Holzverkauf lohnt nicht immer

Kommunen müssen sparsam agieren und dürfen sich Einnahmequellen nicht entgehen lassen. Was aber, wenn der Aufwand größer als der Erlös ist?

Stollberg.

Ein Baum auf kommunalem Grund wird zur Gefährdung, es wird entschieden, ihn zu fällen. Da es kein riesiger Stamm ist, bei dem der Einsatz eines Fachbetriebes notwendig ist, übernimmt der Bauhof die Fällung. So weit ist alles klar. Aber was geschieht mit dem Holz?

Schließlich hat es einen gewissen Wert, auf den die Kommune nicht einfach verzichten darf. Andererseits besteht gerade bei kleineren Exemplaren die Gefahr, dass die Ermittlung dieses Wertes einen größeren Verwaltungsaufwand bedeutet, als der Verkauf schließlich einbringt. In Lugau hat man sich dazu unlängst Gedanken gemacht, und schließlich ist die Entscheidung gefallen, dass künftig im Anzeiger veröffentlicht werden soll, wenn derartiges Holz verfügbar ist. "Es kann dann von Interessenten gegen Gebot erworben werden", so Bürgermeister Thomas Weikert. Auf diese Lösung hat ihn zufällig ein Amtskollege gebracht.

Und wie lösen andere Kommunen die Frage nach der Verwertung von kleineren Holzmengen? Für Fachbereichsleiter Jörg Spiller in Burkhardtsdorf steht sie gar nicht. "Wir haben für den Gebäudekomplex Feuerwehr/Bauhof einen Holzfeuerungsanlage, in der das Holz von den Bäumen, die der Bauhof übers Jahr geschlagen hat, verwertet wird", sagt er. Insofern es sich um größere Bäume handle und der Transport zu aufwendig sei, werde das anfallende Holz mit den Aufwendungen des ausführenden Unternehmens verrechnet. Laut Albrecht Spindler, Bürgermeister von Jahnsdorf, wird dort oft ähnlich verfahren. "Ist dagegen der Standort des Baumes und der Durchmesser des Stammholzes für einen separaten Verkauf geeignet, kommt auch die Abgabe des Holzes an private Interessenten in Betracht." Wichtig dafür sei aber, ob das Holz für einige Zeit an Ort und Stelle verbleiben könne, bis der Verkauf klar ist. Dafür werde das Holz dann bezüglich Stamm-/Astdurchmesser und Länge aufgemessen und nach Raummeter verkauft. "Da dies tatsächlich einiges an Zeitaufwand bedeutet, wird häufig der Komplettpreis des Anbieters in Anspruch genommen", so Spindler.

Auch in Hohndorf wird das durch Fällarbeiten des Bauhofes angefallene Holz "in aller Regel verkauft", so Jan Heinzig, Hauptamtsleiter. Man habe dafür einen internen Preiskatalog erstellt, nach dem der Wert geschätzt wird. In Stollberg indes wird generell eine Firma eingesetzt und der Holzerlös dann im Angebot verrechnet, so Hauptamtsleiterin Kersti Kägebein. Handelt es sich um nicht verwertbares Holz, wird es vom Bauhof entsorgt.

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