Retter werden zu Opfern

Ins Depot der Annaberger Kameraden ist eingebrochen worden. Dabei vergriffen sich Unbekannte an der Ausrüstung der Retter.

Annaberg-Buchholz.

Die Annaberger Feuerwehr ist zum Opfer von Einbrechern geworden. In der Nacht von Dienstag zu Mittwoch machten sich Unbekannte am Depot der Kameraden zu schaffen und gelangten durch die Türen an den Rolltoren ins Gebäudeinnere. Dabei gingen die Täter durchaus professionell vor, zogen Schließzylinder heraus. Was sie mitnahmen, hinterlässt bei Wehrleiter Mike Lipp neben Ärger auch Fragezeichen.

Mike Lipp vermutet, dass die Täter das Depot ausgekundschaftet haben könnten, um später erneut zu zuschlagen. Denn die Beute fiel recht speziell aus: Geklaut wurden laut Polizei zwei Helmlampen, ein Messer - und eine Atemschutzmaske aus einem Einsatzfahrzeug. Was will ein Einbrecher damit anstellen? "Da bin ich echt überfragt. Damit kann man recht wenig machen", so Lipp. Insgesamt beläuft sich der Schaden auf einige Hundert Euro.

Dieser Schaden ist es aber nicht, der den Wehrleiter so aufregt, der sei nicht so dramatisch. Vielmehr verweist er auf das, was im Ernstfall hätte passieren können. "Die Täter haben die wichtige Atemschutzmaske des Angriffstrupps mitgenommen", sagt Mike Lipp. Der besteht aus Sicherheitsgründen immer aus mindestens zwei Leuten, die sich auf der Fahrt zum Einsatz - etwa bei einem Wohnhausbrand - bereits in der Fahrzeugkabine fertig machen. Vor Ort können die Feuerwehrleute sofort raus und loslegen. Fehlt eine Maske, geht der Plan nicht mehr auf: Am Einsatzort muss erst eine Ersatzmaske, die sich nicht im Innenraum befindet, aufgesetzt werden, hinzu kommen Flammschutzhaube und Helm. "Wichtige Minuten, die ein Menschenleben kosten können", erklärt der 35-Jährige.

Um es Einbrechern zukünftig schwerer zu machen, wurden die Zylinder mit einem speziellen Schutz versehen und die Schlüssel der Fahrzeuge abgezogen. Zudem sorgt die Feuerwehr für mehr Licht im Außenbereich. Mike Lipp hofft, dass so etwas nicht wieder vorkommt. Denn ihre Ausrüstung können die Kameraden gut gebrauchen: Zusammen mit der Buchholzer Feuerwehr leisten sie bis zu 100 Einsätze im Jahr, von Unfällen bis hin zu Wohnungsbränden.

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