Schul-Seiteneinsteiger: "Ich bin keine Lehrerin zweiter Klasse"

Dana Günther ist 46 Jahre. Sie hat keine Ausbildung als Lehrerin. Und doch wird sie ab kommenden Montag Grundschüler unterrichten - mit Segen der Sächsischen Kultusministerin. Sind Leute wie sie eine Last für die Profis einer Schule - oder Segen?

Thalheim.

Im fernen Dresden hat sie es so gesagt, Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU): Sie bitte um Vertrauensvorschuss für die Seiteneinsteiger. Mit ihrer beruflichen Expertise könnten diese nämlich eine Bereicherung für die Schulen sein. Und die Lehrer bat die Ministerin um Hilfe bei der Begleitung der neuen Kollegen - trotz der zusätzlichen Herausforderungen.

"Ich fühle mich nicht als Lehrerin zweiter Klasse", sagt Dana Günther. Sie hat - wie die etwa 50 Erstklässler in der Thalheimer Grundschule auch - kommenden Montag ihren ersten Schultag. Die Kinder auf den kleinen Stühlen, Dana Günther vor der Tafel. "Nun, der erste Tag wird vor allem locker sein: Kennenlernen, das Schulgebäude erforschen, mal ins Schulheft lunzen."

Von den 1148 eingestellten neuen Lehrkräften an Sachsens Schulen sind ab dem kommenden Schuljahr mehr als 500 fast ohne jede pädagogische Vorkenntnisse. Das entspricht einem Anteil von 45 Prozent - in Deutschland einmalig.

Dana Günther ist eine von diesen 1148 Seiteneinsteigern. Sie war bereits bei Lehrerkonferenzen, bei pädagogischen Tagungen, kennt die Schule mittlerweile, auch den Stundenplan, hatte vier Wochen einen Basiskurs für Seiteneinsteiger. "Aber ich weiß auch: Ich bin noch keine wirkliche Lehrerin." Dies wird sie erst im Laufe der Zeit - neben der Schultätigkeit läuft ein zweijähriges berufsbegleitendes pädagogisches Studium. Das heißt: Drei Tage die Woche in der Schule in Thalheim, zwei Tage an einer Universität.

Und trotzdem schon voll einsteigen? Nein, sagt die Lugauerin. Sie habe drei Unterrichtsstunden die Woche eine ganze Klasse mal alleine, ansonsten helfe sie einem erfahrenen Lehrer, etwa bei Gruppenarbeiten in einer Klasse. Oder macht Förderunterricht. Aber sie habe für einen Seiteneinsteiger, so ist sich Dana Günther sicher, sehr gute Voraussetzungen: so viel Lebenserfahrung, schon wegen ihrer Laufbahn - Betriebswirtschaft studiert an der TU Chemnitz, später an der Berufsschule in Thalheim als Ausbilderin ein Bindeglied zwischen Jugendlichen und Unternehmen. Kurz war sie auch an der Internationalen Oberschule in Niederwürschnitz als Praxis-Berater. Und: Sie hat zwei Söhne daheim. "Die ausgebildeten jungen Lehrer haben zwar in der Theorie viel gelernt. Aber auch sie müssen in der Praxis bei Null beginnen, etwa wenn es um den täglichen Umgang mit Kindern geht."

Deshalb habe es ihr gut getan, dass in der Grundschule genau ihre Vita als Chance gesehen wird. "Das Umfeld hier in der Schule ist sehr gut. Ich habe schon von anderen Schulen gehört, dass sie dort hoffen, bloß keine Seiteneinsteiger zu bekommen. Hier ist das Gegenteil der Fall." Jüngst hätte sogar eine Kollegin gesagt, dass Dana Günther als Neue schon deshalb gerne aufgenommen werde, weil sie frischen Wind in die Schule bringen kann.

Ihr größter Pfund sei aber der Anspruch an sich. "Ich weiß um die Herausforderung. Ich will es schaffen. Wenn nicht jetzt, dann nie."


Schulanfänger im Altkreis

Laut Bildungsagentur Chemnitz werden etwa 3000 Schulanfänger im Erzgebirgskreis ab Montag lernen - inklusive freier Träger. Hier die Übersicht der einzelnen Grundschulen im Altkreis (Stand: Anfang der Woche):

Auerbach: 22

Beutha: 23

Brünlos: 23

Burkhardtsdorf: 46

Dorfchemnitz: 25

Erlbach-Kirchberg: 22

Gornsdorf: 22

Hohndorf: 21

Hormersdorf: 20

Jahnsdorf: 23

Lugau: 54

Neukirchen: 46

Neuwürschnitz: 60

Niederwürschnitz: 21

Goethe-Schule Oelsnitz: 23

"Albrecht Dürer" Stollberg: 71

Internationale Schule Stollberg: 46

Thalheim und Zwönitz: je 54

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22Kommentare
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  • 0
    0
    gelöschter Nutzer
    11.08.2016

    @Luna13: Nein, verkürzt den Vorbereitungsdienst nicht auf Null!!! Wie HuBui schon schrieb, ist man nach der Uni und dem Ersten Staatsexamen nur sehr wenig mit Schule und Schülern in Kontakt gekommen, ist also in der Beziehung auch ungelernt. Man braucht diese zwei Jahre (oder min. ein Jahr wie z.B. in Hamburg).

    Hört auf die Ausbildung immer mehr zu verkürzen, das Ergebnis sind schlecht ausgebildete Leute, die schlechte Arbeit leisten, weil sie's einfach nicht besser können.

    Denkt rechtzeitig nach und verhindert, dass so ein Notstand überhaupt eintritt, den man nur noch durch Pfusch und schale Kompromisse notdürftig kaschieren kann.

    Junge fitte Leute, die man wegen eines Notstandes der Möglichkeit beraubt ihr Handwerk solide zu erlernen braucht keiner; die jungen Leute brauchen das auch nicht; sie werden nur verschlissen und werden nur mühsam in den Beruf finden. Was sie da fordern ist quasi Alpinismus in Sandalen.

  • 2
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    Luna13
    08.08.2016

    Und wer unterrichtet in Zukunft die Kernfächer? Das ist selbst mit Seiteneinsteigern nicht abzudecken! Da haben doch unsere Chemnitzer Studenten schon mehr Praxiserfahrung - nämlich schon fast ein Jahr durchgängig! Nehmt sie als "Seiteneinsteiger " und kürzt den Vorbereitungsdienst auf null. Und die wollen auch. Viele haben sogar ihr letztes Praktikum vorverlegt, um ihr Studium schneller zu beenden. Etwas besseres kann in dem Notstand gar nicht passieren. Junge, fitte Leute!

  • 8
    0
    gelöschter Nutzer
    07.08.2016

    @HuiBui: Die Seiteneinsteiger mögen fachlich den Lehramtsstudenten nicht nachstehen, ihnen fehlen aber Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten in Erziehungswissenschaften oder in pädagogischer Psychologie. Sie verfügen über keine grundlegenden fachdidaktischen Kenntnisse, sie haben bisher nicht hospitiert oder eigenständigen Unterricht erteilt. Von Erfahrungen in den Bereichen Schulkultur, Entwicklung der Professionalität, Kooperation sowie Management und Führung und im Bereich Schulrecht ganz zu schweigen!

    Ich bin weit davon entfernt, den Seiteneinsteigern Engagement oder "guten Willen" abzusprechen und hoffe, dass es viele schaffen, gute Lehrer zu werden. Allein die Fachkompetenz ist aber sekundär!

  • 7
    0
    gelöschter Nutzer
    07.08.2016

    @HuiBui: Teilweise gebe ich Ihnen ja Recht. Der universitäre Anteil der LA-Ausbildung, der mit dem Ersten Staatsexamen endet, ist weit weg vom Schulalltag. Deshalb gibt es aber auch ein Referendariat, in dem das an der uni erlernte Wissen mit der Realität in Einklang gebracht wird. Da macht es dann schon einen Unterschied, ob man didaktisch völlig uninformiert loslegt, oder mit Grundkenntnissen, mit denen man sich 8 Semester auseinandergesetzt hat. (So mancher studierte Lehrer taugt nicht für den Beruf, das gibt es aber überall und das kann durch eine gute Ausbildung minimiert werden.)

    Referendare brauchen außerdem Mentoren, also erfahrene(!) Lehrer. Wer soll das also tun, wenn nun neben den Referendaren, auch noch 40% der neu eingestellten Lehrer Hilfe brauchen und die Personaldecke ohnehin knapp ist? Nächstes Jahr wird es nicht anders aussehen und es werden auch wieder zahlreiche Ungelernte in den Schulen aufschlagen. Gleichzeitig werden es dann noch weniger erfahrene Lehrer sein, die ja auch noch unterrichten müssen und aus Altersgründen auch nicht mal eben noch einen Referendar oder Quereinsteiger nebenbei mit betreuen können. Hier hat man geschlafen und nun wird die Zeit knapp; sehr knapp.

    Es ist außerdem ein Unterschied, ob man mit Didaktik und Pädagogik von Null anfangen muss oder an der Uni gelernt hat, wie man den Stoff sortiert um ihn verständlich zu machen. Da kann man sich nämlich ganz schnell verheddern. Ein Quereinsteiger hatte das alles nicht; es ist also nicht die gleiche Situation wie bei einem Referendar. Einige machen das zwar auch ohne Ausbildung intuitiv richtig, aber das sind seltene Ausnahmen.

    @Pixelghost: Zitat: "Wenn man das hier so liest könnte man meinen, die Seiteneinsteiger wären ungebildet und ohne jegliche Ausbildung. Abitur und BWL-Studium -wie im Fall der Frau Günther - zählen bei den Meckerern ja nichts."

    Warum soll jemand, der ein bestimmtes Fach studiert hat, danach alles können? Es gibt doch nicht umsonst unterschiedliche Studiengänge und Ausbildungen. Das hat nichts mit ungebildet sein zu tun und auch nichts mit "der hat keine Ausbildung". Die Dame hat schon eine Ausbildung, aber eben die falsche.
    Ein Kfz-Mechaniker kann auch nicht mal eben Leuten die Haare schneiden - er hat ja schließlich auch eine Ausbildung und wahrscheinlich auch Lebenserfahrung - der perfekte Frisör also, nach ihrer Argumentation.
    Ärzte studieren auch Medizin und nicht BWL, warum wohl? - oder soll auch ein BWLer im OP hantieren dürfen, weil er ja Abitur hat und an einer Uni war? Wieso glauben eigentlich jeder das jeder der Abi und studiert hat mal eben so Lehrer werden kann. Sicher gibt es da Naturtalente, die das auch ohne Ausbildung können, aber solche Leute sind selten. Die meisten Lehrer sind (wie in jedem anderen Beruf auch) sind auf eine solide Ausbildung angewiesen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die ganzen Seiteneinsteiger "pädagogisch Hochbegabte" sind.

    Einwände gegen eine merkwürdige Praxis hat nicht grundsätzlich etwas mit "meckern" zu tun; es gibt gute Gründe diese Politik kritisch zu hinterfragen.

  • 10
    0
    vomdorf
    07.08.2016

    @Pixelghost
    Ich weiß zufällig, wie das nach dem Krieg war, weil ein Verwandter von mir ein sog. Neulehrer, bis in die siebziger Jahre als Lehrer arbeitete. Er musste einige Weiterbildungen absolvieren, hat aber nie studiert. Er kam aber mit den Jugendlichen damals gut klar.
    Ich kenne aber auch einen Schulleiter von damals, der von einem buchhalterischen Bereich praktisch als Lehrer rekrutiert wurde. Der hatte immer Disziplinschwierigkeiten.....und das ist nämlich nicht ganz unwichtig: der Lehrer muss respektiert werden. Das unterschätzen viele, die denken, sie stellen sich vor eine Klasse, erzählen bisschen was und lassen was von der Tafel abschreiben...oder teilen Kopien aus.

    Die damaligen Neulehrer würden aber heute nicht bestehen können, weil die Kinder ganz anders sind und die Lehrer für alles mögliche verantwortlich gemacht werden. Man braucht schon ein dickes Fell und sehr gute Nerven, um dem standzuhalten.

    Und sollten wir nicht froh sein, dass wir jetzt keine Zeit nach dem Krieg haben?
    Wütend sollten wir sein, dass unser gut funktionierendes Schulsystem mit aller Kraft kaputt gemacht werden musste, einschließlich der
    Lehrerbildung.

  • 12
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    BlackSheep
    07.08.2016

    @pixelghost, die jetzige Situation ist aber keinem Krieg geschuldet sondern einer verfehlten Bildungspolitik.

  • 4
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    Pixelghost
    07.08.2016

    @vomdorf, ich meinte den Einsatz von Neulehrern nach dem Krieg. Damals war die Gesellschaft froh, dass sie diese Leute hatte.

  • 4
    0
    Steuerzahler
    07.08.2016

    Bei dieser Bildungspolitik können einem nur die Kinder leid tun und eigentlich müsste
    man wütend sein, dass denen nicht das Optimum an Bildungsvoraussetzungen von dem Geld, welches ihre Eltern erarbeiten, geboten wird. Wie bereits mehrfach von Foristen geschrieben steht für andere Sachen genügend Geld zur Verfügung, was einfach und kommentarlos ausgegeben wird. Wenn ich dann noch lese:"später an der Berufsschule in Thalheim als Ausbilderin ein Bindeglied zwischen Jugendlichen und Unternehmen", dann stellt sich doch auch wieder die Frage, wieso sie an dieser Berufsschule ohne jede pädagogische Ausbildung gearbeitet hat. Meines Wissens wäre das doch auch dort erforderlich gewesen. Aber so ist das nun mal, wenn man in den wichtigsten gesellschaftlichen Bereichen wie Bildung und Sicherheit gegen den Willen ausdrücklicher Fachleute spart und 6 Jahre lang nicht fähig ist, Schäfchen zu zählen und Studienplätzem anzupassen. Das Peoblem entsteht einfach daraus, dass man politisch nicht will. Da sind dann auch die Folgen egal. Aber die Kinder haben sie auszubaden. Wenn man analysiert, welche pädagogische Kompetenz von KiGa bis Schule zuweilen vorherrscht, dann braucht man sich über Zustände an diesen Einrichtungen schon heute nicht wundern und es wird, vorsichtig ausgedrückt, nicht besser werden. Wenn die Bildungsagentur mit gleicher Vehemenz und Prinzipienreiterei bei der Qualität der pädagogischen Dienstleistung wäre, wie sie gegenüber den Eltern auftritt, ginge es unserem Schulsystem vielleicht ein Stück besser.

  • 8
    0
    vomdorf
    07.08.2016

    @Pixel...
    Meinen Sie nach der Wende? Da haben die Lehrer einfach weiter unterrichtet, bis auf die, die aus politischen Gründen entlassen wurden.
    Und die Grundschullehrer wurden dann in Teizeitarbeit genötigt. Die meisten haben diese Verträge unterschrieben, weil sie dadurch Beschäftigungsgarantie hatten. Es gab genügend Lehrer und zu wenige Kinder.
    @ HuiBui
    Sie haben vollkommen recht, dass Lehrer sein Berufung ist. Mir stößt aber auf, wenn jemandem das erst einfällt, wenn er weit über 40 Jahre gelebt hat.Wenn die gute Frau mit dem Studium fertig ist ist sie fast 50....und dann stellt die dich neu vor eine Grundschulklasse? Als Anfänger muss man jede Stunde vorbereiten ( später hat man einen Fundus, auf den man zurückgreifen kann), man hat Eltermgespräche, muss korrigieren, und viele andere Aufgaben erledigen, von denen Außenstehende keine Ahnung haben - und auch nicht müssen, denn sonst wären die ja Lehrer geworden.
    Die " Lebensetfahrung", die man mit einem bestimmten Alter besitzt, nützt in der heutigen Schularbeit gar nichts. Ein Grundschullehrer muss nicht unbedingt wissen, was an einer berufsbildenden Einrichtung los ist. Man muss das richtige Gespür für Belange eben der
    Kinder dieses Alters haben. Aber das wird sie selbst noch merken.


    Die Freie Presse möge doch bitte an der guten Frau dranbleiben und vielleicht in einem Jahr nochmal berichten.

  • 4
    5
    HuiBui
    07.08.2016

    Vielleicht sollte die ganzen "Bildungsexperten" hier im Forum erst einmal Abitur machen und dann selbst studieren, um überhaupt die Qualität eines Lehramtsstudiums beurteilen zu können. Denn solch ein Studium befähigt weder zu sozialer Kompetenz noch zu überragenden didaktischen Fähigkeiten. Das sind alles sehr individuelle Faktoren und nicht jeder, der ein Lehramt studiert, ist tatsächlich ein guter Lehrer nur, weil er/sie eben ein Lehramtsstudium absolviert hat.
    Als Seiteneinsteiger kommen ja an sich nur Menschen mit einem abgeschlossenen Studium in Frage. Fachlich stehen sie damit "reinen Lehramtsstudenten" in nichts nach, sondern dürften im Fach selbst noch weiter und höher qualifiziert sein, da deren Studium wesentlich vertiefender ausgerichtet ist.

    Letztlich machen Seiteneinsteiger auch nichts Anderes am Anfang wie ein Lehramtsstudent im 12 bis 24 monatigen Vorbereitungsdienst nach der Ersten Staatsprüfung im Regelstudium an der Universität:
    ?Der Lehramtsanwärter/Studienreferendar arbeitet an vier Wochentagen in seiner Ausbildungsschule und an einem Tag der Woche an der entsprechenden Lehrerausbildungsstätte der Sächsischen Bildungsagentur[?]? (http://www.lehrerbildung.sachsen.de/14766.htm)

    Etwas wesentlich Anderes mach Frau Günther auch nicht:
    ?neben der Schultätigkeit läuft ein zweijähriges berufsbegleitendes pädagogisches Studium. Das heißt: Drei Tage die Woche in der Schule in Thalheim, zwei Tage an einer Universität?.

    Frau Günther hat aber beim weitem mehr Lebenserfahrung und Qualifikationen in ganz unterschiedlichen Bereichen, die ein ?normaler Lehrer? nie erreichen kann. Wo da ein Nachteil sein soll, erschließt sich mir nicht.

  • 3
    7
    Pixelghost
    07.08.2016

    Wenn man das hier so liest könnte man meinen, die Seiteneinsteiger wären ungebildet und ohne jegliche Ausbildung. Abitur und BWL-Studium -wie im Fall der Frau Günther - zählen bei den Meckerern ja nichts.

    Ich habe die Wende nicht verpasst. Aber von wem haben die damaligen Kinder denn das gelernt, was Deutschland dann wieder voran gebracht hat? Gab es da noch Leute mit pädagogischer Ausbildung?

    Und wie hat man das gelöst? Recherchieren Sie mal...

  • 3
    2
    Zeitungss
    07.08.2016

    Es sind die Früchte der Arbeit unserer unfehlbaren "Volksvertreter" in der Dresdener "Hofburg" seit vielen Jahren, abgesegnet vom jeweiligen Landeshauptmann unter großer Beweihräucherung der gerade anwesenden Linientreuen.
    Es betrifft nicht nur die Blidungs- und Sozialpolitik, sondern auch die Bereiche Sicherheit, Wirtschaft, Arbeit, Verkehr, Kultur usw. Es sind alles offene Baugruben, auch bei wohlwollender Betrachtungsweise eigentlich eine einzige Katastrophe. Hart erarbeitete Steuermittel (1.2 Mrd ?) müssen z.B. für die "gute Arbeit"durchgeknallter Bänker der ehem. Landesbank auf den Tisch gelegt werden, für die Wähler ist das bisher kein Thema. Einzig Hand und Fuß haben dagegen die selbst gegebenen "Tarifverträge" über das Salär dieser "Abgeordneten", welche keinerlei Verantwortung für ihre Tätigkeit tragen, das macht bekanntlich der Bürger, welche sogar ohne den "Arbeitgeber" (Bürger u. Steuerzahler) gemacht und automatisiert wurden.
    Wenn ich an die Zukunft meiner Enkel mit dieser Bildungspolitik und deren Kleinstaaterei sowie aller o.g. Bereiche denke, könnte ich garnicht so viel essen wie ich ........... .

  • 8
    2
    skrillex83
    07.08.2016

    @Pixelghost Wir sind aber nicht kurz nach dem Krieg, sondern im Jahr 2016! Solche Vergleiche finde ich immer ganz toll, wohl auch die Wende verpasst oder was?!

    Weiß ja nicht ob sie schulpflichtige Kinder haben, aber wenn sie das gut finden das knapp die Hälfte der Lehrer in Sachsen eigentlich gar keine sind, dann prost Mahlzeit!

    Am Ende müssen wohl die Schüler dem Lehrer erklären worum es geht wenn es so weiterläuft?!

  • 3
    7
    Pixelghost
    07.08.2016

    Wie haben das eigentlich unsere Vorfahren nach dem Krieg geschafft, als auch keine Lehrer gab. Haben die auch nur gejammert?

  • 8
    0
    DerKuckuck
    07.08.2016

    Seiteneinsteiger? Im Handwerk nennt man das Ungelernte.
    Man sollte mal in Deutschland wieder anfangen Dinge beim Namen zu nennen und keine Ersatzwörter finden, die den Sachverhalt beschönigen.
    Weil man wie immer viel zuträge reagiert und nur bei der eigenen Bevölkerung spart hat man jetzt dieses Chaos. Selbst wenn man sofort reagiert, die neuen Nachwichslehrer kommen erst in 5-7 Jahren. Glückwunsch an die CDU. Wieder mal völlig diletantische Arbeit und Komplettversagen.
    Wir könnten langsam die Länderparlamente auflösen und die Befugnisse zum Bund geben. Besser wirds dadurch uwar nicht, aber wir sparen uns Gehälter für Leute die sowieso nichts auf die Reihe bekommen.

  • 10
    2
    BlackSheep
    06.08.2016

    Ein hemmungsloser Schlag ins Gesicht aller die Lehramt studieren, wozu soll diese Ausbildung noch gut sein?

  • 7
    0
    bicicleta
    06.08.2016

    Das ist ja noch harmlos. Ich kenne eine "Neulehrerin", die Schule und Kinder nur aus ihrer eigenen Schulzeit kennt. Einsatz ab sofort in Vollzeit als Klassenlehrerin einer 4. Klasse. Zeit für die nebenberufliche pädagogische Ausbildung ist nicht vorgesehen . Außerdem scheint es an den sächsischen Universitäten derzeit gar nicht genug Plätze für diese Ausbildung zu geben. Betrifft übrigens eine Schule im Erzgebirge.

  • 5
    4
    gelöschter Nutzer
    06.08.2016

    @skrillex83: "Für andere Sachen ist im Freistaat schließlich auch genug Geld vorhanden, viele werden verstehen was ich damit meine! Sind einfach klare Fakten!"

    Nun, diese "anderen Sachen" sitzen aber auch in der Schule und aus diesen Gründen müssen auch noch mehr zusätzliche Lehrer eingestellt werden. So ganz stimmen Ihre "Fakten" also nicht, denn sonst müsste ja gerade dafür Geld in Unmengen vorhanden sein.

    Das Geld fehlt auch nicht erst seit diesem Jahr, so arbeitet Sachsen seit 1990! Da war noch keine "anderen Sachen" in Sachsen und man hatte trotzdem "wichtigere" Verwendungszwecke für das Geld als damit Lehrer zu bezahlen (z.B.: Abgeordnetendiäten).

    Sachsens Regierung hat sich einfach daran gewöhnt, dass sie auf gute Lehrer für wenig Geld zugreifen konnte (DDR-Lehrer) und begreift nicht, oder will nicht begreifen, dass die alle demnächst in Rente gehen und die nachfolgende Generation nicht wie die alte (aufgrund der damals besonderen Lebensumstände) bereit ist, hier für einen Bruchteil des üblichen Lohns zu arbeiten. Sachsen begreift auch nicht, dass sich die jungen Lehrer nicht jahrelang hinhalten lassen (können), bis der Freistaat dann mal eine Referendariatsstelle anbietet. (Das lässt übrigens auch die Arbeitsagentur nicht zu. Die sagt "Bewerben sie sich deutschlandweit, dort bekommen sie eine Stelle!" Da kann man also auch gar nicht ewig warten, bis sich Sachsen mal bequemt.)

  • 12
    3
    gelöschter Nutzer
    06.08.2016

    "Nun, der erste Tag wird vor allem locker sein: Kennenlernen, das Schulgebäude erforschen, mal ins Schulheft lunzen."

    Klingt ein bisschen, als würde die gute Frau glauben, das Klischee vom Lehrerberuf (Hat morgens recht und ab 13 Uhr frei!) entspräche der Realität. Jeder richtige Lehrer würde nicht erst am ersten Schultag mal ins Heft lunzen, sonder wüsste, was er im nächsten halben Jahr mit den Kindern vor hat. Der zweite Tag kommt nämlich schneller als erwartet. Lange wird sich die Bildungsagentur auch den "Schonwaschgang" mit drei Stunden pro Woche nicht leisten können. Das bedeutet nämlich, dass unglaublich viele Leute an Schulen wenige Stunden abdecken. Die sind dann nur schwer erreichbar für Eltern, Schüler und Kollegen und können in dieser knappen Zeit auch kaum Beziehung zu den Kindern aufbauen. Bei 28 Stunden pro Woche muss man wissen was man tut, wie man Inhalte vermittelt und wo man am Ende hin will. Da ist nichts mit - ich "lunze" da mal.

    "Ich fühle mich nicht als Lehrerin zweiter Klasse"

    Nun ja, sie arbeitet ohne Ausbildung in einem Beruf. Bei Ärzten ginge das nicht und bei Richtern und Anwälten käme auch keiner auf die Idee Laien hinzusetzen. Auch bei Elektrikern und KFZ-Schlossern ginge das nicht, bzw. würden dort unausgebildete Leute nur Hilfsarbeiten bei entsprechend niedrigem Gehalt leisten dürfen. Aber Kinder unterrichten, das kann in Deutschland jeder, der sich für berufen hält.

    Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, ob ich der guten Frau Erfolg wünschen soll - mir wäre es lieber, die Schulbehörde würde mit dieser Notlösung auf die Schnauze fallen und ganz schnell aufgezeigt bekommen, dass man nicht mit 40% Hilfskräften arbeiten kann, ohne Qualitätseinbußen.

    Natürlich können Seiteneinsteiger eine Bereicherung sein. Aber nur, wenn an der Schule ausreichend Leute sind, die wissen was sie tun und nicht am ersten Tag mal "lunzen". Wenn dann nur noch solche "Lunzer" unterwegs sind, wird es nämlich ganz schwierig. Außerdem ist dann auch keinem mehr klarzumachen, warum er Geld in ein 8-jähriges Studium investieren soll, wenn am Ende jeder darf, der sich für berufen hält. An die Schulen müssen ganz schnell vollständig ausgebildete Leute und zwar noch solange dort erfahrene Kollegen arbeiten, die den jungen auch mal Praxistipps geben können. Wenn dann nur noch Seiteneinsteiger und Neulehrer arbeiten, wird es eine Katastrophe.

  • 13
    0
    skrillex83
    06.08.2016

    Ich weiß auch das jetzt zum neuen Schuljahr in verschiedenen Grundschulen "Lehrer" eingesetzt werden die gar keine sind, sondern nur mal irgendeine pädagogische Ausbildung, teilweise vor mehreren Jahren, gemacht haben und somit gar keinen richtigen Plan haben vom unterrichten.

    Liebe Bildungsagenturen, sowas kann doch eigentlich nicht wahr sein!!!

    Gerade in der Grundschule wird alles aufgebaut und ist für den weiteren Schul-und Lebensweg entscheident!

    Irgendwann wird wohl dann noch bei Zeitarbeitsfirmen angerufen wenn Lehrermangel herrscht oder was?!

    Geht ja auch "nur" um die Bildung unserer Kinder!

    Für andere Sachen ist im Freistaat schließlich auch genug Geld vorhanden, viele werden verstehen was ich damit meine! Sind einfach klare Fakten!

  • 6
    4
    mrsmiez
    06.08.2016

    Eine Lehrerin zweiter Klasse will Frau G. nicht sein, nein - sie ist überhaupt keine Lehrerin. Ihr Engagement in allen Ehren. Warum sie als studierte BWLerin ihre Chance in der Grundschulpädagogik sieht, bleibt mir verborgen. Ist es ihre letzte Chance, in ihrem Alter auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen?
    Für den Freistaat Sachsen ist die Einstellung von solchen Leuten in den Schuldienst ein großes Armutszeugnis. Hoffentlisch stehen bei der universitären Ausbildung auch arabisch und interkulturelles Management auf dem Stundenplan.

  • 14
    0
    vomdorf
    06.08.2016

    Na dann gutes Gelingen.....drei Stunden allein in einer Klasse.....und dann paar Stunden mit wenigen Kindern. Ich hoffe, dass sich die gute Frau im Klaren darüber ist, dass sie einesTages 28 Stunden allein vor einer Klasse stehen wird.
    Da die Schulleiterin von Thalheim ja in der Woche vor den Ferien zu "Höherem" berufen wurde sind die Thalheimer Lehrer sicher froh, überhaupt jemanden bekommen zu haben. Das wird vor allem die Lehrer freuen, die nach vier oder fünf Jahren Studium plus Referendariat endlich an einer Schule unterrichten dürfen.
    Auch wenn die gute Frau schon pädagogische Kenntnisse uns der Berufsbildung hat, sind Grundschüler anders. Aber das wird sie schnell merken.
    Vielleicht ist da auch mal ein positives Beispiel......es gibt ja aber noch viel mehr Quereinsteiger.....



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