Kleine Akrobaten üben für ihren großen Auftritt

Ein fast zweistündiges Zirkusprogramm studieren 32 Kindergartenkinder und 85 Grundschüler in dieser Woche in Burkhardtsdorf ein. Dabei geht es um mehr als Seiltanz und Feuershow.

Burkhardtsdorf.

Als waschechter Clown will sich der zehnjährige Eric diese Woche im "Projektcircus Andre Sperlich" bewähren. "Andere zum Lachen bringen, das kann er gut", attestiert ihm sein gleichaltriger Klassenkamerad Nick. Eric bestätigt: "Meine Eltern haben auch schon gesagt, zu mir würde Clown passen." Bevor es gestern erstmals in die Manege ging, mussten sich die Kinder aus neun Arbeitsgruppen für eine entscheiden. Eine Piratenshow stand dabei ebenso zur Auswahl wie Seiltanz, Zauberei und eine Feuer-, Fakir und Schlangenshow.

Vitus will zu den Piraten. Für Ricardo kommt Akrobatik oder Feuershow infrage. Lukas und Nick hat es die Zauberei angetan. Über die Eignung entscheiden schließlich neun ausgebildete Artistiktrainer. "Unser Vorteil ist es, dass wir unvoreingenommen sind und dadurch schnell erkennen, was mit den Kindern geht", meint Zirkusdirektor Andre Sperlich, der in seinem Projektzirkus bewusst Altersklassen mischt: "Wir machen das seit zwölf Jahren. Wegen der verschiedenen Schwierigkeitsgrade hat sich gerade die Zusammenarbeit verschiedener Altersklassen von fünf bis etwa zwölf Jahren bewährt."

Im Grunde kann jedes Kind überall mitmachen. Vor allem bei den Artisten muss jedoch genau hingeschaut werden. Sperlich: "Die Trapezkünstler müssen sehr fit sein." Zum Start haben die Profis Einblicke in ihr Programm gegeben. Danach ging es mit den Proben los. An Halligalli ist nicht zu denken, denn es gibt klare Regeln: Bonbons und Kaugummis sind ebenso verboten wie das Herumrennen im Zelt. "Die Kinder sollen Disziplin und Konzentration lernen, dabei aber auch Spaß haben", so Sperlich. Für Petra Neuber, Leiterin der Kindertagesstätte Meinersdorfer Rasselbande, geht mit dem Zirkusprojekt ein Traum in Erfüllung: "Ich habe schon solche Aufführungen gesehen und finde es absolut Spitze. Es ist unglaublich ergreifend, wenn die eigenen Kinder in der Manege in Aktion sind." Der Aufwand ist jedoch enorm und die Kosten entsprechend hoch. Gestemmt werden konnte das Projekt durch mehrere regionale Sponsoren, die insgesamt 7000 Euro gaben. Zudem konnte die Kita den Burkhardtsdorfer Hort als Partner ins Boot holen.

Hortleiter Thomas Hofmann verweist auf die pädagogische Wirkung des Projektes: "Unser Bildungsauftrag besteht auch im Trainieren sozialer Kompetenzen. Hier bekommen die Kinder Selbstbewusstsein und erhalten eine Bühne." Der Zirkus ist für Hofmann eine ideale Plattform: "In Kinderbüchern ist der Zirkus noch allgegenwärtig. Leider stirbt er in der Realität fast aus."

Im Zirkuszelt und der angrenzenden Eurofoam-Arena ist davon in dieser Woche aber nichts zu spüren. Die kleinen Tauben-Dresseure und Jongleure, Clowns und Schlangenbändiger üben bis Donnerstag an ihrem Auftritt. Das Interesse für die Aufführungen ist groß. Und so verwundert es nicht, dass der angehende Zirkuspirat Vitus bekennt: "Ein bisschen Lampenfieber habe ich schon."

Die Vorstellungen am Freitag und Samstag sind bereits ausverkauft. Restkarten gibt es noch für eine Zusatzvorstellung morgen, 17 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 5 Euro, für Kinder 3 Euro.

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