Simson-Treffen feiert 20 Jahre

Historische Zweiräder knattern bei der Schaffe in Ursprung seit zwei Jahrzehnten. Anfangs waren es nur die Suhler Fahrzeuge, doch das ist heute anders. Aber: Zwei Drittel der Teilnehmer kommen noch immer mit einer Simson.

Ursprung.

Dank Bertram Hähle, einem von insgesamt etwa 40 Mitgliedern des Motorsportvereins Simsonfreunde Ursprung, gab es beim Jubiläum ein Highlight der Marke Simson: "Wir haben hier zum ersten Mal drei echte Rennmaschinen. Sie können davon ausgehen, dass da rund 100.000 Euro stehen." Jan Reichel hat das Teil mitgebracht. Ab 1983 ist der Hermsdorfer richtige Straßenrennen gefahren: "Es war immer mein Traum, so eine Maschine zu besitzen." Über einstige Straßenrennfahrer ist der 53-Jährige dann 2008 an die Technik gekommen: Eine Werksrennmaschine (Baujahr 1984), eine Maschine des Rennfahrers Heinz Junghans (1986) und eine komplett selbst aufgebaute Maschine (Baujahr 2012).

Doch, ganz klar: Die drei Maschinen sind zu schade, um ungesehen in der Garage zu stehen. Daher gab Reichel sie als Dauerleihgabe ans Textil- und Rennsportmuseum in Hohenstein-Ernstthal. Zum Simsontreffen waren sie ein Besuchermagnet. "Ich staune, wie viele Fachfragen auch von jungen Leuten kommen", so Reichel. Einer davon war Jonas Müller aus Oberlungwitz. Der 20-Jährige kommt seit Jahren regelmäßig nach Ursprung und interessiert sich brennend für die technischen Details: "Mit 15 Jahren habe ich begonnen Moped zu fahren, inzwischen habe ich mit meinem Vater eine Awo aufgebaut."

Doch wie hat das Treffen eigentlich begonnen, damals vor 20 Jahren? Mit der Feuerwehr, weiß Bertram Hähle zu berichten: "Da kamen so viele Kameraden mit einer Schwalbe zu den Einsätzen, das war schon fast wie ein Simsontreffen." Daraus entstand die Idee für ein echtes Treffen. Nach einigen Jahren wurde das dann so groß, dass 2007 der Motorsportverein Simsonfreunde Ursprung gegründet wurde. Schließlich wurden zu den Treffen auch andere Typen zugelassen. Jan Zeißler aus Wüstenbrand findet das gut: "Wo schon 100 Simsons stehen, muss ich nicht das 101. dazustellen." Dass er mit einer Zündapp-Beiwagenmaschine, Baujahr 1937, gekommen ist, hat aber auch einen praktischen Grund: "Damit kriege ich die ganze Familie weg."

Traditionell werden auch mehrere Preise vergeben. So hat Horst Landmann mit einer Wanderer, Baujahr 1924, den Sieg in der Rubrik ältestes Fahrzeug eingeheimst. Der 1971 gebaute Star von Gunar Fochtmann aus Lößnitz wurde als originalstes Fahrzeug ausgezeichnet, Leni Jung aus dem 80 Kilometer entfernten Mannsdorf (bei Zeitz) wurde für die weiteste Anreise geehrt. Den Tuning-Preis schließlich hat Mario Colditz aus Burkhardtsdorf fürs Aufmotzen seiner S52 B, Baujahr 1983, eingestrichen.

Doch ob getunt oder original, das spielte beim Höhepunkt des Tages keine Rolle. Am Samstagnachmittag brachen die Teilnehmer zu einer Rundfahrt gen Lugau, Oelsnitz und Gersdorf auf. Und sie konnten es kaum erwarten. Schon eine halbe Stunde vorm anberaumten Start tuckerten die Mopeds. Als die Fahrer eine Viertelstunde schon völlig in Abgasschwaden gehüllt war, entschieden sich die Veranstalter nicht mehr länger zu warten.

Allerdings müssen sie nun wohl mit Beschwerden rechnen. Bereits im Vorjahr hatten einige Anwohner den verfrühten Aufbruch moniert: Sie hatten sich für 15 Uhr häuslich am Straßenrand einrichten wollen - und waren zu spät gekommen.

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