"Patenkind" Apollo war Liebe auf den ersten Blick

Man kann Vierbeinern und dem Tierheim helfen, indem man eine Patenschaft übernimmt. Wie diese genau gehandhabt wird, entscheidet der Pate.

Stollberg.

Wenn Sophie Hähnel von Apollo spricht, wird schnell klar, wie sehr sie an dem Rottweiler hängt. "Ich habe ihn von Anfang an geliebt", sagt sie. Der Schritt, für den Rüden eine Patenschaft zu übernehmen, lag also nahe. Das war 2015. Seither kümmert sich die 16-jährige Stollbergerin um den Hund, indem sie Zeit mit ihm verbringt und ihm ab und zu hochwertiges Nassfutter kauft, weil er einen sehr empfindlichen Magen hat. Solche Tierpatenschaften seien sowohl für das Tierheim als auch für die Tiere sehr wichtig, sagt Vereinschefin Susann Scheibner. Für das Tierheim, weil die Patenschaften eine finanzielle Erleichterung bedeuten, und für die Tiere, weil sie so beispielsweise regelmäßig zu Spaziergängen mitgenommen werden. Im Fall von Apollo, der mit 13 Jahren gesundheitlich nicht mehr so fit ist und "nur noch sacht bewegt werden" kann, sei die Fürsorge eines Paten besonders wichtig.

Zurzeit sieht Sophie Hähnel ihren Patenhund besonders oft, denn sie absolviert im Tierheim ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ). "Zu meinen Aufgaben gehört zum Beispiel das Füttern der Hunde, das Verabreichen von Medikamenten und das Spazieren beziehungsweise die Beschäftigung mit den Tieren." Ihr FÖJ mache sie dort, weil sie bereits seit 2012 gern und oft im Tierheim hilft. Damals ging sie das erste Mal mit einem Tierheimhund spazieren.

Auch für Dominik Fahrhöfer ist das Tierheim der perfekte Ort für sein FÖJ, sagt der 22-Jährige. Ein Beitrag in "Freie Presse" habe ihn darauf gebracht, sich hier zu bewerben. "Nach meinem Abitur wollte ich ein Jahr Pause machen, nicht gleich studieren oder eine Ausbildung anfangen", erzählt der Oelsnitzer. So kam er auf das FÖJ. Seit Anfang Dezember 2016 ist auch er Tierpate - für die amerikanische Bulldogge Billy. "Da Billy sehr kräftig ist und einen großen Sturkopf hat, ist es schwer, jemanden zu finden, der sich ausgiebig mit ihm beschäftigt. Nach ein paar Wochen Probespazieren habe ich mich für eine Patenschaft entschieden." In seinem Fall heißt das, dass er monatlich 15 Euro spendet - für Futter oder Medizin. Und natürlich gehe er viel mit Billy spazieren und versuche, ihn ein wenig zu erziehen. Obwohl im Billy ans Herz gewachsen ist, hofft er auf eine Vermittlung. "Billy braucht eine Familie." Und er hat sich für diesen Fall auch schon entschieden, wer sein nächster Pate wird. "Wir haben vor kurzem einen Schäferhund namens Spike bekommen, der auch viel Zuneigung braucht. Da wir in meiner Familie bereits zwei Schäferhunde hatten, passt Spike als Pate sehr gut."

Der Umfang einer Tierpatenschaft kann sehr verschieden gehandhabt werden, erklärt Scheibner. Es kann sich ausschließlich um finanzielle Hilfe handeln, aber auch um die Beschäftigung mit dem Tier oder beides. Der Rahmen wird in einem Patenschaftvertrag festgehalten. Es gebe durchaus auch Tiere, die mehrere Paten haben, sagt sie. Beispielsweise das Kätzchen Schmanderliesel, dessen teure Dauermedikamentierung so auf mehrere Schultern verteilt wird. Wie viel ein Pate spende, entscheide dieser selbst.

Im Hinblick auf den nahenden Muttertag, der auch wieder im Tierheim gefeiert werden kann, könnte sie sich eine Tierpatenschaft auch als Geschenk vorstellen - für eine tierliebende Mutti, die daheim kein Tier halten kann, aber sich gern um eines kümmern möchte.

Das Tierheim lädt Mütter am 14. Mai von 14 bis 17 Uhr zu Kaffee und Kuchen sowie Gesprächen unter Tierfreunden ein.

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