Schlaue Mobilfunkantennen erhöhen Kapazität

Die Zukunft beginnt in Stollberg: Als einer von 17 Standorten in Sachsen erhielt die Große Kreisstadt diese Technik.

Stollberg.

Ungezählte bunte Kabel verbinden die zahlreichen Module im Container unter dem Funkmast im Stollberger Gewerbegebiet. Die Lüfter surren. Auf dem Tisch steht ein Laptop. Es zeigt eine Animation, die an einen Laserangriff erinnert. Darum geht es natürlich nicht, sondern vielmehr um eine modernere Mobilfunktechnik, das sogenannte Beamforming. Das betreibt der Mobilfunkanbieter Vodafone neuerdings in Stollberg. Im Prinzip geht es darum, die Kunden passgenauer zu bedienen. Mit zusätzlichen Antennen bedient der Anbieter nicht mehr einen definierten Sektor, sondern einzelne Kunden mit einem sogenannten Beam. Dazu ist allerdings in den eigenen vier Wänden eine bestimmte Technik vonnöten. Damit könne der Kunde dann mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde surfen, verspricht Vodafone. "Mit den schlauen Antennen verbessern wir gezielt die Netzversorgung in Stollberg", sagt Gerd von der Osten, Technikchef bei Vodafone für die Region Ost. Die neue Technologie verfünffache die verfügbaren LTE-Kapazitäten in Stollberg. Die Technik erhöht laut Anbieter die Kapazität, die der Mast liefern kann, von bisher 150 Mbit pro Sekunde auf insgesamt 665 Mbit pro Sekunde. Das habe ein Test unter Realbedingungen ergeben, sagt Projektleiter Roland Gentsch. Davon profitierten dann die Kunden, die zuverlässig und gezielt hohe Bandbreiten abrufen könnten. "Mit der Technologie geht Stollberg einen weiteren wichtigen Schritt in die digitale Zukunft", sagt der Landtagsabgeordnete Rico Anton (CDU).

Diese Technik bietet der Anbieter an 17 Standorten in Sachsen und bundesweit an 50 Orten an. Neben Stollberg soll auch Burgstädt bis März vom Beamforming profitieren. Nach eigenen Angaben investiert Vodafone rund 50.000 Euro pro Anlage. Die Summe kann sich erhöhen, wenn beispielsweise Glasfaserkabel zum Sendemast neu verlegt werden muss. Das war in Stollberg nicht der Fall. Gentsch geht bei freier Sicht von einer Reichweite von drei bis vier Kilometern aus. In bergigem Gelände stößt die Technik wegen der Funkschatten somit an ihre Grenzen.

Der Staatssekretär und hiesige Bundestagsabgeordnete Marco Wanderwitz (CDU) freut sich, dass Vodafone sich in Sachsen engagiert: "Beamforming ist ein gutes Beispiel, wie moderne Ingenieurskunst bestehende Infrastrukturen effektiv nutzt und eine Leistungsfähigkeit ermöglicht, die zukünftige Technologien bereits heute ankündigt." Für dieses Engagement habe sich der Ministerpräsident stark gemacht.

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