Euro fehlen. So steht es im Entwurf für den Nachtragshaushalt, den der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung am Dienstag beschließen soll.

Voriges Jahr hatte Gornsdorf erstmals einen Doppelhaushalt aufgestellt, nun ist für 2020 ein Nachtrag notwendig. Und der sieht alles andere als rosig aus. Die Gemeinde wird das Jahr voraussichtlich mit einem negativen Gesamtergebnis in Höhe von gut 424.000 Euro abschließen. Das soll mithilfe gebuchter Rücklagen ausgeglichen werden, erläutert Bürgermeisterin Andrea Arnold (CDU).

Dennoch müsse die Gemeinde an den angekündigten Kürzungen festhalten. Die Sportlerehrung, Babybegrüßung und Zuschüsse zum Beispiel fürs Essensgeld der Kinder fallen bis auf weiteres weg. "Aber wir haben Spenden erhalten. Der Gemeinderat wird festlegen, was damit doch weiter geführt werden kann", so Arnold. Die Gemeinde sei nach dem Schulneubau gerade dabei gewesen, sich wieder ein Polster aufzubauen. "Die Alternative wäre, Einrichtungen wie Naturbad oder Volkshaus zu schließen. Das hilft vielleicht in dem einen Jahr, aber nicht dauerhaft."

Dennoch wird am Umbau des Dorfgemeinschaftshauses festgehalten. Der wird deutlich teurer, weil im Gebäude der Hausschwamm steckt. Die Gemeinde hat erneut Fördermittel beantragt und hofft auf einen Zuschuss aus dem Leadertopf - wenn alles gut geht, könnten das 400.000 Euro sein. Dennoch soll ein Kredit über 250.000 Euro aufgenommen werden.

Angestiegen sind auch die Zuschüsse für den Träger der Kindertagesstätte und des Hortes aufgrund von Tariferhöhungen. Die Aufwendungen liegen im Haushaltsjahr inzwischen bei knapp 864.000 Euro. "Wir werden nicht umhin kommen, da irgendwann über eine Beitragserhöhung nachzudenken", so Arnold.

Der Nachtragshaushalt ist Thema der nächsten Sitzung des Gemeinderats am Dienstag ab 19 Uhr. Auch über die Inbetriebnahme des Naturbades wird entschieden.


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