Jahnsdorfer wagen Neuanfang auf zerstörter Streuobstwiese

Vor einem Jahr war das Gelände mehrmals verwüstet worden. Ein Baumschützer will die Fläche nun wieder in Schuss bringen - obwohl die Täter nie gefasst wurden.

Jahnsdorf.

Maik Löffler wird seine Zweifel nicht ganz los. Der Jahnsdorfer Baumschutzkommissar war bestürzt darüber, dass die hiesige Streuobstwiese vor einem Jahr mehrfach verwüstet wurde. Umgeknickte Äste, kaputte Stämme, abgeschälte Rinde - etwa die Hälfte der rund 60 Obstbäume war betroffen. Danach herrschte lange Zeit Skepsis: Lohnt sich ein Neustart? Oder schlagen die Täter wieder zu? "Sie wurden nie gefasst", sagt Löffler.

Doch jetzt haben er und die Gemeinde sich dazu durchgerungen, das Gelände wieder in Schuss zu bringen. "Es gibt viele Leute, die sich darüber freuen", sagt Löffler. Weil er Helfer gebrauchen kann, ruft er zu einem Arbeitseinsatz im Frühjahr auf. Zwischen Ende Februar und Ende März will Löffler zunächst tote Bäume entfernen. Dann sollen Bäume, die noch zu retten sind, behandelt werden. Löffler rechnet mit 30Stunden Arbeit. Zudem ist geplant, neue Bäume zu pflanzen. Der Anfang ist schon gemacht: Die Gemeinde kaufte im vergangenen Spätherbst fünf Obstbäume, die bereits in den Boden gesetzt wurden.

Löffler, der auch Naturschutzbeauftragter in Jahnsdorf ist, hatte 2014 maßgeblich dazu beigetragen, dass die Streuobstwiese angelegt wurde. Freunde halfen ihm dabei ebenso wie die Gemeinde, der das Gelände gehört. Im Sommer 2017 trugen einige Äste zum ersten Mal kleine Früchte. Die Bäume wurden per Hand beschädigt, vermutet Löffler. Er fand jedenfalls keine Spuren, die auf Sägen oder Zangen hindeuten. Daraus zog er den Schluss, dass Kinder oder Jugendliche im Teenie-Alter nicht als Täter infrage kommen. "Ein Pflaumenbaum lässt sich nicht so einfach umknicken. Da braucht man Kraft und Zeit."

Nach der Zerstörung boten Jahnsdorfer an, Bäume zu spenden. Auch das ist wieder möglich. Tatsächlich bietet das Gelände noch viel Platz. Die Ziel war einst, bis zu 100 Bäume auf einer Fläche von einem Hektar zu pflanzen - vor allem Sorten, die im Erzgebirge heimisch sind.

Wer helfen oder spenden will, kann sich unter 0371 2718221 an die Gemeinde wenden oder eine E-Mail schreiben.

m.bleyer@jahnsdorf-erzgeb.de

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...