Stimmungsvoll trotz weniger Stimmen

Volkslieder und Klassiker der Chormusik sind am Samstag unter dem Motto "Geh aus mein Herz" in der Johanneskirche Niederwürschnitz erklungen. Die Kollekte kommt dem Glockenprojekt zugute.

Niederwürschnitz.

Mit deutlich weniger Choristen, aber gewohnt großer Sangesfreude hat sich der gemischte Niederwürschnitzer Volkschor Frisch Auf am Samstag in der Johanneskirche präsentiert. 13 Frauen und fünf Männer boten unter Leitung von Chorleiter Harald Strietzel ein 70-minütiges Konzert unter dem Titel "Geh aus mein Herz".

Mit "Frisch auf, so schallts durchs Würschnitztal" wurde der musikalische Reigen eröffnet. Mit Blick auf die ungewohnt wenigen Choristen bekannte Moderator Hermann Lüdicke: "Der Zahn der Zeit hat an uns genagt." Doch für aufkommende Wehmut ließen die Sänger und Sängerinnen mit ihren stimmungsvollen, fröhlichen Liedern keinen Platz. Von Volksliedern wie "Alle Vögel sind schon da" und "Am Brunnen vor dem Tore", bis zu Klassikern wie "Ich bete an die Macht der Liebe" vom ukrainischen Komponisten Dmitri Stepanowitsch Bortnjanski und dem "Frühlingsgruß" von Robert Schumann reichte die Palette. Vieles wurde wie gewohnt a cappella und mehrstimmig dargeboten. "Bei einzelnen Liedern müssen wir Abstriche machen, denn es fehlt einfach die Fülle. Aber wir wollen dennoch weitermachen wie bisher. Zum Glück sind alle Stimmen noch besetzt", so Harald Strietzel.


Wirklich große Auftritte sind mit der aktuellen Besetzung nicht mehr machbar. Doch bei kleineren Auftritten, wie jetzt in der Johanneskirche, kann das Ensemble durchaus glänzen. Etwa 50 Besucher waren gekommen. Bei bekannten Liedern durfte mitgesungen werden. Die anschließende Kollekte soll nun in voller Höhe dem Glockenprojekt der Kirche zugute kommen.

Für den Chor war das Frühlingskonzert einer von derzeit nur wenigen Auftritten, denn bei der jüngsten Vorstandswahl im Februar rang der deutlich überalterte Chor um sein weiteres Bestehen. Heinz Mehlhorn hatte seinen Posten als Vereinschef räumen wollen, doch mangels Nachfolger hält der 80-Jährige nun auch weiterhin die Fäden in der Hand. Noch vor wenigen Jahren zählte man mehr als 40 Choristen. Doch Alter, Krankheit und einige Todesfälle dezimierten den Chor. Ende 2018 waren noch etwa 30 Sänger aktiv. Nun sind nochmals mehrere Mitglieder ausgestiegen. "Derzeit sind wir noch 22 Leute", so Chorleiter Harald Strietzel, der auch mit seinen nunmehr 83 Jahren hinter dem Chor steht, dessen Mitglieder inzwischen von Anfang 70 bis über 90 Jahre alt sind. "Ich mache weiter, solange es geht." Den Humor und die Hoffnung auf Sängernachwuchs hat man im Ensemble freilich noch nicht aufgegeben. Mit einem Schmunzeln macht Hermann Lüdicke auch älteren Interessierten Mut zum Einsteigen: "Jeder unter 75 Jahren verjüngt unseren Chor."

Der Volkschor Frisch Auf probt immer donnerstags, ab 19 Uhr im Vereinshaus an der Tenne.

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