Lugauer Kabarettist Kendy Nikolai stellt neues Programm vor

Als Solokünstler will der 21-Jährige künftig die lokale Kleinkunstszene bereichern. Trotz seiner jungen Jahre bringt er schon eine Menge Bühnenerfahrung mit.

Lugau.

Seine Bühnenfiguren heißen "Helga Hoffmann" und "Kenni". Sein künstlerisches Vorbild ist Cindy aus Marzahn. Nach längerer Bühnenabstinenz will der Lugauer Kendy Nikolai mit heiteren Liedern, humoristischen Texten und Ein-Mann-Sketchen das hiesige Publikum zum Lachen bringen. Einigen dürfte der 21-Jährige schon bekannt sein, denn seine erste kabarettistische Bühnenfigur hatte Kendy Nikolai bereits vor fünf Jahren konzipiert: Im Jahr 2011 stand er als "Helga Hoffmann" schon mehrfach bei Gemeindefesten, Familien- und Firmenfeiern in Lugau und Umgebung auf der Bühne. Danach jedoch hatte für einige Jahre die Ausbildung Vorrang.

Die Liebe zur Bühne hat bei Kendy Nicolai ihre Wurzeln in der Kindheit. Als Elfjähriger war er zum Stollberger Kinder- und Jugendtheater Burattino gekommen. Nach ersten Auftritten in den Märchen "Rumpelstilzchen" und "Das tapfere Schneiderlein" durfte er dort in die Titelrolle von "Peter Pan" schlüpfen, ehe er 2009 das Ensemble wieder verließ. Bereits ab 2007 hatte er parallel in den Aufführungen der Lugauer Theaterkids, jetzt Kul(t)ourbanausen, mitgewirkt. Dort stand er als Mime auf der Bühne, wachte über die Ordnung bei Requisiten und Kostümen und führte zwei Jahre Regie.

Nachdem er als Darsteller in "Tod inklusive" auch am ersten Erwachsenenstück mitgewirkt hatte, war erst einmal Schluss - denn nach Abschluss der Mittelschule hatte zunächst die Ausbildung zum Restaurantfachmann Vorrang. Kendy Nikolai ist in die Nähe seines Ausbildungsbetriebes nach Chemnitz gezogen. Abends und an Wochenenden, wenn andere feierten, hatte er kaum frei. Inzwischen hat der die Lehre erfolgreich beendet, will aber weiter lernen. Im Sommer begann er eine dreijährige Ausbildung, bei der er das Abitur in Chemnitz ablegen will.

Seinen Wohnsitz hat er gerade wieder nach Lugau verlegt, wo er auch beim nächsten Stück der Kul(t)ourbanausen mitmischen wird. Parallel dazu startet er nun sein Soloprojekt. Die Texte sind geschrieben, die Bühnenfiguren lassen auf interessante Einfälle hoffen: So mimt Nikolai als "Helga Hoffmann" eine etwa 60-jährige Strumpfwirkerin, die in ihrer schwarzen Handtasche stets die Urne ihres verstorbenen Mannes Joseph mit sich führt. "Mit Helga Hoffmann bringe ich Lokalkolorit ins Programm, da gibt es viele Erinnerungen an das frühere Lugau im Vergleich zu heute." Bei seiner zweiten Figur wird die Affinität zum Kindertheater deutlich. "Mit dem verlorenen Jungen Kenni will ich eine Märchenfigur ins Kabarett bringen." Kenni, dessen Name sich aus den Anfängen von Vor- und Zuname des Mimen zusammensetzt, nimmt Anleihen bei Peter Pan. "Der etwa Zwölfjährige wurde aus einem Nimmerland geschickt, wo innerhalb eines Experimentes die Kinder alles machen durften, was auch die Erwachsenen dürfen. Das bietet mir die Möglichkeit, Generationenkonflikte von Schule, Drogenmissbrauch bis zur Preisgabe persönlichen Daten im Internet auf die Bühne zu bringen." Bei seinen Geschichten lässt sich Kendy Nikolai von Erlebten inspirieren, greift aber auch auf Dinge zurück, die ihm Freunde und Bekannte erzählen.

"Die Texte schreibe ich selbst. Das ist ja ein Geschenk, dass ich mir alles ausdenken und schreiben darf." Und so soll das jetzige Programm keine Eintagsfliege bleiben: "In den nächsten Jahren will ich schauen, ob die Leute meine Rollen mögen. Geplant ist jedes Jahr ein neues Programm."

Seine Kabarettshow stellt Kendy Nicolai am 13. November, ab 15 Uhr in der Bibliothek in der Lugauer Facius-Villa vor. Für den Eintrittspreis in Höhe von fünf Euro gibt's neben dem neuen Programm auch eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...