Neuer Garten soll die Fantasie der Kinder anregen

Die Oelsnitzer Kita "Kastanie" hat große Pläne für ihr Außengelände. Die Ideen sind auch beim sächsischen Kinder-Garten-Preis im Rennen.

Oelsnitz.

Wenn Sophie Loose über das Außengelände der Kita "Kastanie" spricht, dann sprudeln die Ideen und möglichen Umsetzungsvarianten nur so aus ihr heraus: hier der Turm zu Babel, vielleicht ein Wasserspielplatz, dort ein Schacht, eventuell ein Hochbeet für biblische Pflanzen, definitiv eine Hügellandschaft. "Unser Klein-Erzgebirge", sagt die Leiterin der christlichen Kita in Oelsnitz.

Seit Januar 2018 ist sie in der Diakonie-Einrichtung an der Grenzstraße tätig. Seit geraumer Zeit befassen sie und ihr Team sich mit der Umgestaltung des Außengeländes. "Wir haben ein schönes Haus, das vor 15 Jahren neu gebaut worden ist. In den Garten wurde damals nicht investiert", sagt Loose. Das wird nun nachgeholt. Dabei setzt sie auf Eigeninitiative und das in mehrerlei Hinsicht. So wurden über eine sogenannte Crowdfunding-Aktion rund 14.000Euro an Spenden eingesammelt - insgesamt sind bereits 23.000 Euro akquiriert worden. Zudem wird selbst Hand angelegt - etwa beim Lehmofen, bei dessen Bau die Kinder fleißig Lehm gestampft haben. "Wenn ich etwas erreichen möchte, muss ich dafür arbeiten", sagt Loose. "Es ist mir wichtig, das den Kindern vorzuleben."

Daher sei sie nicht mit Forderungen in die jüngste Sitzung des Oelsnitzer Stadtrates gegangen, sondern habe dort von den Ideen und Plänen, den Erfolgen und Erfordernissen gesprochen. Beispielsweise ist das Kita-Team erfolgreich beim Sächsischen Kinder-Garten-Preis unterwegs. Unter die besten 30 hat es die Kita bereits geschafft und sich für die zweite Runde qualifiziert. Der Erfolg und das Vorgehen haben Eindruck hinterlassen. "Ich bin von ihrem Engagement beeindruckt. Vor allem davon, dass Sie nicht einfach die Hand aufhalten", betonte Helga Walter (CDU).

Selbstverständlich freut sich Loose über Unterstützung; auch von der Stadt, die das Areal vermietet. "Vielleicht könnte uns der Bauhof bei den Wegen helfen", sagt sie. Die Wege auf dem Gelände spielen eine wichtige Rolle. Sie sollen mit unterschiedlichen Materialien gestaltet werden, um die Fantasie der Kinder anzuregen. Daher sollen die Wege keine Tastpfade werden. "Dann hätten wir wieder eine vorgegebene Nutzung. Das möchten wir nicht. Außerdem würden die Kinder die Füllung nur wegtragen", sagt Loose, die Wert darauf legt, dass die Spielgeräte und Landschaften ganz unterschiedlich genutzt werden könnten. Das Betonrohr etwa kann Tunnel, Versteck, Schatzhöhle, Stollen und einiges mehr sein. Das kommt ganz darauf an, wer dort gerade spielt und was jeweils bei den Kindern angesagt ist.

Die rund 70 Kinder der Kita sind übrigens in die Überlegungen einbezogen worden. Weit oben auf der Wunschliste rangierte ein Wasserspielplatz, bei den Jungs ein Fußballfeld sowie essbare Pflanzen. "Schöne Ideen kamen auch vom Team, die sich aus Beobachtungen speisten, was die Kinder interessiert", sagt Loose. Unterstützung bei der Gestaltung des Außengeländes, die auch eine Art Amphitheater hinter der Hügellandschaft vorsieht, kommt vom Landschaftsgestalter und ehemaligen Pastor Friedrich Krüger.

Einige Bereiche sind bereits umgestaltet - beispielsweise die ewige Kinderbaustelle. Hier sollen die Kinder nach Herzenslust werkeln - mit Helm und Warnweste, aber ohne Fertigstellungsdatum. Andere Areale sind in der Planung, wie etwa das Klein-Erzgebirge. Die aktuelle Herausforderung: Für die Gestaltung der künftigen Hügel werden 200 Tonnen Erde benötigt - möglichst günstig zu bekommen. Bis alle Ideen und Pläne umgesetzt sind, werden noch zwei Jahre vergehen, schätzt Loose. Doch richtig fertig sein soll der Kinder-Garten ohnehin nie. Schließlich regen Veränderungen die Fantasie stets aufs Neue an. Nicht nur die der Kinder.


Diakonie betreibt die Einrichtung

Der Christliche Kindergarten "Kastanie" ist seit 2018 in Trägerschaft des Diakonischen Werkes Annaberg-Stollberg.

Die Einrichtung verfügt über 69 Plätze, davon 18 im Krippenbereich für Kinder bis 3 Jahre. Drei Plätze sind Integrativplätze.

In der Kita stehen vier Gruppenräume, eine überdachte Terrasse, separate Essbereiche (einer als Kinderküche eingerichtet), ein Therapieraum und ein Schlafraum für Krippenkinder zur Verfügung. Dazu gibt es eine Kinderwerkstatt und einen Mehrzweckraum.

Das Haus umgibt ein großer Garten mit Spielgeräten, Hochbeet, Kartoffelacker und bei guter Ernte Beeren zum Naschen. Einige Spielgeräte werden in absehbarer Zeit vom Tüv gesperrt. Das ist der Ausgangspunkt für die umfangreiche Umgestaltung.

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