Mit 78 Jahren stellt Klaus Fischer erstmals solo aus

Etwa 40 Arbeiten des Hobbykünstlers sind ab Sonntag in der Stiftung Tholm zu sehen. Für den Meinersdorfer ist es die erste Personalausstellung überhaupt.

Thalheim.

Für Klaus Fischer ist die Stiftung Tholm nicht nur eine Galerie. Mit seinen Eltern hat er einst in dem Haus an der Friedrichstraße gewohnt. Dabei ist er kein gebürtiger Erzgebirger: "Geboren wurde ich 1942 in Berlin. Nachdem wir dort ausgebombt wurden, sind wir zu meinen Großeltern nach Feldberg in Mecklenburg-Vorpommern gezogen." Im Winter 1950/51 ist die Familie schließlich nach Thalheim gekommen, weil der Vater, ein Ingenieur, hier Arbeit fand.

Klaus Fischer hatte bereits als Kind zur Malerei gefunden, weil er aufgrund einer Krankheit damals oft nichts anderes tun konnte. Nach der Schule hat er sich zum Dekorationsmaler ausbilden lassen, war neun Jahre in diesem Beruf tätig. Doch krankheitsbedingt musste er die für ihn körperlich zu anstrengende Arbeit aufgeben. Er wäre damals gern Kunsterzieher geworden, doch dafür fehlte ihm das Abitur. Also ließ er sich zum Unterstufenlehrer ausbilden. Nach zwei Jahren Arbeit als Lehrer im Meinersdorf kam der nächste Wechsel.

"Zur Wahl stand damals die Arbeit als Pionierleiter, Horterzieher oder Hilfsschullehrer." Klaus Fischer hat sich für die Arbeit an der Hilfsschule in Thalheim entschieden, musste dafür eine weitere Ausbildung absolvieren und wurde nach der Wende Schulleiter. Nach der Schließung im Jahr 2000 hat er noch an Förderschulen in Zschopau und Hohenstein-Ernstthal gearbeitet. Während dieser Zeit blieb zum Malen nicht viel Zeit. Doch nachdem Klaus Fischer im Alter von 63 Jahren pensioniert worden war, hat er das alte Hobby wieder aufleben lassen.

"Ich bin nicht der besessene Maler. Ich male, wenn ich ein Thema habe, das mich interessiert." Die Vielfalt dieser Themen ist groß. Blumen- und Landschaftsbilder gehören ebenso dazu, wie Aktzeichnungen oder ein Bild vom inzwischen verstorbenen Familienhund, einem Golden Retriever. Fischer erläutert: "Ich bin ein Naturliebhaber, das heißt, ich möchte der Natur so nahe wie möglich kommen." Zu sehen waren seine Bilder bislang öffentlich kaum. Etliche seiner Arbeiten hat er an Familie und Freunde verschenkt. Einige davon wurden als Leihgabe für die Ausstellung zur Verfügung gestellt.

Vor drei Jahren hat sich Klaus Fischer dann erstmals an den "Offenen Monaten" im Oelsnitzer Heinrich-Hartmann-Haus beteiligt. "Eine eigene Ausstellung habe ich mir schon länger gewünscht", gibt er zu. Die Stiftung Tholm rückte ins Blickfeld, als Fischer dort die Vernissage des Dresdner Professors Roland Unger besuchte. Für ihn ein alter Bekannter, denn beide hatten einst als Maler bei der PGH Innenausbau gearbeitet. "Erst hat Roland Unger mich gar nicht wiedererkannt. Aber dann meinte er: Ach du bist der, der damals schon so gut malen konnte."

Sylvia Schlicke von der Stiftung Tholm ist von den etwa 40 Arbeiten der aktuellen Ausstellung begeistert. "Mir gefallen besonders die Porträts, weil man daran die Entwicklung des Künstlers erkennt, und weil Klaus Fischer dabei ganz verschiedene Techniken verwendet." Tatsächlich reicht die Bandbreite von der Zeichnung mit Bleistift, Fettstift und Kugelschreiber über Linolschnitt bis hin zu Öl- und Acrylmalerei.

Die Personalausstellung mit Werken von Klaus Fischer wird am Sonntag eröffnet und ist bis zum 1. November 2020 immer sonntags von 15 bis 17 Uhr zu sehen. Andere Besichtigungstermine können vereinbart werden unter Ruf 037212690787.

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