Jahnsdorf geht mit der Zeit: Infos gibt es direkt aufs Handy

Die Gemeinde setzt schon länger auf die neuen digitalen Möglichkeiten, hat zum Beispiel eine eigene App. Nun sollen besondere Wanderstelen im ganzen Ort verteilt den Begriff Infotafel neu definieren.

Jahnsdorf.

Das Projekt der Gemeinde Jahnsdorf "Modernes Wandern auf den Spuren der Vergangenheit" nimmt Gestalt an. Das erste Objekt ist am Pflegeheim "Grünen Aue" in Jahnsdorf aufgestellt worden. Auf einem Edelrost-Gestell befinden sich zwei Informationstafeln. Eine Seite zeigt die Geschichte des Gebäudes in Schriftform, gegenüber befinden sich drei QR-Codes, die mittels eines entsprechenden Programms auf dem Handy gescannt werden können. QR steht für "schnelle Antwort", was sich auf den unmittelbaren Zugang zu den versteckten Informationen im Code bezieht. Zu sehen sind unter anderem historische Ansichtskarten vom ehemaligen Tanzlokal Grüne Aue.

Das Projekt hat die Gemeinde 2018 beim sächsischen Ministerium für Regionalentwicklung eingereicht, das vor zwei Jahren erstmals zu einem Wettbewerb unter dem Motto "Zukunftsideen für den ländlichen Raum" aufrief. Daraufhin ergriffen Bürgermeister Albrecht Spindler und Systemadministrator Alexander Krauß die Initiative. Gemeinsam mit Designer Michael Knauth wurde ein Konzept erarbeitet und eingereicht. Das Projekt wurde am Ende mit 135.000 Euro prämiert. "Der gesamte Betrag spiegelt sich nicht nur in den Stelen wider. Darin enthalten sind auch die Kosten für Technik und Material. Auch Wanderwege wurden in Schuss gebracht", sagt Albrecht Spindler. Ziel des Projektes sei es, dass Einwohner und Besucher durch das Wandern von Stele zu Stele die Ortsteile besser oder aus einem anderen Blickwinkel kennenlernen.

Für die Umsetzung haben sich die Macher die Dorf und Heimatvereine der vier Ortsteile ins Boot geholt. Mit deren Unterstützung werden nun die weiteren Informationstafeln erarbeitet. "Durch die QR-Codes sind die Tafeln zeitgemäß. Wir hoffen, damit viele junge Leute zu erreichen", so Spindler. "Seit der Eröffnung am 26. Juni haben bereits mehr als 70 Personen den Code gescannt", weiß Alexander Krauß.

Durch den QR-Code können die Inhalte dynamisch gestaltet werden. Das heißt, die Maske des Codes bleibt gleich, doch die Inhalte sind anpassbar. So sind jederzeit Veränderungen oder Ergänzungen möglich. Das Projekt lebt davon, dass in bestimmten Abständen immer wieder neue Informationen an die Nutzer weitergegeben werden können. Ideen dazu gibt es viele. Zum Beispiel ist geplant, Zeitzeugengespräche mit Senioren aufzunehmen. Durch die Erinnerungen der älteren Menschen zu bestimmten Gebäuden oder Standorten soll die Ortsgeschichte erlebbar gestaltet werden. Auch mit einer Drohne aufgenommene Ansichten, historische Ereignisse oder ein thematisches Frage- und Antwortspiel sind vorstellbar.

Insgesamt plant die Gemeinde mindestens 50 digital verknüpfte Wanderstelen. Davon werden 25 in Jahnsdorf, 15 in Leukersdorf, und jeweils fünf in Seifersdorf und Pfaffenhain stehen. Die nächsten fünf Objekte sind bereits einbetoniert. Bis zum Sommer 2021 werden alle Stelen an den jeweiligen Standorten aufgestellt. Die komplette Fertigstellung des Projektes mit allen Inhalten ist für Frühjahr 2021 geplant.

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