Gruppe mit Wohnwagen zieht nur "um die Ecke"

"Fahrendes Volk" hat in Niederwürschnitz sein Lager aufgeschlagen

Niederwürschnitz.

Die Frist, die den Wohnwagenfahrern mit belgischen und französischen Kennzeichen zum Verlassen des Platzes am Ex-Sonderpostenmarkt an der Hohensteiner Straße in Niederwürschnitz gesetzt wurde, haben sie am gestrigen Dienstagabend zwar eingehalten - aber nur wenig später hatten sie schon ihr neues Lager im Ort aufgeschlagen: an der Alten Ziegelei. "Wir haben den Vereinschef informiert, gemeinsam mit der Polizei besprechen wir dann das weitere Vorgehen", sagte Bürgermeister Matthias Anton kurz nach 19 Uhr.

Die Vorgeschichte: Die Polizei hatte Lugaus Ordnungsamtschef Holger Möckel am Samstag informiert, dass mehrere Wohnwagennutzer ihr Lager auf dem Parkplatz des Ex-Sonderpostenmarkts an der Hohensteiner Straße in Niederwürschnitz aufgeschlagen haben. Zuvor, so bestätigt es Andrzej Rydzik, Polizeipressesprecher in Chemnitz, hatten die sieben Wohnwagen und dazugehörigen Pkw auf dem Schillerplatz in Stollberg gestanden. Polizeibeamte hätten den Personen dort aber mitgeteilt, dass das Campieren auf dem öffentlichen Platz nicht zulässig sei, und sie aufgefordert, einen Campingplatz aufzusuchen. Daraufhin verließen sie Stollberg - fuhren aber nur bis zu besagtem Grundstück. Holger Möckel informierte den Niederwürschnitzer Bürgermeister, MatthiasAnton wiederum machte sich auf den Weg zu den "Campern". Er habe auf einem privaten Gelände zwar keine direkte Handhabe, wollte aber wissen, wie sich die Leute den Aufenthalt dort vorstellen und wie lange sie bleiben wollen. "Schließlich haben sie da ja keinen Stromanschluss und ihre Toiletten entsorgen müssen sie auch", sagte er gegenüber "Freie Presse". Man habe ihm erklärt, dass man vom Makler des Eigentümers die Erlaubnis habe, eine Woche zu bleiben. Dessen Telefonnummer hatten sie auf einem Verkaufs-Plakat für das Objekt entdeckt. Später stellte es sich heraus, dass der Makler nur von ein bis zwei Tagen gesprochen hatte, weil ihm etwas von einer Panne erzählt worden sei, so Anton. Am Montag habe man dann auch den Grundstückseigentümer erreicht, der am Dienstag schriftlich sein Einverständnis bescheinigte, dass die Gemeinde die Leute des Platzes verweist. Dem kam das "fahrende Volk" zwar zuvor, es beschäftigt Gemeinde und Polizei aber weiter.

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