Kunstrasen, Breitband und Radwegebau stehen an

48 Kandidaten bewerben sich für die 18 Sitze im Stadtrat. In dem könnte es künftig fünf statt der bisher drei Fraktionen geben.

Lugau.

6799 Lugauerinnen und Lugauer - damit machen die Wahlberechtigten reichlich 85 Prozent aller Bürger aus - haben am 26. Mai die Chance, mitzureden, wer in den nächsten fünf Jahren die Geschicke der Stadt in die Hand nehmen soll. Sie können zur Kommunalwahl zwischen 48 Kandidaten wählen, die sich für die 18 Sitze im Stadtrat bewerben. Aufgestellt wurden sie von fünf Parteien beziehungsweise Wahlbündnissen - aktuell gibt es im Rat die Freie Wählergemeinschaft die Linke und die CDU. Hinzu kommen elf Männer und Frauen, die für den Ortschaftsrat von Erlbach-Kirchberg kandidieren. In diesem sind sechs Sitze zu vergeben.

Für Bürgermeister Thomas Weikert (Linke) ist der Zeitpunkt der Wahl ein passender, denn man habe gerade die Fortschreibung des integrierten Stadtentwicklungskonzepts (Insek) auf den Weg gebracht. Der neue Stadtrat könne sich so gleich mit den Zukunftsaussagen für alle Lebensbereiche wie Wohnen, Sport und Freizeit oder Bildung im Konzept auseinandersetzen. "Das Thema Digitalisierung und Breitbandausbau wird uns sicher künftig stärker beschäftigen. Auch beim Straßenbau hätten wir einiges zu tun, das Kunstrasenprojekt für den Fußball oder der Radweg nach Oelsnitz könnten in den nächsten Jahren große Maßnahmen sein", erklärt er. Wichtig für ihn ebenfalls: die Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen - sowohl innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft mit Niederwürschnitz als auch in der Leader-Förderregion oder in der Arbeitsgruppe Steinkohlenweg. Klar sei auch, dass Bahnhof, Güterboden und Stadtspielplatz fertiggestellt werden müssen. Einen Wunsch hat Weikert noch, wobei es auch dabei um eine Fortführung geht: "Mir ist sehr wichtig, dass es weiterhin diese sehr gute und fraktionsübergreifende Zusammenarbeit im Rat gibt."


Sind die Lugauer zufrieden mit dem, was geschaffen wurde? Pfarrerin Sabine Hacker: "Mein Eindruck aus Gesprächen ist, dass im Großen und Ganzen Zufriedenheit mit der Kommunalpolitik in Lugau herrscht." Sie selbst sei sehr dankbar für die gute Zusammenarbeit zwischen Kommune und Kirche. "Ich wünsche mir natürlich, dass das auch nach der Wahl so weiter geführt werden kann."

Auch Streetworker Holger "Fritz" Junghans fände es gut, wenn der neue Stadtrat fortsetzt, was der bisherige praktiziert hat - insbesondere auch, was die Jugendarbeit betrifft. "Die Wünsche der Jugendlichen werden in Lugau nicht ignoriert. Es wird viel daran gesetzt, sie einzubeziehen", sagt er. So sei auch der Wille, selbst mitzugestalten, bei den Jugendlichen da, sagt er. Zuletzt bewiesen sie das insbesondere bei der Verlegung ihrer Skater- und Dirtbikeanlage von der Chemnitzer Straße in Richtung Stadtpark, auch eine alte Halfpipe möbelten die jungen Leute mit viel Einsatz und mit Unterstützung der Stadt auf. Rund 440.000 Euro hat Lugau in das Skater-Areal investiert. "Die jungen Leute können aktiv am Gelände mitwirken", sagt der Kreisjugendring-Mitarbeiter. Das sei wirklich selten. Auch der Jugendstammtisch in Lugau sei eine gute Sache, wo es für die jungen Leute keine strikten Vorgaben gebe. "Hier wird wirklich Partizipation gelebt."

In Lugau leben 7984 Einwohner, bei einem Kreditvolumen von reichlich 4,09 Millionen Euro liegt die Pro-Kopf-Verschuldung bei 510,21 Euro. Es gibt vier Kitas und drei Tagesmuttis, eine staatliche und eine private Grundschule, eine Oberschule und eine Freie Berufsschule. Die Lugauer engagieren sich in rund 62 Vereinen, zudem gibt es drei freiwillige Feuerwehren in Lugau, Erlbach-Kirchberg und Ursprung. Lugau hat eine Tochtergesellschaft: die Wohnungsbaugesellschaft Lugau.


Die Kandidaten für den Lugauer Stadtrat und den Erlbach-Kirchberger Ortschaftsrat

Bewerber Stadtrat

Freie Wählergemeinschaft Lugau:

Andreas Dietz (Jahrgang 1970, Uhrmachermeister), Klaus Küttner (1940, Rentner), Peter Mehner (1968, Bankbetriebswirt), Jan Kämpf (1972, Bäckermeister, Rico Folgner (1982, Meister für Informationstechnik), Sven Schimmel (1977, Kommunikationswirt) Wolfgang Kunz (Jahrgang 1962, Kfz-Handwerksmeister), Daniel Köhler (1981, Tischlermeister), Tom

Kaden (1981, Anlagenmechaniker), Bernd Kuschel (1954, Rentner), Saskia Brandt (1989, Dipl.-Wirtschaftsing.),

Annett Mildner (1967, Floristin), Ulf Winkler (1973, Elektrotechniker),

André Schulz (1978, Prozessoptimierer), Ulli Weiß (1977, Hausmeister/ Elektriker), Simone Wiedemann(1969, Näherin), René Fröhlich (1974, Teamleiter Teilefertigung), Sylvia Heydel (1980, Betriebswirtin).

Die Linke:

Dietmar Gutsche (1944, Rentner), Susann Schöniger (1976, Systemische Therapeutin), René Seek (1966, Kraftfahrer), Philipp Hesse (1997, Student), Monika Vogt (1956, Floristin), Jürgen Schuster (1963, Polier für Hochbau), Annerose Aurich (1949, Rentnerin).

Christlich Demokratische Union:

Christina Schreiter (1950, Geschäftsführerin Friseur und Kosmetik), Jan Jacob (1954, Bauamtsleiter), Frank Reinhold (1972, Mitarbeiter Qualitätsmanagement), Gisela Neumerkel (1949, Floristin/Rentnerin), Andreas Scheibner (1977, Taxifahrer), Ronny Bernhardt (1972, selbstständig im Landschaftsbau), Uta Wagner (1968, Leiterin Kita), Morris Metzner (1975, Geschäftsführer, Handelsfachwirt), Maik Herlt (1972, Betriebsleiter/Prokurist), Nancy Lorenz (1979, Inhaberin Kräutergarten), Dietmar Oppe (1953, Rentner), Stefan Reuther (1989, Dachdeckermeister, selbstständig), Marie-Luise Kreißig (1993, Steuerfachangestellte), Robert Lasch (1985, Softwareentwickler), Ines Herold (1966, Dipl.-Ing.ökonom, selbstständig), Marco Wildenhain (1972, selbstst.), Marko Schüßler (1972, Dachdecker).

Alternative für Deutschland:

Katja Dietz (1970, Auszubildende), Thomas Dietz (1967, Büroleiter), Stefan Kusserow (1983, Holzmechaniker), Gerd Schwarz (1947, Rentner).

Bündnis 90/Die Grünen:

Anja Köhler (1970, Verwaltungsfachangestellte), Barbara Ullmann (1966, Diplom-Betriebswirtin).

Bewerber Ortschaftsrat

Freie Wählergemeinschaft:

Peter Mehner (1968, Bankbetriebswirt), Jan Kämpf (1972, Bäckermeister), Wolfgang Kunz (1962, Kfz-Handwerksmeister), Daniel Köhler (1981, Tischlermeister), Tom Kaden (1981, Anlagenmechaniker), Bernd Kuschel (1945, Rentner), Ulf Winkler (1973, Elektrotechniker), Sylvia Heydel (1980, Betriebswirtin).

Christlich Demokratische Union:

Ines Herold (1966, Dipl.-Ing.ökonom, selbstständig), Robert Lasch (1985, Softwareentwickler), Marie-Luise Kreißig (1993, Steuerfachangestellte).


Das wollen die Parteien und Wählervereinigungen in Lugau erreichen

Freie Wählergemeinschaft Lugau: Für die FWG stehen die Innenstadtentwicklung, die Erhaltung der gewachsenen dörflichen Struktur in den Ortsteilen und die aktive Förderung von Jugend und Kultur ganz oben auf der Agenda. Wie Sprecher AndreasDietz erklärt, sei man eine freie Gemeinschaft von Parteien unabhängiger Bürger, die sich allen Einwohnern und ihrem Gewissen verpflichtet fühlen. Als Ziele stehen für die FWG unter anderem auch die Beschleunigung des Breitband-Netzausbaus, die Instandhaltung der Straßen und die Entwicklung eines Radweges von Lugau nach Gersdorf. Auch den Ausbau des Fußwegenetzes und eine sichere Zufahrt zum Garagenhof Sallauminer Straße sowie die Erhaltung und Entwicklung des Stadtbads hat sich die FWG auf die Fahnen geschrieben.

Die Linke: Die Linken sehen laut Susan Schöniger die Schwerpunkte ihrer Arbeit in Lugau in der Weiterentwicklung des Stadtzentrums mit Bahnhof, Güterboden und Stadtspielplatz sowie des Kohlebahnradweges in Richtung Oelsnitz, aber auch das Wirken für ein überregionales Wander- und Radwegenetz, beispielsweise die Radweganbindung entlang der B 180 in Richtung Gersdorf. Wichtig sei ihnen auch der Erhalt attraktiver Wohn- und Lebensräume in den Ortsteilen, Barrierefreiheit im Stadtgebiet und in öffentlichen Gebäuden, Energieeinsparung und Energieeffizienz in kommunalen Gebäuden, der Jugendstammtisch, die Feuerwehr, Vereine sowie Handel und Gewerbe. Über allem stehe natürlich eine solide Haushaltsführung, um Handlungsspielraum für die Zukunft zu sichern sowie Steuern und Abgaben stabil zu halten.

Christlich Demokratische Union: Wie Jan Jacob erklärt, wollen die Kandidaten der CDU - ob Mitglied oder parteilos - für ein lebenswertes, wirtschaftlich starkes, sicheres und menschenwürdiges Lugau eintreten. Wichtig sei ihnen dabei die Unterstützung der Industrie- und Gewerbebetriebe, die Begrenzung der Steuerlast,

Erhalt und Förderung bezahlbarer Wohnungen und Kitas, eine sinnvolle Erschließung von Eigenheimstandorten in allen Ortsteilen mit minimalen Eingriffen in das natürliche Umfeld und die Unterstützung aller Maßnahmen der Renaturierung, des Hochwasserschutzes und des Waldumbaus, zählt Jacob auf. Auch die Weiterentwicklung zur fahrradfreundlichen Stadt und die Weiterführung des Straßenbaus sowie die Verringerung des Verkehrslärms habe die CDU auf der Agenda.

Alternative für Deutschland: Die Kommunalpolitiker der AfD wollen sich für eine auch in Zukunft lebens- und liebenswerte Heimat einsetzen, erklärt AfD-Kreissprecher Thomas Dietz. Als wichtige Punkte im Kommunalwahlprogramm erachte man daher, dass es durch die anstehende Grundsteuerreform keine finanzielle Mehrbelastung der Bürger gibt sowie Gewerbesteuererhebungen mit Augenmaß erfolgen. Man wolle außerdem mehr direkte Demokratie durch Bürgerentscheide und Bürgerbefragungen bei Zukunftsthemen - wie zum Beispiel Gemeindefusionen - und einen Abbau der Bürokratie. Eine Forderung der AfD ist es zudem, keine weiteren Windkraftanlagen zu errichten.

Bündnis 90/Die Grünen: Dem ständig wachsenden Flächenfraß durch Ausweisung neuer Verkehrsflächen, Gewerbe- und Wohngebiete bei zunehmendem Leerstand Einhalt zu gebieten, gehöre zu den wichtigsten Herausforderungen, erklärt Anja Köhler. Damit werde die Artenvielfalt geschmälert und mitten im Klimawandel auch die Hochwassergefahrverschärft. Auch der Baumschutz müsse mehr Bedeutung erhalten. Der ständige Verlust von städtischem Grün und Straßenbäumen sei besorgniserregend, sagt sie. Dabei seien Bäume nicht nur Bestandteil des Landschaftsbildes und Lebensraum für Tiere, sondern auch Schattenspender und Garant zur Minderung von Schadstoffen und Lärm. (vh)

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